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Vogelmörder jagen geschützte Arten

Uckermark: 5000 Euro Belohnung Vogelmörder jagen geschützte Arten

„Beispiellose Serie von Umweltverbrechen“: Seit Jahren machen Unbekannte in der Nähe von Prenzlau (Uckermark) Jagd auf geschützte Greifvögel. Von den Tätern fehlt immer noch jede Spur. Das Komitee gegen den Vogelmord lobt jetzt eine hohe Belohnung aus.

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Seeadler gehören in Deutschland zu den streng geschützten Tieren.

Quelle: dpa

Prenzlau. Seit Jahren treiben Vogelfänger und -mörder in der Uckermark ihr Unwesen, seit Jahre ermittelt die Polizei wegen des Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Doch noch immer fehlt von den Tätern jede Spur. Das Komitee gegen den Vogelmord e.V. hat jetzt eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen. Das teilte das Komitee am Dienstag mit.

Falle mit lebenden Lockvögeln

Zuletzt wurden im Januar unweit von Arendsee bei Prenzlau eine Falle für den Fang streng geschützter Greifvögel sowie zwei frisch getötete Habichte und einen Sperber gefunden. Um Greifvögel anzulocken, hatte der Vogelfänger eine lebende Taube mit einer Schnur an einem so genannten Habichtfangkorb gebunden. Ein weiterer Lockvogel saß in einem Käfig. Falle und Ködertauben wurden von der Polizei sichergestellt.

Der bei Arendsee entdecke Habichtfangkorb

Der bei Arendsee entdecke Habichtfangkorb.

Quelle: Komitee gegen den Vogelmord

Mindestens 39 Großvögel getötet

Der Fund von Ende Januar ist laut Komitee der vorläufige Höhepunkt einer bundesweit beispiellosen Serie von Greifvogel- Tötungen in dem Gebiet rund um die kleine Ortschaft Arendsee, etwa 15 Kilometer westlich von Prenzlau. Nach Angaben der Erfassungs- und Dokumentationsstelles für Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität (E.D.G.A.R.) sind seit 1997 in diesem Gebiet mindestens 39 geschützte Großvögel vergiftet, abgeschossen oder erschlagen aufgefunden worden. Im Einzelnen handelt es sich um 26 Seeadler, 6 Mäusebussarde, 2 Habichte, 2 Kolkraben sowie jeweils einen Sperber, einen Rauhfußbussard und einen Rotmilan. Außerdem wurden seit dem Jahr 2005 mindestens fünf verbotene Greifvogel-Fallen sowie mehrere nachweislich vergiftete Fleischköder entdeckt.

Hohe Dunkelziffer

Da es sich bei den bisher erfassten Fällen fast ausschließlich um Zufallsfunde aus einer relativ abgelegenen Gegend handelt, rechnet das Komitee mit einer sehr hohen Dunkelziffer. „Wir gehen davon aus, dass rund um Arendsee in den letzten Jahren eine dreistellige Zahl an Greifvögel illegal getötet wurde“, sagt Komitee-Sprecher Axel Hirschfeld. Es handele sich laut Hirschfeld um eine „bisher beispiellose Serie von Umweltverbrechen mit dramatischen Folgen für den Erhalt bedrohter Greifvögel in der Region und darüber hinaus“.

Greifvögel sind streng geschützt

Greifvögel gehören zu den durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Tierarten. Das Nachstellen, der Fang oder die Tötung dieser Arten sind Straftaten, die mit hohen Geldstrafen oder bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden können.

Hinweise an die Polizei oder das Komitee

Zeugen, die Hinweise auf die Täter geben können, werden gebeten, sich entweder an die Polizei in Prenzlau, Tel. (03984) 35-0, oder an das Komitee gegen den Vogelmord, Tel. (0228) 665521, zu wenden.

Von MAZonline

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