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Brandenburg Vogelgrippe: Freilandeier werden knapp
Brandenburg Vogelgrippe: Freilandeier werden knapp
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00:18 20.02.2017
Eier aus der Freilandhaltung gibt es bald nicht mehr in Brandenburg – wegen der Stallpflicht. Quelle: dpa
Potsdam

Die Bedrohung durch die Vogelgrippe bringt Brandenburgs in Geflügelhalter in Bedrängnis. Durch die seit November geltende Stallpflicht werden die Freilandeier knapp. Betriebe, die sich auf den Verkauf dieser Eier spezialisiert haben, müssen Umsatzeinbrüche von 45 Prozent und mehr hinnehmen. Hintergrund: Die Eier dürfen nicht mehr als Freiland deklariert werden, wenn Hühner länger als zwölf Wochen im Stall stehen. Diese Frist läuft in Brandenburg nun aus. Die Stallpflicht gilt seit 25. November.

Eier müssen umdeklariert werden

Legehennenhalter stehen nun vor logistischen und finanziellen Problemen. „Die Eier müssen anders gekennzeichnet werden“, erklärt Christiane von Alemann, Sprecherin des Verbands der Deutschen Geflügelwirtschaft. „Die Erzeuger müssen die Eier mit einer Zwei für Bodenhaltung deklarieren statt mit einer Eins für Freilandhaltung.“

Außerdem muss die Verpackung geändert werden. Damit die Freilandeier-Produzenten nicht massenhaft neue Kartons kaufen müssen, hat sich die Branche mit dem Bund auf eine Aufkleber-Lösung verständigt.

Kommt es zum Preisrutsch?

In den Supermärkten könnte es zu einem Preisrutsch kommen, da es schon genügend Bodenhaltungseier gibt. Die Produzenten haben das Nachsehen: Freilandeier sind in etwa vier Cent teurer als Bodenhaltungseier. „Das ist für die Erzeuger ein spürbarer Betrag“, von Alemann. Die Geflügelwirtschaft verhandelt derzeit mit Supermarktketten darüber, ob die Eier ohne Preisabschlag in den Handel kommen. Erfolgreich waren sie bisher bei Edeka und der Discount-Tochter Netto. Christina von Alemann hofft, dass sich weitere Abnehmer „solidarisch“ zeigen. „Die Freilandhaltung ist schließlich gesellschaftspolitisch gewollt.“

Bei Bio-Eiern sieht die Situation anders aus. „Sie bleiben Bio trotz der Stallpflicht, weil Bio mehr bedeutet als draußen frei umherlaufen zu können“, erklärt Annett Reinke von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Für Bio-Hühner gilt: Sie verlieren ihr Siegel, wenn sie länger als ein Drittel ihres Lebens im Stall verbringen. Bei einer Lebenserwartung von 80 Wochen und mehr haben die Öko-Betriebe also noch Spielraum.

120.813 Tiere mussten sterben

Die Geflügelpest wurde bisher in sieben märkischen Betrieben amtlich festgestellt. 120 813 Tiere wurden getötet, darunter Hühner, Enten und Puten. Die betroffenen Halter werden von der Tierseuchenkasse entschädigt. Ob die Hennenhalter für den drohenden Preisverfall entschädigt werden, ist offen. Da es sich bei der 12-Wochen-Frist um eine EU-Verordnung handele, müsste man bei einer etwaigen Entschädigung auch an Brüssel denken, sagte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) nun im Agrarausschuss.

Ein Ende der Stallpflicht ist nicht in Sicht. „Die Lage ist nach wie vor angespannt“, sagte Verbraucherschutzminister Stefan Ludwig (Linke) und verwies auf die hohen Fallzahlen in Deutschland, Polen und Frankreich. „Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass sich die Bedrohungssituation in Kürze ändert.“ Baden-Württemberg kam den Freiland-Haltern mit einem Trick entgegen und unterbrach die Stallpflicht kurzerhand für einen Tag. So konnten die Tiere ins Freie, die Eier mussten nicht umdeklariert werden. Für Minister Ludwig kommt dies nicht in Frage. „Das wäre den Verbrauchern gegenüber unehrlich“, sagte er.

Von Torsten Gellner

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