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Brandenburg Vogelsänger (SPD) bremst Naturausstellung aus
Brandenburg Vogelsänger (SPD) bremst Naturausstellung aus
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18:09 26.01.2016
Der ehemalige Truppenübungsplatz Lieberose. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Die Chancen auf eine Internationale Naturausstellung in der Lieberoser Heide stehen schlecht. Trotz millionenschwerer Unterstützung aus dem Bund weigert sich Brandenburg, in die Kofinanzierung des Projekts einzusteigen. Daran änderte auch ein Arbeitstreffen zwischen Bund und Land am vergangenen Montag nichts.

Es gebe keinen neuen Stand, sagte Jens-Uwe Schade, Sprecher von Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD). Bereits im Dezember hatte Vogelsänger erklärt, dass das Land nicht beabsichtige, den Finanzierungsanteil von rund 820 000 Euro beizusteuern, ohne nähere Gründe zu nennen. Es gebe andere Prioritäten, heiß es. Der Bund hat dagegen 4,7 Millionen Euro für die Umsetzung in Aussicht gestellt.

Ballon über dem Militärgelände geplant

Mit der Naturausstellung würde Brandenburg Neuland betreten. Nach Vorbild einer Internationalen Bauausstellung soll am Beispiel des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lieberoser Heide gezeigt werden, wie sich Tourismus, Naturschutz und Regionalentwicklung unter einen Hut bringen lassen. Herzstück der Ausstellung soll ein Naturerlebniszentrum sein, daneben soll es ein Wildniscamp und verschiedene Lehrpfade geben. Besucher sollen sich per Fesselballon einen Überblick über die Moränenlandschaft verschaffen können.

Grüne: Vogelsänger bremst

Benjamin Raschke, Umweltexperte der Grünen, warf Vogelsänger vor, auf die Bremse zu treten. „Er blockiert ein Projekt, auf das in der Region große Hoffnungen gesetzt werden und dessen Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus gehen könnte.“

Das Ministerium wies die Kritik zurück. „Nicht jedes Naturschutzgroßprojekt ist ein Naturschutzprojekt des Landes“, hieß es. Daher würde man nicht Träger der Ausstellung. Dennoch engagiere sich das Land für die Region – etwa mit der Beseitigung von Munition oder dem möglichen Bau eines Rad- und Forstweges. Zudem habe man früher bereits Waldflächen bereitgestellt. Darüber hinaus könne die Region selbst Fördermittel für die ländliche Entwicklung beantragen.

Von Torsten Gellner

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