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Brandenburg Warum der Frühling am 20. März beginnt
Brandenburg Warum der Frühling am 20. März beginnt
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14:39 29.02.2016
Quelle: Uwe Schierhorn mit Stellarium
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Der März ist gemeinhin der Monat, in dem das Frühjahr beginnt. Die Meteorologen haben den 1. März als meteorologischen Frühlingsbeginn festgelegt. Im Kalender steht jedoch der 20. März als Frühlingsanfang. Warum?

Der astronomische Frühlingsbeginn ist ein exakt definierter Zeitpunkt. Der Frühling beginnt immer dann, wenn die Sonne zur Mittagszeit in einem Ort auf dem Äquator der Erde im Zenit steht. Diesen Zeitpunkt kann man exakt berechnen. In diesem Jahr wechselt die Sonne am 20. März um 5.30 Uhr (MEZ) von der südlichen auf die nördliche Halbkugel. Somit ist für 2016 der 20. März als (astronomischer) Frühlingsbeginn ausgewiesen.

Schon drei Tage später, am Mittwoch, dem 23. März (13.01 Uhr) steht der Mond genau der Sonne gegenüber – es ist Vollmond. Da dies der erste „Frühlingsvollmond“ ist, begehen wir am darauffolgenden Sonntag (27. März) das Osterfest. Der Ostersonntag ist in diesem Jahr durch die Umstellung der Uhren auf die ab 27. März geltende Sommerzeit eine Stunde kürzer als sonst. In der Nacht zum 27. März werden die Uhren von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr vorgestellt.

Im Allgemeinen setzt man den Frühlingsanfang mit der Tag- und Nachtgleiche gleich. Genau betrachtet ist dieses Frühlingsäquinoktium ortsabhängig. Für Mittenwalde ist es in diesem Jahr der 17. März, an dem sich die Sonne genauso lange über wie unter dem Horizont aufhält. Ab dem 17. März sind somit die lichten Tage wieder länger als die dunklen Nächte. Ab 25. September (Herbstäquinoctium) ist dann in Mittenwalde die Nacht wieder länger als der Tag. Somit dauert das Sommerhalbjahr aus astronomischer Sicht (von Frühlingsanfang bis Herbstanfang) 186 Tage, in unserer Region sind jedoch 192 Tage die lichten Tage länger als die Nächte. Beides ist länger als ein halbes Jahr (183 Tage. Das hat seine Ursache im ungleichmäßigen Umlauf der Erde um die Sonne. Der große deutsche Astronom Johannes Kepler (1571 – 1630) erkannte 1609, dass die Planeten sich auf ellipsenförmigen Bahnen um die Sonne bewegen, wobei die Sonne nicht im Mittelpunkt der Ellipse, sondern exzentrisch in einem der beiden Brennpunkte der Ellipse ihren Platz hat (1. KEPLERsches Gesetz). Das 2. KEPLERsche Gesetz (ebenfalls von 1609) hat zu Aussage, dass die Planeten sich in Sonnennähe schneller auf ihrer Bahn bewegen als in Sonnenferne. Die Erde erreicht ihren sonnenfernsten Punkt in diesem Jahr am 4. Juli, somit bewegt sich die Erde im Sommerhalbjahr langsamer um die Sonne als im Winter, was wiederrum die größere Länge des Sommerhalbjahres erklärt.

Umlaufbahn der Erde um die Sonne. Quelle: Abb.: Uwe Schierhorn

Der Beginn des Sommerhalbjahres zeigt sich auch am dunklen Himmel. Die Wintersternbilder sind nun am Abend komplett am Westhimmel und gehen in der ersten Nachthälfte unter. Den Südhimmel, also die Positionen, wo die jahreszeitlichen Sternbilder ihre höchste Position erreichen, beherrschen die Frühlingssternbilder Krebs, Löwe und Jungfrau (von West nach Ost). Eine gute Gelegenheit das unscheinbarste der Tierkreissternbilder, das Sternbild des Krebses, genauer zu betrachten.

Das Sternbild Krebs wurde von den Griechen mit einer der Heldentaten von Herkules verbunden: Herkules sollte die Lernäische Wasserschlange besiegen. Als dieser dabei war, mit der Wasserschlange zu kämpfen, kam ihr ein Krebs zu Hilfe. Herkules zertrat darauf dias Tier. Hera verwandelte aus Hass gegen Herkules den Krebs in ein Sternbild, als Dank dafür, dass er der Wasserschlange zu Hilfe geeilt war.

Im Sternbild Krebs liegt der offene Sternhaufen Praesepe (siehe Abb. oben). Dieses mit der Nummer M44 im Messierkatalog bezeichnete Nebelfleckchen, welches bereits mit bloßem Auge zu erkennen ist, entpuppt sich bei einem Blick durch ein Fernglas als Ansammlung von ca. 300 Sternen. Im Messierkatalog ist M44 der zweithellste offene Sternhaufen (hellster: Plejaden). Er ist so auffällig, da im Sternbild Krebs nur Sterne mit geringer Helligkeit zusammengefasst wurden.

Nachdem sich am Morgenhimmel Anfang Februar alle mit bloßem Auge sichtbaren Planeten versammelt hatten, verabschiedet sich im März nach dem Merkur auch die Venus aus diesem Reigen. Der Riesenplanet Jupiter kommt dagegen am 8. März im Sternbild Löwe in Opposition zur Sonne. Er ist somit die gesamte Nacht sichtbar. Der Saturn wird am Monatsanfang und –ende vom jeweils abnehmenden Mond besucht. Jedes Mal zieht der Mond nördlich am Saturn vorbei. Die Aufgangszeiten liegen jeweils nach Mitternacht, so dass man auch hier am besten am Morgen beobachtet.

Auch der Mars geht im März erst nach Mitternacht auf. Gegen 4.30 Uhr erreicht er mit dem Sternbild Skorpion seine höchste Position im Süden. Dabei ist die Nähe zum Antares (hellster Stern im Sternbild Skorpion), dem „Gegenmars“ interessant. Antares erhielt seinen Namen wegen der ebenfalls rötlichen Färbung seines Lichts. Während jedoch der Mars nur das Licht der Sonne, wegen seiner rostigen Eisenoxidoberfläche vornehmlich das rote Licht, reflektiert, strahlt der Antares wegen seiner relativ geringen Photosphärentemperatur von ca. 3500°C eher rötlich. Antares gehört wie Beteigeuze im Orion zu den Überriesensternen mit einem Durchmesser, der mehr als 800 Sonnendurchmesser ausmacht. Wäre der Antares statt der Sonne unser Zentralstern, dann würde seine lichtaussendende Schicht bis weit über die Bahn des Jupiters hinausreichen.

Im März 2016 ereignen sich eine totale Sonnenfinsternis (9. März) und eine Mondfinsternis (23. März). Beide sind in Mitteleuropa nicht beobachtbar. Um die totale Sonnenfinsternis erleben zu können, muss man sich auf die Südhalbkugel der Erden, nach Indonesien begeben. Der gut 150 km breite Schatten des Mondes passiert unter anderem Sumatra, Borneo und Sulawesi. Er verlässt die Erde dann ca. 1800 km nordöstlich von Hawaii. Auch die Mondfinsternis findet auf der anderen, diesmal der Nachtseite der Erde statt. Da der  Mond gegen 13.00 Uhr (MEZ) nur in den Halbschatten der Erde eintritt, kann man diese Finsternis auch im Pazifik nur fotografisch nachweisen.

Von Uwe Schierhorn

Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied in der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz.

Datenquellen:
 www.calsky.com
  Abbildung 1 erstellt vom Autor
Abbildung 2 erstellt vom Autor mit Hilfe von Stellarium 0.14.01 (Freeware)

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