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Brandenburg Bad Vibrations – warum Brandenburg im Glücksatlas abrutscht
Brandenburg Bad Vibrations – warum Brandenburg im Glücksatlas abrutscht
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21:55 11.10.2018
Fahrzeuge im Stau – Stress für die Pendler. Quelle: Stephan Janssen/dpa
Potsdam

Brandenburger Bürger sind im bundesweiten Vergleich am wenigsten zufrieden mit ihrer Lebenssituation. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Glücksatlas 2018 hervor, der von der Deutschen Post herausgegeben wird.

Im Vergleich zum Vorjahr rutschte die Mark noch einen Platz ab – Sachsen-Anhalt zog an Brandenburg vorbei. Am glücklichsten sind dem Atlas zufolge Menschen aus Schleswig-Holstein und Hamburg, auf Rang drei folgt Hessen. Berlin liegt im Vergleich der Regionen auf dem viertletzten Platz.

Der Untersuchung liegt eine bundesweite, repräsentative Befragung von gut 5000 Bürgern im Jahr 2018 und von 6000 im Jahr 2017 zugrunde. Diese Zahlen werden durch Angaben von weiteren 25 000 Teilnehmern einer Langzeitstudie ergänzt, so die Autoren. Wissenschaftliche Leiter sind Bernd Raffelhüschen von der Univesität Freiburg und Reinhard Schlinkert, Chef des Meinungsforschungsinstituts Dimap.

Der Osten holt auf

Der Studie zufolge liegen alle ostdeutschen Bundesländern in Sachen Zufriedenheit am Ende der Skala. „Der Abstand des Ostens zum Westen hat sich ein wenig verkleinert“, stellen die Autoren gleichwohl fest.

Weniger zufrieden als der Rest der Bundesbürger sind Brandenburger mit dem Haushaltseinkommen und in Gesundheitsfragen. Tatsächlich liegt das verfügbare Jahreseinkommen zwischen Elbe und Oder mit 19431 Euro niedriger als im Bundesschnitt (21919 Euro). Die Quote der Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, ist nur noch in Mecklenburg-Vorpommern höher.

Lange Pendelzeit schlägt aufs Gemüt

Die Arbeitswelt ist in Brandenburg ebenfalls deutlich häufiger Quell der Unzufriedenheit als im Rest des Landes. „Eine lange Pendelzeit von 40 Minuten und mehr bewirkt einen negativen Effekt auf die empfundene Arbeits- und Lebenszufriedenheit“, heißt es dazu in der Studie.

Der Volkssolidaritäts-Vorsitzende Bernd Niederland macht die „Degradierung der Lebensleistung sehr vieler Bürger“ nach der Wende für die niedrigen Werte mit verantwortlich, obwohl Brandenburg seiner Meinung nach „eine gute Entwicklung seit den 2000er-Jahren“ genommen hat. Die fortbestehenden Ungleichheiten bei Lohn und Rente verstärkten die Unzufriedenheit.

Nicht immer nur Lausitz

„Wir müssen schauen, dass wir die Menschen auf dem Land nicht verlieren“, sagt die Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt Brandenburg, Anne Baaske. „Eine anständige Pflege, erreichbare Ärzte – solche Themen sind extrem wichtig. Die Leute haben den Eindruck, es geht nur noch um die Lausitz“, kritisiert Baaske. Andererseits machten sich „die Menschen oft nicht bewusst, was alles schon erreicht wurde – zum Beispiel beim Kampf gegen die Arbeitslosigkeit.“

Von einem „Gefühl der Menschen in ländlichen Regionen, abgehängt zu sein“, spricht der CDU-Landtagsabgeordnete und Vize-Vorsitzende der Landtags-Enquête-Kommission, Hendryk Wichmann. Viele Brandenburger könnten nicht verstehen, warum in einem reichen Land die Funkverbindungen so schlecht und die Wege zur Arbeit so zeitraubend seien. „Wir sind das Land mit den meisten Pendlern“, so Wichmann, der in Lychen (Uckermark) lebt.

Von Ulrich Wangemann

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