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Brandenburg War es Mord? Urteil im Raserprozess erwartet
Brandenburg War es Mord? Urteil im Raserprozess erwartet
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07:29 27.02.2017
Im Februar 2016 ist es bei dem illegalen Rennen zu einem schweren Unfall gekommen – ein Unbeteiligter kam dabei ums Leben. Quelle: dpa
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Berlin

Rund ein Jahr nach einem illegalen Autorennen mit tödlichem Ausgang in der Berliner Innenstadt soll am heutigen Montag das Urteil über die beiden Fahrer fallen. Die Männer im Alter von 27 und 25 Jahren hatten in der Nacht zum 1. Februar 2016 einen schweren Unfall nahe dem Kaufhaus KaDeWe verursacht. Einer der Fahrer rammte einen Jeep, dessen 69-jähriger Fahrer starb. Angeklagt sind sie vor dem Landgericht wegen Mordes. Dass die Staatsanwaltschaft dieses Strafmaß forderte, ist bislang einmalig. Meist geht es in solchen Fällen nur um fahrlässige Tötung mit deutlich geringeren Strafen.

Die Verteidiger plädierten dagegen auf Schuldsprüche wegen fahrlässiger Tötung für den einen Fahrer und wegen Gefährdung des Straßenverkehrs für den anderen.

Ein Wagen wurde 70 Meter über die Straße geschleudert

Die beiden Raser überfuhren in der Nacht zum 1. Februar mehrere rote Ampeln. Auf einer Kreuzung der Tauentzienstraße rammte der 27-Jährige den Jeep. Für den standen die Ampeln auf Grün - der Wagen wurde durch den Aufprall 70 Meter weit über die Straße geschleudert. Das Auto des zweiten Fahrers knallte gegen einige Straßenbegrenzungen. Der Unfallort glich einem Trümmerfeld. Beide Raser wurde kaum verletzt.

Eine Verkehrspsychologin beschrieb einen der Männer als Autofahrer, der „massiv selbstüberschätzend“ unterwegs gewesen sei. Bei dem Rennen sei es ihm darum gegangen, „zu gewinnen und dadurch sein Ego aufzuwerten“. Der Mann habe kein Bewusstsein für seine eigene Schuld. Zudem bestehe ein hohes Rückfallrisiko.

Verurteilung wegen Mordes würde lebenslange Haftstrafe bedeuten

Bei dem zu erwartenden Urteil geht es um die rechtliche Bewertung der Tat und die Höhe der Strafe. Die Anklage argumentiert, die Männer hätten bei ihrem Rennen zwar niemanden vorsätzlich töten wollen, aber mögliche tödliche Folgen billigend in Kauf genommen. Juristen nennen das einen bedingten Vorsatz. Ein Schuldspruch wegen Mordes würde eine lebenslange Gefängnisstrafe bedeuten.

Die Verteidiger der Fahrer sagten, der Vorsatz, an einem Rennen teilzunehmen, sei nicht mit einem Tötungsvorsatz gleichzusetzen. Den Männern sei das Risiko nicht in den Sinn gekommen, weil sie gedacht hätten, alles unter Kontrolle zu haben.

Von dpa

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