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Brandenburg Vogelgrippe breitet sich weiter aus
Brandenburg Vogelgrippe breitet sich weiter aus
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12:57 25.02.2017
Quelle: dpa
Potsdam

Im Land Brandenburg sind in diesem Winter inzwischen schon drei Dutzend Fälle von Geflügelpest nachgewiesen worden. Nach den ersten drei Fällen Ende vergangenen Jahres war im Januar das H5N8-Virus in zwölf weiteren Fällen gefunden worden und im Februar bislang in 21 Fällen. Dies geht aus einer Übersicht des Verbraucherschutzministeriums hervor.

In 25 Fällen waren Wildvögel betroffen, in elf Fällen ging es um Hausgeflügel beziehungsweise Zoo-Vögel. Einen Schwerpunkt bei Hausgeflügel wie Enten und Puten bildete der Kreis Märkisch-Oderland mit allein sechs Fällen. Bei den Wildvögeln wurde der Erreger besonders oft im mittleren und südlichen Bereich Brandenburgs nachgewiesen, dagegen blieben unter anderem die Kreise Prignitz und Ueckermark laut Übersicht zunächst verschont.

Kritik an landesweiter Stallpflicht

Wegen der Geflügelpest sind bereits weit mehr als 100.000 Enten und Puten in Mastanlagen getötet worden. Unter den Opfern der Seuche waren aber auch schon Schwäne, ein Bussard oder eine Möwe. Schon seit dem 15. November vergangenen Jahres gilt in ganz Brandenburg die Stallpflicht für Geflügelhalter. Damit soll verhindert werden, dass sich der Erreger von Wildvögeln auf Hausgeflügel überträgt und so weiter ausbreiten kann. Einige Kleintierzüchter empfinden die rigide Anordnung als reine Schikane. Die Vögel würden darunter leiden, Tag und Nacht eingesperrt zu sein.

Tierparks beklagen finanzielle Einbußen

Die betroffenen Tierparks haben ganz andere Sorgen: Sie leiden unter den finanziellen Einbußen der Schließungen. Dem Tierpark Cottbus beispielsweise, der wegen Fällen von Geflügelpest über mehrere Wochen schließen musste, sind rund 25.000 Euro an Eintrittsgeld verloren gegangen. Gut zwei Wochen wird es wohl noch dauern, bis der Tierpark Kunsterspring (Ostprignitz-Ruppin) wieder für Besucher geöffnet werden kann. Dort waren Ende Januar zwei Vögel mit dem Virus H5N8 entdeckt und daraufhin 90 Tiere getötet worden.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte jüngst erklärt, einen so massiven und langwierigen Vogelgrippeausbruch habe es noch nie zuvor gegeben. Bundesweit sind schon mehr als eine halbe Million Tiere in Beständen mit nachgewiesener Geflügelpest getötet worden. Wie die einzelnen Tiere sich genau infizieren, ist noch unklar. Für Menschen gelten die aktuellen Viren als ungefährlich.

Von MAZonline