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Was tun, wenn der falsche „Enkel“ klingelt?

Polizei warnt vor „Enkeltrick“ Was tun, wenn der falsche „Enkel“ klingelt?

Der falsche „Enkel“ hat es schon wieder versucht – und zumindest ein Mal hat er so richtig abgesahnt. In letzter Zeit häufen sich die Fälle des so genannten „Enkeltricks“. Wie einige Fälle in jüngster Vergangenheit zeigen, kann man sich jedoch gut dagegen wehren. Vor allem, wenn man die Tipps der Polizei beherzigt.

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Quelle: dpa

Potsdam. Ein Blick in die täglichen Polizeimeldungen macht deutlich: Der sogenannte „Enkeltrick“ hat gerade wieder Hochkonjunktur. Der aktuelleste Fall hat sich im kleinen Dorf Weseram in der Gemeinde Roskow im Landkreis Potsdam-Mittelmark zugetragen – nur war es hier ein falscher Sohn..

“Enkel“ hat Erfolg mit „Hauskauf“-Story,...

Am Donnerstagmittag gegen 13 Uhr klingelte bei einem Ehepaar das Telefon. Am anderen Ende der Leitung der Sohn des Paares – dachten sie zumindest.

Der Mann erzählte von einem Hauskauf und erwähnte während des Gespräches, dass er für die Erwerb noch 40.000 Euro benötigen würde.

Und wie Eltern so sind, wollten die Beiden ihrem Sohn helfen. Sie versprachen ihm, einen Teil der fehlenden Summe von der Bank zu holen und ihm zur Verfügung zu stellen.

Gesagt getan. Als das Ehepaar von der Bank wieder nach Hause gekommen war, klingelte es an der Tür. Vor dem Haus eine unbekannte Frau. Sie stellte sich als Bekannte des Sohnes vor. Dieser wäre verhindert und hätte sie zur Abholung geschickt. Sie bekam das Bargeld – und verschwand auf Nimmerwiedersehen.

...scheitert aber mit „Autokauf“-Geschichte...

Überhaupt scheint der Donnerstag ein Tag der falschen „Enkel“ gewesen zu sein. In Rangsdorf bekamen gleich drei Rentnerinnen am frühen Nachmittag einen Anruf von ihrem „Enkel“. In allen drei Fällen stand ein angeblicher Autokauf an – und in allen drei Fällen scheiterte der „Enkel“ mit seinem Versuch, von den Frauen mehrere Tausend Euro zu ergaunern. Zwei Mal wurde ihm sogar direkt vorgehalten, ein „Enkeltrickbetrüger“ zu sein. Daraufhin legte der „Enkel“ auf.

...ebenso wie der „Neffe“ mit neuer „Enkeltrick-Variante“

Wenig später in Zeuthen. Auch hier wurde am Donnerstag versucht, einer gutgläubigen Dame Geld abzunehmen. Doch dieses Mal war es nicht der „Enkel“, nicht der „Sohn“, auch nicht die „ Schwiegertochter“ – nein, ein „Neffe“ klingelte an. Er brauche, so erzählte er seiner „Tante“, dringend Unterstützung beim Kauf einer Eigentumswohnung. Er wolle – auch eine seltene Variante des „Enkeltricks – auch gar kein Geld, erzählte er, sondern Hinterlegung von Schmuck als Sicherheit für einen Kredit. Aber da hatte er sich getäuscht. Die Angerufene reagierte prompt, beendete das Gespräch und erstattete Anzeige bei der Polizei.

Keine Einzelfälle

So oder ähnlich hat es sich in den letzten Wochen wiederholt zugetragen. Am Montag wollte eine 86-Jährige in Luckenwalde (Teltow-Fläming) ihrem vermeintlichen Enkel aus der Patsche helfen und wurde um 20 .000 Euro erleichtert.

Eine Woche zuvor, am 12. April, wurde der „Enkeltrick“ in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) probiert. Erfolglos, trotz „Erkältungsstimme“. Ebenso glücklos – für den Betrüger – endete der Versuch am 7. April in Großbeeren (Teltow-Fläming). Dort scheiterte der „Enkel“ an der Resolutheit der Angerufenen.

Richtig böse erwischt aht es eine Potsdamer Anfang Februar. Die 73-Jährige fiel auf den Enkeltrick herein und hat auf diese Weise 80.000 Euro verloren.

So gehen die „Enkel“ vor

Angebliche „Enkel“ (Nichten, Neffen) rufen immer wieder bevorzugt bei älteren Bürgern an. Sie schildern ausgedachte Notlagen (Autounfälle, Geldnot wegen Haus- oder Wohnungskauf, hohe Arzt- oder Anwaltskosten usw.).

Sie bitten darum, in diesen schlimmen Situationen zu helfen. Dabei handelt es sich immer um finanzielle Unterstützungen in Höhe von mehreren tausend Euro. Meist wird zuerst gefragt, ob die Bargeldsumme auch sofort zur Verfügung steht. Wenn das nicht der Fall ist, sollen die älteren Mitbürger überredet werden, zur Bank zu gehen und das Geld vom Konto oder vom Sparbuch abzuheben. Dann wird erklärt, dass man persönlich nicht in der Lage ist, selbst vorbeizukommen, um das Geld abzuholen und deshalb einen guten Freund oder Bekannten schicken wird, der das Geld in Empfang nimmt.

Hilfreiche Tipps der Polizei

Die Polizei rät nun, sich niemals auf solche dubiosen Geldforderungen, von wem auch immer und unter welchem Vorwand auch immer einzulassen.

Nicht am Telefon ausfragen lassen . Geben sie keine Details Ihrer familiären oder finanziellen Verhältnisse preis

Nicht unter Druck setzen lassen . Lassen Sie sich von einem Anrufer nicht drängen. Vereinbaren sie einen späteren Gesprächstermin. Überprüfen Sie in der Zwischenzeit die Angaben z.B. durch einen Anruf bei Ihren Verwandten

Rückruf vereinbaren . Rufen Sie die oder den „ Verwandten“ zurück. Verwenden Sie dazu die Ihnen bekannte Telefonnummer- nicht aber die Nummer, die die Anruferin oder der Anrufer Ihnen möglicherweise gegeben hat. Notieren Sie sich die eventuell auf dem Sichtfeld Ihres Telefons angezeigte Nummer des Anrufers

Rücksprache mit Vertrauensperson . Bevor Sie jemanden mit Geld zu helfen versprechen: Besprechen Sie die Angelegenheit mit einer Person Ihres Vertrauens. Wenn Ihnen die Sache „nicht geheuer ist“, informieren Sie bitte ihre örtliche Polizeidienststelle

Geld nur an Bekannte . Übergeben Sie kein Geld an Personen, die Ihnen nicht persönlich bekannt sind

Polizei einschalten . Haben sie bereits eine Geldübergabe vereinbart? Informieren Sie noch vor dem Übergabetermin die Polizei. Sie erreichen sie unter der Nummer 110

Von MAZonline

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