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Brandenburg Nüsse trotz Walnussfruchtfliege essbar
Brandenburg Nüsse trotz Walnussfruchtfliege essbar
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16:40 28.11.2018
So appetitlich sahen die Walnüsse diesen Herbst an den Bäumen nicht überall aus. Quelle: Dietmar Schäfer
Potsdam

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Die starke Verbreitung der Walnussfruchtfliege, auch Walnussschalenfliege genannt, in Brandenburg beunruhigt auch viele Hobbygärtner. Was bedeutet das Einfallen des aus Nordamerika stammenden Schädlings eigentlich für die Nüsse im eigenen Garten? Gerade jetzt in der Adventszeit sind Nüsse ja nicht ganz unwichtig. Leider kann es für die Besitzer von Nussbäumen diesen Herbst unter Umständen tatsächlich schlecht aussehen.

„Der Schaden an den Nüssen durch die Walnussfliegen hängt vom Zeitpunkt des Befalls im Jahr und von den Witterungsbedingungen ab“, teilt Ulrike Holz vom Pflanzenschutzdienst des Landesamts für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung mit. Haben die Fliegen mit den charakteristisch gestreiften Flügel ihre Eier ziemlich früh, also ab Anfang Juli abgelegt, dann sind wegen der Zerstörung der Schalen auch die Nüsse verkümmert. Die Ernte dürfte dann mau ausgefallen sein.

Obstbauern berichten von Verlusten

„Ganz schlimm“, ist es laut Holz rund um Berlin, von wo aus die Fliegen sich ins Land verbreiteten. Dort sei die Nussernte zum Teil vollkommen ausgefallen. Das bestätigt auch der Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Werder, Walter Kassin. „Es ist schon ganz schön derbe in der Region“, sagt er. „Teilweise war die ganze Ernte schwarz, teilweise die Hälfte, teilweise nur ein Drittel“, so Kassin. Von Schäden berichte aber nahezu jeder Besitzer eines Nussbaumes.

Erschwerend kommt laut Herbst in Berlin und Brandenburg nämlich hinzu, dass es hier gleich zwei Arten dieser Invasoren gebe. Die hier ebenfalls eingefallene Ostküstenfruchtfliege lege ihre Eier sogar noch früher als die von der Westküste.

Legten die Fliegen ihre Eier aber spät, etwa erst Ende August, dann sind zwar die grünen Schalen von Maden befallen, die eigentlichen Nüsse im Innern können aber durchaus normal ausgebildet sein. Das muss aber nicht bedeuten, dass die Nüsse essbar sind.

Bis zur eigentlichen Nussschale oder gar in die Nüsse selbst dringen die Fliegenmaden zwar nicht vor, sie verhindern aber oft das Aufplatzen der äußeren grünen Schale, so dass es rund um die Nuss feucht bleibt und sich dort Schimmel bilden kann.

Die Trockenheit half den Nüssen

„Im Jahr 2018 war es in Brandenburg aber sehr trocken“, sagt Holz. Damit hätte sich selbst unter den mit Fliegen befallenen grünen Schalen kaum Schimmel in der eigentlichen Nuss bilden können. „Viele Nüsse zeigen einen guten Kern“, sagt Holz.

Die wichtigste Prüfung für Nüsse –und anderes Obst –sei die auf Schimmel. Zeigen sich feine wattebauschartige Fäden von Weiß bis Dunkelgrau, heißt das: Wegwerfen! Die Schimmelpilze enthalten sogenannte Aflatoxine, die krebserregend sind, Nierenbluten und Herzversagen hervorrufen können.

Verschieden stark befallene Walnüsse. Quelle: LELF

Nicht unbedingt ein Alarmzeichen ist dagegen eine schwarze Haut um die Nuss. Es kann sich einfach eine Schutzschicht über dem Kern handeln. Ist dieser Kern selbst hell und schimmelfrei, kann er mitsamt Schutzhaut ohne Bedenken verzehrt werden.

Das Problem der Walnussfruchtfliege werde uns wohl noch eine Weile beschäftigen, möglicherweise noch stärker als bisher, sagt Holz. So habe es im Fläming zum Beispiel zwar noch keine massive Schäden gegeben, nachgewiesen worden sei die Fliege dort aber sehr wohl. Der Pflanzendienst arbeite derzeit an neuen Möglichkeiten der Bekämpfung, was nicht einfach sei: „Die Nussbäume sind sehr hoch und es gibt sehr viele davon.“

Eine Möglichkeit, die Ausbreitung der Fliege zu stoppen sei das Einnetzen der Bäume mit Fliegennetzen. „Wenn das etwa Anfang Juli geschieht, ist das Okay“, so Holz.

Von Rüdiger Braun

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