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Brandenburg Wahlumfrage: Gauland-AfD überholt die Linken
Brandenburg Wahlumfrage: Gauland-AfD überholt die Linken
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14:36 19.03.2016
AfD-Chef Alexander Gauland Quelle: dpa
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Potsdam

Knapp eine Woche nach dem Superwahlsonntag von Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg ist die Alternative für Deutschland (AfD) auch in Brandenburg im Aufwind. Wenn an diesem Sonntag der Landtag neu gewählt werden würde, käme die AfD auf 19 Prozent. Mit dem Stimmenzuwachs von 6,8 Prozent im Vergleich zur Wahl 2014 läge die AfD damit gleichauf mit der CDU (- 4 Prozent). Die AfD wäre erstmals stärker als die mitregierende Linke, der 16 Prozent (-2,6) der Wähler ihre Stimme geben würden. Das geht aus dem Brandenburg-Barometer des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor, das im Auftrag der MAZ erstellt worden ist.

Knappe Mehrheit für SPD und Linke

Die SPD würde mit 31 Prozent leicht verlieren (-0,9), die Grünen würden mit sieben Prozent (+0,8) leicht gewinnen. Die FDP bliebe mit drei Prozent (+1,5) außerhalb des Parlaments. Anders als in den drei Bundesländern vor einer Woche würde sich die politische Landschaft in Brandenburg trotz des Zuwachses bei der AfD nicht dramatisch verändern. SPD und Linke kämen auf eine knappe Regierungsmehrheit.

Meinungen zur AfD gehen weit auseinander

Nicht von der Umfrage erfasst werden konnte, ob die Freien Wähler wieder in den Landtag einziehen würden. Sie hatten im Herbst 2014 durch die Grundmandatsklausel drei Sitze erhalten, nachdem Christoph Schulze seinen Wahlkreis gewonnen hatte.

Die Meinungen zur AfD gehen in Brandenburg weit auseinander. 19 Prozent der Märker – und damit etwas mehr als die Bundesbürger insgesamt – glauben, dass die AfD tatsächlich etwas zur Lösung der Probleme im Land beitragen kann. Die große Mehrheit jedoch (70 Prozent) vertritt die Ansicht, dass sich die AfD im Wesentlichen darauf beschränkt, Parolen zu verbreiten, durch die an den Verhältnissen in Deutschland nichts geändert wird.

Nur vier Prozent sind mit der AfD-Arbeit zufrieden

Die Partei sitzt seit Ende 2014 im Brandenburger Landtag. Nur eine kleine Minderheit von vier Prozent ist nach anderthalb Jahren der Auffassung, dass die zehnköpfige Fraktion um ihren Vorsitzenden Alexander Gauland politisch schon etwas zum Besseren bewirkt hat. Bei den AfD-Anhängern ist der Eindruck nur leicht besser: Hier stellen 14 Prozent der Fraktion ein gutes Zeugnis aus.

Quelle: Forsa

Allerdings ist die Fraktion im Potsdamer Landtag auch weitgehend isoliert und kann beispielsweise keine gemeinsamen Anträge mit den anderen Oppositionsfraktionen einbringen. Die eta­blierten Parteien werfen der AfD ein rechtsgerichtetes bis extremistisches Weltbild vor und arbeiten daher nicht mit ihr zusammen. Das finden die Wähler mehrheitlich richtig. Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) begrüßen es, dass die CDU bislang eine Zusammenarbeit mit der Partei strikt ablehnt.

Die AfD – eine normale Partei?

Eine normale demokratische Partei ist die AfD für jeden vierten Brandenburger. Knapp zwei Drittel der Befragten verorten die Gauland-Partei am äußersten rechten Rand des Parteienspektrums. Bei den AfD-Wählern hingegen stimmen 84 Prozent der Befragten der Aussage zu, dass die AfD eine normale demokratische Partei ist. Ebenso viele Anhänger glauben, dass sich die AfD dauerhaft in der politischen Landschaft etabliert.

Wer die AfD nicht wählt, sieht keine Zukunft für die Partei: Zwei Drittel erwarten, dass der Erfolg der politischen Newcomer ähnlich wie bei früheren Parteien des rechten Spektrums nicht von Dauer sein wird.

Auch bei Bundestagswahl vor den Linken

Könnten die Brandenburger am kommenden Sonntag auch den Bundestag wählen, käme die CDU auf 28 Prozent, die SPD auf 21 Prozent und die AfD auf 18 Prozent. Der Linken würden 16 Prozent der Stimmen zuteil, den Grünen acht Prozent, der FDP vier Prozent.

Für die repräsentative Umfrage wurden zwischen dem 14. und 17. März 1003 Brandenburger nach einem systematischen Zufallsprinzip telefonisch interviewt.

Von Torsten Gellner

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