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Vier Tote durch Sturm in Brandenburg

Wetter in Brandenburg Vier Tote durch Sturm in Brandenburg

Sturm „Xavier“ hat in Brandenburg und Berlin eine Spur der Verwüstung hinterlassen – und fünf Todesopfer in der Region gefordert. In Berlin, Potsdam und weiteren Regionen war der Verkehr eingestellt. Die Schäden in Brandenburg sind enorm.

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Hunderte Bäume sind am Donnerstag in Brandenburg umgestürzt und haben Straßen blockiert.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Sturmtief „Xavier“ zog am Donnerstag über Brandenburg hinweg. Das Wichtigste in Kürze:

Vier Menschen kamen im Land Brandenburg ums Leben. Eine weitere Person starb in Berlin-Tegel. In ganz Deutschland soll Xavier noch weitere Leben gefordert haben.
– Sturmböen mit bis zu 120 Stundenkilometern über Nordbrandenburg.
– Schlösser und Parks geschlossen , ebenso IGA und Berliner Zoos.
– Zahlreiche Schüler vorzeitig nach Hause geschickt .
Bahnverkehr in ganz Norddeutschland eingestellt, auch Strecken von und nach Berlin betroffen, Nahverkehr in Potsdam eingestellt.

Liveticker vom Sturmtag zum Nachlesen >

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Im ganzen Land entwurzelte Bäume, hunderte zerstörte Autos, viele beschädigte Straßen und Wege: Sturmtief „Xavier“ hat am 5. Oktober auch in Brandenburg gewütet. Wir zeigen die Bilder der Verwüstung.

Zur Bildergalerie

Bilanz der Polizei Brandenburg (Stand Donnerstag 21.30 Uhr)

Mit rund 750 witterungsbedingten Einsätzen hatte Polizei des Landes Brandenburg am Donnerstagnachmittag ab 14 Uhr zu kämpfen. Durch umgestürzte Bäume und Unfälle während des Durchzuges des Sturmtiefs „Xavier“ ereigneten sich 22 Verkehrsunfälle mit Personenschaden und über 100 Verkehrsunfälle mit Sachschaden. Vier Menschen kamen dabei ums Leben und 24 wurden verletzt.

Zwischen 14 und 20 Uhr gingen im Einsatz- und Lagezentrum der Polizei des Landes Brandenburg etwa 4.500 Notrufe ein. An einem „normalen“ Tag sind es sonst durchschnittlich ca. 1.000 Notrufe in 24 Stunden. Zeitgleich wählten in Spitzenzeiten bis zu 60 Anrufer gleichzeitig den Notruf der Polizei.

Vier Tote in Brandenburg

Traurige Bilanz (Stand Donnerstag 21.30 Uhr): Der Sturm vom Donnerstag hat in Brandenburg vier Menschen das Leben gekostet:

– Um 16:52 Uhr wurde ein Verkehrsunfall im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gemeldet. Auf der L19 zwischen Lindow (Mark) und Schönberg (Mark) verunfallte ein Pkw aufgrund eines herabstürzenden Astes. Dabei kam ein 26-jähriger Beifahrer ums Leben. Ein anderer Polizeisprecher sprach von einem 27-Jährigen.

Autofahrer in Lindow vom Sturm getötet

– Kurz nach 17 Uhr fuhr ein PKW im Landkreis Oberhavel in einen Graben, anschließend stürzte ein Baum auf den PKW. Die 54-jährige Fahrerin wurde dabei tödlich verletzt.

Orkantief fordert ein Todesopfer bei Gransee

– Gegen 18 Uhr stürzte auf der Kreisstraße 6718 zwischen Merz und Ragow, Landkreis Oder-Spree , ein Baum auf einen fahrenden PKW. Dabei wurde ein 33-Jähriger tödlich verletzt.

– Ein 72-jähriger Fußgänger starb auf der B1 im Landkreis Märkisch-Oderland zwischen Müncheberg und Hoppegarten. Er wollte gegen 18 Uhr die Straße beräumen und ist dabei von einem umstürzenden Baum erschlagen worden.

Auch in Berlin-Tegel ist eine Frau getötet worden. Ein Baum stürzte nach Angaben der Feuerwehr am Donnerstag in der Straße Schwarzer Weg auf ihr Auto. Das gleiche Schicksal ereilte eine Frau in Hamburg, die ebenfalls in ihrem Auto ums Leben kam, wie die Feuerwehr bestätigte.

Im Laufe des Tages fegen Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten um 85 Stundenkilometer sowie schwere Sturmböen zwischen 90 und 120 Stundenkilometern über das Land hinweg. Vereinzelt traten auch orkanartige Böen mit noch höheren Geschwindigkeiten auf.

Bahnverkehr in ganz Norddeutschland eingeschränkt

Die Deutsche Bahn hatte am Donnerstagnachmittag wegen des nahenden Sturms „Xavier“ auch die Fernverkehrsstrecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg eingestellt. Das teilte ein Bahnsprecher in Berlin mit. Man wolle damit vermeiden, dass Züge auf offener Strecke liegenbleiben.

Das Sturmtief hatte zuvor den Bahnverkehr in ganz Norddeutschland lahmgelegt. Die Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen und auch den S-Bahnverkehr in Hamburg bis auf weiteres ein. Ursache waren auf die Gleise oder in die Oberleitungen gewehte Bäume. Zugreisende werden gebeten, online unter www.bahn.de ihre Reiseverbindung zu prüfe

Zahlreiche Schäden in ganz Brandenburg

Teltow-Fläming: Derweil kam es im ganzen Bundesland zu zahlreichen Schäden. In Blankenfelde-Mahlow, Ludwigsfelde, Zossen und Umgebung wurden unzählige Bäume entwurzelt. Sie fielen auf Straßen und Bahnlinien und sorgten für Chaos in der Region. Selbst die Feuerwehr saß auf dem Weg zum Einsatz fest und musste erst die Bäume vor sich auf der Straße beseitigen, bevor sie anderen helfen konnte.

Dahme-Spreewald : Auch im Dahmeland wütete Xavier – und legte den öffentlichen Nahverkehr stundenlang nahezu still. Vor allem für die Feuerwehren gab es, wie immer bei solch extremen Wetterlagen, viel zu tun.

Havelland : Im Osthavelland lag auf der B 273 nördlich von Nauen lag alle 100 Meter ein umgestürzter Baum, mehrere fielen auf Autos. Es gab drei Leichtverletzte. In Brieselang stürzten in der Pappelallee etliche Bäume um, teils auf Häuser. Auch im Westhavelland hat Xavier eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Oberhavel : Oberhavel erreichte Xavier gegen 16 Uhr. Sturmböen kippten überall im Kreis Bäume um und führten zu Schäden an Gebäuden. In Schönermark bei Gransee kam eine Person in einem Auto ums Leben, als sich ein Ast durch die Windschutzscheibe bohrte.

Prignitz:
Auch in der Prignitz wird man diesen Nachmittag wohl nicht so schnell vergessen. Das Tief Xavier wütete über der Region – manche Orte waren zeitweise nicht zu erreichen, der Bahnverkehr war unterbrochen und die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. In Pritzwalk wurde die Jahnschule zum Teile abgedeckt. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt.

Ostprignitz-Ruppin : Eines der vier Sturmopfer starb bei Lindow. Dutzende Bäume waren umgestürzt, es gab Stromausfälle, der Bus- und Bahnverkehr war unterbrochen. In der Region um Kyritz mussten mehrere Häuser evakuiert werden.

Brandenburg/Havel: Die Sturmwarnung hat das Rathaus lahmgelegt und viele weitere Schäden angerichtet.

Potsdam-Mittelmark: Weil Sturm Xavier wütete, hat die zwischen Pritzerbe und Kützkow pendelnde Havelfähre vorübergehend den Betrieb eingestellt. Für Autofahrer bedeutet die Unterbrechung des Betriebes lange Umwege.

Potsdam: In Potsdam wurde der öffentliche Nahverkehr für mehrere Stunden eingestellt. Viele Straßen waren durch umgestürzte Bäume und Äste blockiert.

Unterricht in vielen Schulen abgesagt

Nach MAZ-Informationen haben zahlreiche Schulen ihre Schüler vorzeitig nach Hause geschickt. Laut Bildungsministerium habe es keine generelle Anweisung gegeben, jede Schule regelt das für sich. In Potsdam wurden demnach alle Schüler der weiterführenden Schulen am Vormittag entlassen.

Etliche Einschränkungen für Touristen

Wegen des Sturms schlossen am Donnerstag die meisten Parks und Gärten der Schlösser-Stiftung in Potsdam und Berlin. Auch die meisten Schlösser waren nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Die notwendigen Vorbereitungen seien bereits am Vormittag getroffen worden, so Sprecher Frank Kallensee, die entsprechenden Ausschilderungen vorhanden. Aufgrund möglicher Schäden und Aufräumarbeiten gebe es zudem voraussichtlich Einschränkungen für die Besucher in den nächsten Tagen.

Der Park Sanssouci bleibt am Donnerstag geschlossen

Der Park Sanssouci bleibt am Donnerstag geschlossen.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Auch der Wildpark Johannismühle blieb für Besucher geschlossen – und wurde vom Sturm beschädigt. Die Sicherungsarbeiten am Gehege der Grauwölfe gestalteten sich sehr schwierig. Das Polarwolfgehege konnte allerdings erfolgreich gesichert werden. Die Arbeiten dauern bis spät in die Nacht an. Auch am Freitag wird der Wildpark geschlossen bleiben.

Wegen des Unwetters blieb auch die Internationale Gartenausstellung (IGA) in Berlin-Marzahn geschlossen. „Die Schließung des IGA-Geländes dient der Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher“, teilten die Veranstalter mit. Auch Zoo und Tiergarten schlossen um 14 Uhr ihre Pforten. „Elefanten, Zebras und Giraffen (...) ziehen sich sicherheitshalber in ihre Stallungen zurück“, hieß es.

Von MAZonline

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