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Warum der Karneval Karneval heißt

Wissenswertes zur 5. Jahreszeit Warum der Karneval Karneval heißt

Kaum zu glauben, aber Friedrich der Große war ein Fan des Karnevals. Aber warum startet der Karneval ausgerechnet am 11.11. um 11.11 Uhr? Seit wann gibt es ihn in Brandenburg und Berlin? Und was bedeutet „Karneval“ eigentlich? Wissenswertes zur fünften Jahreszeit.

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Ein Prinzenpaar und sein Gefolge.

Quelle: dpa

Potsdam.  

Die 11 ist DIE Zahl im Karneval. Am 11.11. um 11.11 Uhr beginnt die Karnevalssaison. Warum genau dann? Weiß man nicht. Im Mittelalter stand diese Zahl für Jux und Dollerei - wie gemacht also für die Karnevalisten. Zudem steht die 11 zwischen der 10 und der 12. Die 10 spielt in der Mathematik zum Beispiel mit dem Zehner-Rhythmus eine wichtige Rolle, auch im Christentum hat sie unter anderem bei den zehn Geboten eine zentrale Bedeutung. Die Zahl 12 steht derweil für Vollkommenheit. Die Elf liegt genau dazwischen, kann eine solche Bedeutung aber nicht vorweisen, was das Närrische an der 11 unterstreicht. Außerdem begann am 11. November, dem Martinstag, früher eine Fastenzeit bis Weihnachten. Und da wollte man vorher noch mal richtig reinhauen und auf den Tischen tanzen.

Der Begriff Karneval setzt sich zusammen aus den beiden lateinischen Wörtern „carnis (Fleisch) und „levare“ (wegnehmen). Übersetzt heißt es also Fleischwegnahme. Unmittelbar nach Karneval beginnt die Fastenzeit bis Ostern, in der Christen früher kein Fleisch essen und auch keinen Sex haben sollten. Darauf verweist auch das Wort Fastnacht: Am Abend vor Beginn des Fastens wollte man noch einmal die Sau rauslassen.

Import aus Italien: Bis 1823 kannte man das Wort Karneval in Deutschland nicht, man sprach auch in Köln und in Düsseldorf von „Fastnacht“. Reiche Kölner, die das närrische Treiben reformieren wollten, führten dann das aus Italien stammende Wort ein, weil ihnen der venezianische Karneval kultivierter erschien.

In Berlin feierte man bereits 1430 die sogenannte „Fastelawende“. Da die Berliner es so heftig trieben, wurde im Jahre 1629 das erste Verbot der Mummenschänze, Komödien sowie Gauklerspiele. Ab dem Jahre 1659 wurden auch noch die Maskenumzüge der Berliner Handwerker verboten – hauptsächlich weil die Handwerker bis zu acht Tage blau machten.

In Brandenburg kennt man auch das Zampern. Es ist eine alte sorbische Tradition aus der Lausitz, die noch heute in zahlreichen Dörfern gepflegt wird. Das Wort stammt vom sorbischen „camprowanje“, was „Heischen, Einfordern“ bedeutet. Entstanden ist das Fest aus vorchristlichen Glaubensformen, Fruchtbarkeitszauber, Begrüßungs- und Vertreibungszauber. Das Maskieren und Verkleiden, das Lärmen und Musizieren sowie das Schlagen mit Lebensruten (Weiden- und Birken-Ruten) sollte böse Geister, Gespenster und Dämonen vertreiben.

Auch Friedrich der Große (Alte Fritz) war ein Fan des Karnevals. Jedes Frühjahr feierter er in Berlin mit der hohen Gesellschaft Karneval. Auch sein Volk feierte: Im Jahre 1815 wurde das Rheinland preußisch, und so kamen Zuwanderer nach Berlin und Brandenburg, die ihre Karnevalsbräuche mitbrachten.

Schon die Römer hatten ihren Karneval. Sie feierten vom 17. Dezember bis 19. Dezember die Saturnalien zu Ehren ihres Gottes Saturn. Das Fest war verbunden mit einem öffentlichen Gelage, zu dem jedermann eingeladen war. Sklaven und Herren tauschten zeitweise die Rollen, feierten und saßen gemeinsam myrtenbekränzt bei Tische, tranken und aßen, konnten jedes freie Wort wagen und überschütteten sich mit kleinen Rosen. Aus den Rosen entstand möglicherweise das in unseren Tagen bekannte Konfetti. Auch veranstalteten die Römer bereits farbenprächtige Umzüge, bei denen ein geschmückter Schiffswagen umhergezogen wurde.

Von MAZonline

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