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Weiterhin nur sechs verkaufsoffene Sonntage

Shopping in Brandenburg Weiterhin nur sechs verkaufsoffene Sonntage

Nur ein Viertel aller Brandenburger Firmen zahlt den Beschäftigten Tariflohn. Neben mangelnder Tarifbindung war bei der Betriebsrätekonferenz in der Staatskanzlei auch Sonntagsarbeit Thema. Ministerpräsident Dietmar Woidke sprach sich für sechs verkaufsoffene Sonntage in Brandenburg aus. Die Gewerkschaft Verdi sieht die Neuregelung kritisch.

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Sechs verkaufsoffene Sonntag soll es im kommenden Jahr für die Brandenburger geben.

Quelle: Bernd Wüstneck/dpa

Potsdam. Die geplante Neuregelung der verkaufsoffenen Sonntage in Brandenburg soll laut Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nicht zu einer Ausweitung führen. Nicht nur pro Geschäft, sondern auch pro Arbeitnehmer solle es bei sechs verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr bleiben, sagte Woidke bei einer Betriebsrätekonferenz am Donnerstag in der Staatskanzlei: „Es gibt nicht einen einzigen Sonntag mehr.“

Fünf der Sonntage sollen wie gehabt für die gesamte Kommune gelten, der sechste könnte nach der Änderung je nach Stadtteil verschieden gesetzt werden, etwa anlässlich von Festen. Die Gewerkschaft Verdi befürchtet hingegen, dass die Neuregelung einer Aufweichung gleichkommt und Angestellte von Firmenketten zwischen Filialen verschoben werden. „Die Beschränkung auf sechs Sonntage pro Beschäftigtem steht in der Vorlage definitiv nicht drin“, sagte der stellvertretende Bezirksgeschäftsführer für Nordwestbrandenburg, Markus Hoffmann-Achenbach.

Nur 23 Prozent der Firmen sind an Tarife gebunden

Bei der Konferenz waren mehr als 150 Betriebsräte aus verschiedenen Branchen und Regionen vertreten. Im Mittelpunkt stand die geringe Tarifbindung von Brandenburger Firmen. Ministerpräsident Woidke und Arbeitsministerin Diana Golze (Linke) betonten die Bedeutung von Tarifverträgen für das wirtschaftliche Wachstum. „Ein Betrieb, der gute Fachkräfte halten will und für die Zukunft gute Fachkräfte gewinnen will, braucht auch Tarifbindung“, sagte Woidke.

Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sind nur 23 Prozent der Firmen an Tarife gebunden, nur gut die Hälfte aller Beschäftigten erhält einen Tariflohn.

Handelsverband forderte bundesweit einheitliche Regelung

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte in dieser Woche eine bundesweit einheitliche Regelung für verkaufsoffene Sonntag gefordert. Es solle zehn verkaufsoffene Sonntage mit Öffnungszeiten von 13 bis 18 Uhr geben, hieß es in der Forderung.

Für zehn Tage Sonntagsshopping hatte sich auch die Landeshauptstadt Potsdam im vergangenen Jahr eingesetzt. Dabei sollte sich eines Tricks bedient werden, indem etwa nur die Läden der nördlichen Innenstadt während der Antikmeile geöffnet werden und nur die Babelsberger Geschäfte zu den Böhmischen Tagen. So wäre nirgends mehr als sechs Mal am Sonntag geöffnet.

Von dpa

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