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Brandenburg Warum das beliebteste Buga-Gelände für Zoff sorgt
Brandenburg Warum das beliebteste Buga-Gelände für Zoff sorgt
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16:12 22.11.2015
Das Packhofgelände in Brandenburg an der Havel war das meist besuchte Buga-Areal. Quelle: Krüger/STG
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Brandenburg/Havel

Es war das am häufigsten besuchte Buga-Areal: Mehr als 500 000 Gäste tummelten sich in den Themengärten, Erhaltungskulturen und Musteranlagen des Packhofs mitten in der Innenstadt von Brandenburg an der Havel. Um die 4,5 Hektar große Fläche an der Niederhavel, direkt an der Grenze zwischen Neu- und Altstadt gelegen, ist nun Streit entbrannt.

Schon vor der Bundesgartenschau war klar: Diese Fläche wird nur temporär als Schau-Areal genutzt, später wird sie bebaut. Es ist die einzige große zusammenhängende Fläche in der Innenstadt, seit Jahrzehnten wird über ihre Nutzung gesprochen und gestritten. Es gab Entwürfe für Einfamilienhaussiedlungen bis hin zu „Klein-Venedig“ mit Stadtvillen an künstlichen Kanälen. Zu keinem anderen Baugebiet in der Stadt gab es mehr Pläne und Entwürfe als am Packhof.

Eigentlich war alles klar

Im Jahr 2011 verständigten sich Stadtspitze und Volksvertreter auf ein so genanntes „strukturiertes Entwicklungskonzept“. Das sieht verdichtetes Wohnen in anspruchsvoller Architektur, aber dennoch zu bezahlbaren Preisen vor. Eigentumspreise von mehr als 3000 Euro je Quadratmeter oder Mieten jenseits der acht, neun Euro sind in Brandenburg an der Havel nur schwer zu erzielen. Im Wesentlichen soll an die benachbarte vier- bis fünfgeschossige Bebauung angeschlossen werden. Wegen des unsicheren Baugrundes und der unmittelbaren Flussnähe muss tief mit Betonpfählen gegründet werden. Deshalb hilft nur der Geschosswohnungsbau, die Kosten zu begrenzen. Zudem sind große Teile des Packhofes durch die frühere Werft mit dem Umweltschadstoff LCKW kontaminiert.

Dennoch war man sich bislang einig. Will die Stadt nennenswerte Zuzügler anlocken, denen die Mieten in Berlin, Potsdam oder Werder zu teuer sind, dann brauchen sie attraktive Angebote in der Stadtmitte. Schließlich ist Potsdam mit dem Regionalexpress in nur 20, das Zentrum Berlins in 35 Minuten zu erreichen.

Vorstoß der Oberbürgermeisterin

Im Mai wagte nun Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU) einen ersten Vorstoß in eine andere Richtung: Ergänzend zur Wohnbebauung könne ein kleines Hotel mit 100 bis 120 Betten entstehen. Im September und Oktober zum Ende der Buga hin sprach sie von einem großen Hotel mit Wellness-Trakt und Tagungsbereich für bis zu 450 Personen. „Wir müssen den Schwung der Buga mitnehmen und noch attraktiver werden. Es wäre touristisch ein Glücksumstand, wenn die Ansiedlung eines ansprechenden Hotels gelingen würde“. Unwidersprochen ließ sie einige Wochen auch den Größenbegriff „300 plus x Zimmer“. Nun spricht sie von „120 Zimmern mit Tagungsmöglichkeiten für mehr als 400 Menschen“.

Die Befürworter des Wohnens argumentieren mit den Wirkungen auf die Stadtentwicklung: Nur ein bewohnter Packhof würde langfristig auch die darbende Innenstadt beleben. Tiemann verspricht nun offene Diskussion, Standortanalysen und Machbarkeitsstudien – gerade auch zu den Problemen Altlasten und Verkehrserschließung. Gleichwohl hat sie verwaltungsintern die Devise ausgegeben: „Machbar machen“ – sie meint damit das Hotel.

Dafür hat sie nach eigenem Bekunden einen Investor aus Hamburg an der Hand. Zeitgleich widerspricht der Stadtentwicklungsbeigeordnete Michael Brandt (CDU): „Wenn es einen echten Bedarf an Hotelplätzen in der Stadt gäbe, würde sich auch ein Markt mit mehreren Marktteilnehmern entwickeln.“ Und nicht nur mit einem.

Von André Wirsing

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