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Brandenburg Vor Landratswahl: FPÖ-Schützenhilfe für AfD
Brandenburg Vor Landratswahl: FPÖ-Schützenhilfe für AfD
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08:04 06.04.2016
Harald Vilimsky, Alexander Gauland und Andreas Kalbitz (v.l.) Quelle: Ulrich Wangemann
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Nauen

Unmittelbar vor der Landratswahl im Kreis Havelland am kommenden Sonntag hat die Alternative für Deutschland (AfD) am Dienstagabend prominente Unterstützung aus Österreich erhalten: Der Generalsekretär der rechtsnationalen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) und EU-Parlamentarier Harald Vilimsky sprach in Nauen (Havelland) auf Einladung des AfD-Landesvorsitzenden Alexander Gauland.

Vilimsky: Interkontinentale Völkerwanderung zugunsten der Konzerne

Vilimsky ist ein scharfer Kritiker der Außen- und Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Seine Partei kommt nach aktuellen Umfragen in Österreich derzeit auf rund 30 Prozent und wäre damit stärkste Partei der Alpenrepublik. „Die Politik der offenen Grenzen hat verbilligte Produktionsmöglichkeiten und Absatzmärkte geschaffen“, sagte Vilimsky in Nauen vor 150 Teilnehmern. Jedes Land müsse einen eigenen Arbeitsmarkt haben. „Es ist durchsichtig, dass sich die großen Konzerne die nächste Generation von Billigarbeitern ins Land holen.“ Zur Einladung durch die märkische AfD sagte Vilimsky: „Ich bin zutiefst erfreut. Nach Jahrzehnten meines politischen Wirkens findet man endlich eine Partei vor, die sich mit uns in einen Dialog begibt.“ Es gehe darum, die kulturelle Identität im 21. Jahrhundert zu bewahren. „Ich will dazu beitragen, Kompetenzen vom europäischen Moloch zurückzuholen, wo auf etwas mehr als 700 Mandatäre 30 000 Lobbyisten kommen.“

Hocke und Poggenburg mit Sonderapplaus begrüßt

Auch André Poggenburg, der bei der Landtagswahl erfolgreiche AfD-Chef von Sachsen-Anhalt, war ins Steakhaus im Nauener Zentrum gekommen. Er bekam Sonderapplaus, ebenso Björn Höcke, Chef der Partei in Thüringen.

Der brandenburgische AfD-Fraktionsvize Andreas Kalbitz sagte: „Wenn Überfremdung droht, wird demokratischer Widerstand zur staatsbürgerlichen Pflicht.“ Vilimsky sprach von einer „interkontinentalen Völkerwanderung“. Landratskandidat Gersch verteidigte das Image Nauens, wo mutmaßliche Neonazis im August 2015 eine Turnhalle angezündet hatten, die zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut werden sollte: „Diese Stadt hat sich nicht verändert, nur weil ein Verwirrter eine Turnhalle anzündet – er ist ein stinknormaler Verbrecher.“

Gauland: FPÖ zeigt, wie man sozialdemokratische Arbeiter gewinnt

„Ich kenne das Programm der FPÖ nicht so gut. Das ist auch nicht mein Punkt“, sagte Gauland. Es sei klug und richtig, Vilimsky einzuladen, auch wenn dieser umstritten sei. Das bringe die nötige mediale Aufmerksamkeit. „Damit ist der Zweck erfüllt.“ Was die FPÖ leiste, sei „für uns Vorbild“, so Gauland. „Sie hat uns vorgemacht, wie man den sozialdemokratischen Arbeiter gewinnen kann.“

AfD-Chefin Frauke Petry hatte im sächsischen Landtagswahlkampf 2014 noch Distanz zur FPÖ gezeigt. Doch am 13. Februar probten beide Parteien in Düsseldorf den Schulterschluss, als der österreichische Parteichef Heinz-Christian Strache einen AfD-Parteikongress besuchte. 850 Anwesende skandierten „Merkel muss weg!“ – eine Forderung, die Vilimsky in Nauen wiederholte.

Die FPÖ – einst die Partei des 2008 tödlich Verunglückten Jörg Haider – bildet im Europäischen Parlament eine Fraktion mit dem französischen Front National (FN), der italienischen Lega Nord, der niederländischen Partij voor de Vrijheid und dem polnischen Kongress der Neuen Rechten.

Von Ulrich Wangemann

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