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Brandenburg Was passiert mit den alten Windrädern in Brandenburg?
Brandenburg Was passiert mit den alten Windrädern in Brandenburg?
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00:20 08.11.2018
Windkraftanlagen in der Nähe eines Dorfs. Quelle: Bernd Atzenroth
Potsdam

Den Windparks in Brandenburg steht möglicherweise ein Kahlschlag bevor. In den kommenden fünf Jahren werden 1300 Windkraftanlagen im Land 20 Jahre alt. Sie verlieren damit die garantierte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) aus dem Jahr 2000. Damit sind etwa 30 Prozent des aktuellen Anlagenbestands in Brandenburg deutlich weniger wirtschaftlich als in den beiden Jahrzehnten zuvor. Etlichen Standorten könnte das Aus drohen.

Schmale Erlöse an der Strombörse

„2021 wird das erste Jahr sein, in dem viele Anlagen aus der Förderung herausfallen und sich die Betreiber fragen, ob sie mit den Erlösen von der Strombörse auskommen“, sagt Jan-Hinrich Glahr, Brandenburger Vorsitzender des Bundesverbands Windenergie. Es gelte für die betroffenen Standorte die Devise: „Wenn so ein Ding nicht mehr wirtschaftlich ist, kann man es nur stilllegen“, so Glahr.

Erhielten die Betreiber pro Kilowattstunde nach dem alten Gesetz bis zu 9,10 Cent als Festpreis, wird der Strom der in die Jahre gekommenen Anlagen nach 20 Jahren Betrieb an der Strombörse gehandelt – und da wirft er nur 3 bis 3,5 Cent pro Kilowattstunde ab. Die Festpreisförderung war auf 20 Jahre beschränkt.

400 Standorte langfristig vor dem Aus

Was der Sache Brisanz verleiht: Laut einer Studie des Energieversorgers Edis stehen 400 der betroffenen Anlagen außerhalb von den heute gültigen Windkraftgebieten. Sie dürften heute zum Beispiel nicht mehr so nah an Ortschaften aufgestellt werden. Gehen die alten Turbinentürme vom Netz, weil sie sich nicht mehr rechnen, ist der jeweilige Standort für die Windstromproduzenten tot. Das von der Branche angestrebte sogenannte „Repowering“, also der Ersatz alter Anlagen durch stärkere große, kommt an jenen 400 Standplätzen nicht infrage. Laut Energieversorger Edis entfällt mehr als ein Zehntel der für 2030 angestrebten Windenergie auf Anlagen, die außerhalb heutiger Winkraft-Eignungsgebieten liegen.

Umbruch verstärkt Trend zu Riesentürmen

Der bevorstehende Einschnitt erhöht den Druck auf die Branche, die bestehenden Eignungsgebiete intensiver zu nutzen. Das heißt vor allem, höhere Räder aufzustellen, bestätigt Windenergie-Branchenvertreter Jan-Hinrich Glahr. Zum Vergleich: Ein Windrad neuen Typs produziert laut Bundesverband dreimal so viel Strom wie eine 20 Jahre alte Anlage.

Brandenburgs Ausbauziel für Windkraft liegt bei 10,5 Gigawatt installierter Leistung im Jahr 2030. Derzeit produzieren märkische Turbinen sieben Megawatt. Die fehlenden 3,5 Gigawatt müssen also auf einer im Vergleich zu heute verkleinerten Fläche zugebaut werden.

Sachsen sind ebenfalls alarmiert

In einem Gespräch mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) habe man die Thematik vor Kurzem dargelegt, sagt Glahr. Auch andere Bundesländer sind alarmiert. In Sachsen drohen bis 2031 zwei Drittel der derzeit produzierten Energiemenge wegzufallen, wie die dortige Landesregierung mitteilte.

Derzeit bemühen sich Windkraftproduzenten, alte Windparks am Netz zu halten, indem der Strom gezielt zu Festpreisen den Gemeinden in der Umgebung angeboten wird. Die Orte könnten dann mit Strom, der in der Nachbarschaft gewonnen wird, ihre Rathäuser, Schulen und Schwimmbäder beheizen und beleuchten, sagt Windkraft-Verbands-Sprecher Glahr. Manche Turbinen könnten technisch noch 20 Jahre weiter produzieren, für Fünf-Jahres-Verträge reiche es in den meisten Fällen.

Von Ulrich Wangemann

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