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„Weisse Wölfe“ auch in Brandenburg aktiv

Verbotene Neonazi-Gruppe „Weisse Wölfe“ auch in Brandenburg aktiv

Unter den Mitgliedern der von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verbotenen Gruppierung „Weisse Wölfe Terrorcrew“ sind auch Brandenburger. Kopf der hiesigen Wölfe-Sektion soll ein Mann aus Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) sein.

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Weisse-Wölfe-Anhänger bei Demo in Berlin.

Quelle: Imago/Christian Mang

Potsdam. Bei bundesweiten Razzien gegen den rechtsextremistischen Verein „Weisse Wölfe Terrorcrew“ (WWT) haben die Sicherheitsbehörden am Mittwoch auch drei Objekte in Wittstock (Dosse) durchsucht. Nach Angaben des Innenministeriums in Berlin richteten sich die Einsätze gegen drei Mitglieder der „Sektion Brandenburg“ der Gruppierung, vor allem gegen den Anführer Sandy L.

Sandy L. gilt als äußerst gewaltbereit

Der Tattoo-Studio-Besitzer ist seit mehr als zehn Jahren in der Szene aktiv und gilt als äußerst gewaltbereit. Nach MAZ-Informationen hat er vor einiger Zeit sogar ein Polizeiauto gerammt.

Bei den bundesweiten Razzien waren auch Waffen gefunden. Sichergestellt wurden unter anderem Wurfsterne, eine Armbrust und Kleinkaliberwaffen, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin. De Maizière hatte die Gruppe am Mittwoch verboten und Durchsuchungsaktionen in zehn Bundesländern angestoßen, und zwar in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen sowie Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen. Betroffen waren 15 Objekte und 16 Personen.

Eine der radikalsten Neonazi-Gruppen

„Dieser Verein ist eine Vereinigung von Neonazis, die offen und aggressiv Hetze betreiben gegen unseren Staat, gegen unsere Gesellschaft, gegen politisch Andersdenkende, gegen Migranten, auch gegen Polizisten“, sagte der Minister. „Dieser Verein bekennt sich offen zu den Werten des Nationalsozialismus und möchte eine Diktatur nach diesem Vorbild errichten. Dieses Ziel soll mit allen Mitteln durchgesetzt werden.“

Die „Weisse Wölfe Terrorcrew“ gilt als militante freie Kameradschaft. Der harte Kern der Gruppe umfasst 25 Personen, der Rädelsführer stammt aus Hamburg. Die Gruppe mischt auf Demonstrationen mit und ist durch Propagandavideos und gewaltsame Aktionen aufgefallen. Laut Verfassungsschutzbericht 2014 waren Mitglieder der „Weisse Wölfe Terrorcrew“ (WWT) an Angriffen auf Angehörige der linken Szene am Hamburger Hauptbahnhof am 1. Februar 2014 beteiligt. Die Täter griffen auch Sicherheitsleute und hinzugeeilte Polizisten körperlich an.

Gegründet wurde die Terrorcrew 2008 als Fangruppe der Neonazi-Band „Weisse Wölfe“. Ihre Lieder enthalten Textzeilen wie diese: „Aufgrund von Textzeilen wie „Wenn wir uns finden beim Marsch durch das Land, dann brennt in jeder Stadt ein Asylantenheim ab.“ Die Band wird dem verbotenen Netzwerk „Blood and Honour“ und der Untergruppe Combat 18 zugerechnet.

Aktionen auch im Norden Brandenburgs

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hat das Verbot der WWT begrüßt. „Der rechtsextremistische Verein wendet sich mit einer Vielzahl von Aktivitäten eindeutig gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik Deutschland. Das Verbot des Vereins ist vor diesem Hintergrund die konsequente und gebotene Reaktion der wehrhaften Demokratie auf diese offen rechtsextremistische Betätigung.“

Die „Weissen Wölfe“ sind auch schon in Brandenburg aktiv in Erscheinung getreten:

– Eine linke Demonstration in Wittstock (Dosse) soll im Februar 2013 von örtlichen WWT-Anhängern gestört worden sein. Unterstützer der Gruppe waren nach Auskunft von Szenekennern auch in Velten (Oberhavel) aktiv. Sie sollen an einem Fußballturnier verschiedener Neonazi-Gruppen teilgenommen haben.

– Mitglieder der WWT-Sektion Brandenburg waren am 12. September 2015 an einem Angriff auf das alternative Jugendwohnprojekt „Mittendrin“ in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) beteiligt.

– Am 5. April 2014 beteiligten sich Mitglieder der WWT an einer rechtsextremistischen Demonstration in Wittenberge (Prignitz). Am 18. Mai 2013 waren sie an der Organisation eines rechtsextremistischen Konzertes in Finowfurt beteiligt.

WWT seit langem im Visier der Behörden

Die WWT war in der Vergangenheit bereits Ziel von staatsanwaltlichen Ermittlungen. Dabei ging es um Verstöße gegen das Uniformierungsverbot – Mitglieder hatten angeblich T-Shirts des verbotenen Combat 18 getragen. Der Zahlencode steht für den ersten und achten Buchstaben des Alphabets – A.H., die Initialen Adolf Hitlers.

Drei Mitgliedern der WWT war 2013 die Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen worden. Razzien in mehreren Bundesländern, der Schweiz und den Niederlanden waren die Folge. Die Untergrundgruppe firmierte laut Sicherheitsbehörden unter dem Namen „Kommando Werwolf“.

Von Ulrich Wangemann

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