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Was IGA-Besucher in Berlin wissen müssen

Auf einen Blick Was IGA-Besucher in Berlin wissen müssen

Berlin präsentiert erstmals die Internationale Gartenausstellung (IGA). Auf Internationalen Gartenausstellungen zeigen schon seit fast 150 Jahren Landschaftsarchitekten aus der ganzen Welt ihr Können. Zuletzt wurde die Schau 2003 in Rostock ausgerichtet.

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Quelle: dpa

Berlin. Deutschlands größtes Gartenfestival startet heute in Berlin. Am östlichen Stadtrand entstand mit Millionenaufwand auf rund 100 Hektar eine Parklandschaft – umgeben von Plattenbauten. Etwa zwei Millionen Besucher werden bis 15. Oktober auf der Internationalen Gartenausstellung (IGA) erwartet. Berlin und der Bezirk Marzahn-Hellersdorf erhoffen sich von der Schau unter dem Motto „Ein Mehr an Farben“ positive Effekte.

Was erwartet die Gartenfans?

Auf freien Flächen entstand eine hügelig modellierte Landschaft mit neuen Bäumen und Sträuchern, einem englischen Cottage, Weiden mit selten gewordenen Schaf- und Rinderrassen und Weinterrassen. Besucher können durch eine neue Tropenhalle wandeln oder von der Plattform „Wolkenhain“ bis zum Fernsehturm schauen. Auf einer Metallkonstruktion wurde eine Bespannung montiert, die an eine Wolke erinnern soll. In einer Seilbahn können Gäste übers Gelände schweben. Die Bahn hält auch auf dem rund 100 Meter hohen Kienberg, der zu DDR-Zeiten aus Trümmern und Bauschutt entstand. Einige Wagen der Kabinenbahn haben einen gläsernen Boden. Auch ein U-Bahnhof wurde saniert. An der Station „Kienberg – Gärten der Welt“ der U5 kann man in die Seilbahn umsteigen oder zu Fuß zum Gartenspektakel gehen. Zudem wurden eine Art Amphitheater mit begrüntem Dach für Konzerte, eine große Ausstellungshalle sowie ein Besucherzentrum gebaut.

Was zahlen Besucher?

Besucher können Tickets entweder im Onlineshop, vor Ort oder in Vorverkaufsstellen kaufen. Eine Übersicht finden sie auf der Internetseite der IGA. Es gibt Tageskarten, Dauerkarten und Platzkarten für Veranstaltungen auf dem Gelände. Erwachsene zahlen für eine Tageskarte 20 Euro (beliebig viele Fahrten mit der Seilbahn sind inbegriffen) und für eine Dauerkarte 90 Euro. Wer nur abends auf das Gelände möchte, kann dies mit einer Abendkarte für zehn Euro. Sie gilt Sonntag bis Donnerstag ab 17.00 Uhr.

Einen finanziellen Flop wie zuletzt bei der Bundesgartenschau in der Havelregion befürchten die Macher nicht.

Die Öffnungszeiten

Die Kassen an den Haupteingängen haben täglich von 9.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet. Der Zutritt zum Gelände ist bis 20.00 Uhr möglich, ein Besuch bis zum Einbruch der Dunkelheit.

War das Ausstellungsgelände früher eine Brache?

Nur zum Teil. Neu erschlossen wurde das Areal rund um die Gärten der Welt, die schon zu DDR-Zeiten angelegt wurden. Seit Langem beliebt ist der im Jahr 2000 eröffnete Chinesische Garten. Er war die erste große Erweiterung nach dem Mauerfall. Zu den erschlossenen 20 Hektar kamen dann 80 Hektar hinzu. 1500 neue Bäume kamen in den Boden. Auch Wildobst und Rebstöcke wurden gepflanzt.

Wie wird der internationale Aspekt der Schau sichtbar?

Gestalter haben neun Gartenkabinette angelegt, die Einblicke in fremde Welten geben. Gartenkünstler aus Australien, Libanon, Thailand oder Südafrika zeigen Traditionelles und Zeitgenössisches. Auch in den traditionellen Gärten können Besucher weit reisen – etwa nach Japan oder nach England. In der 16 Meter hohen Tropenhalle wird eine balinesische Landschaft gezeigt.

Ist eine Gartenschau nicht langweilig für Kinder?

Die Möglichkeit, unter Wasserkaskaden zu Planschen, eine Sommerrodelbahn und zahlreiche Spielplätze sollen laut IGA-Konzept auch Familien animieren, mit ihren Sprösslingen zu kommen. Sie können auch vom Aussterben bedrohte Tiere aus nächster Nähe beobachten. Es wird damit gerechnet, dass Besucher im Durchschnitt fünf bis sechs Stunden bleiben.

Seilbahn über dem IGA-Gelände

Seilbahn über dem IGA-Gelände

Quelle: dpa

Was kostet das Projekt?

In die erste IGA in Berlin fließen aus verschiedenen Töpfen laut Geschäftsführung alles in allem etwa 130 Millionen Euro. Ein Teil dieser Mittel ging in den Ausbau der dauerhaften Infrastruktur. Das Land Berlin gab einen Zuschuss von knapp zehn Millionen Euro.

Bekommt Marzahn-Hellersdorf jetzt ein grünes Image?

„Ich hoffe, dass die Ausstellung hilft, das Negativ-Image des Bezirkes abzustreifen“, sagt IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt. Marzahn gilt als größte deutsche Plattenbausiedlung. Schmidt schwärmt von einem neuen touristischen Ziel.

Was verschwindet nach den 186 Ausstellungstagen?

Nach dem Ende der IGA werden Kioske und Toiletten abgebaut. Auch die Blumenhalle wird demontiert, soll aber später andernorts neu genutzt werden. Das meiste aber bleibt. 60 Hektar der Fläche werden dann ohne Kosten zugänglich sein, für die erweiterten Gärten der Welt muss wie bisher ein Ticket gekauft werden. Die Grün GmbH pflegt die Flächen später. Auf Dauer bleibt auch das neue Umwelt-Bildungszentrum direkt an einem Teich.

Von Jutta Schütz

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