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War Brandenburgs Mathe-Abi zu schwer?

Kritik an Vergleichbarkeit War Brandenburgs Mathe-Abi zu schwer?

Der Landesschülerrat erhebt schwere Vorwürfe: Bei den Abi-Prüfungen in Mathematik, die vergangene Woche geschrieben wurden, kam Unterrichtsstoff dran, der gar nicht behandelt wurde. Außerdem sehen sich die Brandenburger Schüler im Nachteil gegenüber den Berlinern. Daran ist die märkische Bildungspolitik schuld.

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Vergangene Woche schrieben Berliner und Brandenburger Schüler das Mathe-Abitur.

Quelle: dpa

Potsdam. Erst mussten die Aufgaben wegen eines Einbruchs ausgetauscht werden, dann waren sie am Ende womöglich zu schwer: Die Abituraufgaben, die Brandenburgs Gymnasiasten vergangenen Mittwoch schreiben mussten, stoßen in der Schülerschaft auf heftige Kritik.

Die Schüler hätten sich nicht adäquat auf die gestellten Aufgaben vorbereiten können, kritisiert Landesschülersprecher Johannes S. Hänig. So habe eine Fragestellung zu einer Logarithmusfunktion von den meisten Prüflingen nicht gelöst werden können, weil sie nicht Bestandteil des Unterrichts gewesen sei.

Außerdem seien trotz verschiedener Voraussetzungen die gleichen Aufgaben wie in Berlin geschrieben worden. Dort ist, mit weniger Leistungskursen und dafür einer Wochenstunde Unterricht mehr, selbstverständlich eine bessere Ausgangslage gegeben, sagte Hänig.

Sonderweg in Brandenburg wird wieder verlassen

Hintergrund für die schwierige Vergleichbarkeit ist der märkische Sonderweg in der Bildungspolitik: 2010 hatten sich die Länder Berlin und Brandenburg auf gemeinsame Abiturprüfungen geeinigt. Nach Protesten war Brandenburg jedoch aus der gemeinsamen Hochschulreife ausgeschert. Denn in Brandenburg gibt es fünf Leistungskurse mit jeweils nur vier Wochenstunden, in Berlin dagegen nur zwei Leistungskurse, die jeweils fünfstündig unterrichtet werden. Die Folge: Im Abifach Mathematik haben die Berliner aufs Schuljahr gerechnet deutlich mehr Unterricht.

Nach heftiger Kritik und einer neuen Vorgabe der Kultusministerkonferenz der Länder hatte Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) kürzlich eine Rückkehr zum Zwei-Kurs-System angekündigt. Als Hauptgrund nannte Baaske die „fachliche Fokussierung und intensivere Wissensvermittlung“. Die Änderung wird allerdings erstmals in der gymnasialen Einführungsphase für das Schuljahr 2018/19 wirksam.

Tresor aufgebrochen, Aufgaben ausgetauscht

Die Brandenburger Matheaufgaben stammten aus einem gemeinsamen Aufgabenpool der Länder. Nachdem Mitte April in Stuttgart ein Tresor an einem Stuttgarter Gymnasium aufgebrochen worden war, in dem auch Abituraufgaben lagerten, sahen sich Länder wie Berlin und Brandenburg gezwungen, die Mathe-Aufgaben für die Abi-Prüfung kurzfristig auszutauschen.

„Ein Abitur, welches deutschlandweit vergleichbar ist, begrüßen und fördern wir, da es deutliche Vorteile für die Brandenburger Schülerschaft bringt, jedoch ist eine abschließende Prüfung ohne gleiche Qualifikation kein vernünftiger Weg“, so Schülersprecher Hänig.

Von Torsten Gellner

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