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Brandenburg Trotz Brandgefahr: Forstverwaltung will keine Wälder sperren
Brandenburg Trotz Brandgefahr: Forstverwaltung will keine Wälder sperren
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02:17 31.05.2018
Die Hitzewelle erhöht auch die Gefahr für Waldbrände. Quelle: Julian Stähle (Symbolbild)
Potsdam

Wegen Hitze und Trockenheit ist die Waldbrandgefahr in Brandenburg extrem hoch. „Der kleineste Funke reicht aus“, sagt Carsten Lessner, Chef der Forstverwaltung im Landwirtschaftsministerium. Lessner geht davon aus, dass ab Dienstag landesweit die höchste Waldbrandstufe 5 gilt – Montagnachmittag war noch Stufe 4 für die Kreise Oberhavel und Märkisch-Oderland festgelegt.

An eine Sperrung der Wälder, wie sie rechtlich bei einer solchen Stufe erlaubt ist, denkt die Forstverwaltung aber nicht: „Das ist eher kontraproduktiv: Spaziergänger melden Brände mit ihren Handys sehr schnell – das hilft uns sehr“, so Lessner. Er mahnt aber: 50 Meter Mindestabstand zum Wald beim Entfachen von Lagerfeuer oder Grillkohle würden bei starkem Wind nicht ausreichen.

30 Hektar sind in diesem Jahr in Flammen aufgegangen

93 Brände hat die Forstverwaltung in diesem Jahr gezählt, dabei gingen 30 Hektar in Flammen auf. „Das ist noch im normalen Rahmen – es war noch kein Großbrand dabei“, sagt Lessner. Dennoch gelte höchste Alarmbereitschaft. 107 Kameras, montiert auf Funkmasten oder den ehemals bemannten Beobachtungswarten, scannen von Türmen die Landschaft nach Rauch. 2017 hatte es auf mehr als 300 Hektar gebrannt. Vor allem die für Löschkräfte weitgehend unzugänglichen, weil munitionsbelasteten Truppenübungsplätze hatten gelitten. Auch in der aktuellen Saison sei es schon zu kleinen Bränden gekommen, nachdem sich Phosphor-Munition in der Hitze selbst entzündete, so Lessner.

„Für die Bäume bedeutet die Hitze enormen Stress, sie müssen jetzt ihre neuen Triebe stabilisieren“, sagt der Forst-Chef. Die aber hingen jetzt schlaff herunter. Für Forstexperten sei es „völlig neu, dass wir eine solch extreme Hitze schon im Mai gibt – das ist eigentlich Juli- und August-Wetter.“

Die Landwirte trifft das Wetter besonders hart

Hart trifft es auch die Landwirte. „Im Süden des Landes und in Ostprignitz-Ruppin sind unserer Schätzung nach 20 bis 30 Prozent des Getreides unwiederbringlich geschädigt“, sagt Thorsten Mohr, Verantwortlicher für Pflanzenbau beim Bauernverband. Landesweit liege die Schadensquote bei etwa zehn Prozent. „Dieses Getreide ist jetzt schon braun, die Pflanzen sterben ab, so Mohr. Derzeit sei die Situation „ernst, aber nicht dramatisch“. Sollte die Hitze noch zwei Wochen andauern, werde die Lage bedrohlich.

Gemüse- und Obstbauern behelfen sich mit künstlicher Bewässerung, doch das lässt die Kosten steigen. „Ein Mitgliedsbetrieb mit 50 Hektar hat fast 1000 Euro Bewässrungskosten pro Tag“, berichtet Andreas Jende, Chef des Gartenbauverbands. Er bezweifelt, dass die Kosten über höhere Verkaufspreise wieder eingespielt werden könnten. „Wenn Lieferungen aus Spanien oder der Türkei eintreffen, gerät der Preis schnell unter Druck“, so Jende.

Der Wasserstand der Oder stark gesunken

Stark gesunken ist der Wasserstand an der Oder. Dort erreichte der Pegel Frankfurt (Oder) mit 1,47 Metern lediglich die Hälfte seines jährlichen Mittelwerts. Vereinzelt mussten Fahrgastschiffe Anleger meiden, die Schifffahrt insgesamt ist aber noch möglich.

Bis Mittwoch werden die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst in Potsdam noch Rekordwerte von 30 bis 33 Grad erreichen. Ab dann gehe es leicht abwärts. „Angenehme 23 bis 25 Grad sind dann zu erwarten“, sagte eine Sprecherin. Wärmegewitter seien möglich. Eine Regenfront ist nicht auszumachen.

Von Ulrich Wangemann

Heute und morgen bleibt es heiß – und trocken. Zwar könnte es vereinzelt Gewitter und Schauer geben, aber selbst das verringert das Waldbrandrisiko nur sehr gering.

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