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Brandenburg Wenig Alternativen: Mautpflicht kaum zu umgehen
Brandenburg Wenig Alternativen: Mautpflicht kaum zu umgehen
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13:09 25.09.2016
Mautpreller haben es zunehmend schwer in Brandenburg. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam


  Lastwagenfahrer haben in Brandenburg nur wenig Möglichkeiten, mautpflichtige Routen zu umgehen. „Die Mautprellerquote liegt kontinuierlich bei unter einem Prozent“, heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium. Für Spediteure ist es schwierig, auf Strecken auszuweichen, die von der Maut ausgenommen sind. „Möglichkeiten, den Mautkosten zu entgehen oder Alternativen zur Maut gibt es kaum“, bestätigt der Geschäftsführer des Verbands für Verkehr und Logistik Berlin-Brandenburg (VVL), Klaus-Dieter Martens. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen sei es nicht realistisch, Umwege zu fahren oder kleinere Fahrzeuge einzusetzen. Zudem verweist Martens auf die Ausweitung des mautpflichtigen Streckennetzes im Land sowie die Einbeziehung von Fahrzeugen unter zwölf Tonnen im vergangenen Jahr.

Systematisch ausgeweitet

Neben den Autobahnen gilt seit Juli 2015 auch auf neun Bundesstraßen im Land die Maut für Lastwagen über zwölf Tonnen. Seit Oktober 2015 werden auch Laster ab einem Gesamtgewicht von 7,5 Tonnen zur Kasse gebeten. Derzeit sind nach Auskunft der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) rund 101 Kilometer der Bundesstraßen und 760 Kilometer der Autobahnen in Brandenburg mautpflichtig. Hinzu kämen rund 137 Kilometer Autobahnstrecke in Grenzabschnitten, von denen jedoch nur ein Teil durch die Mark verlaufen.

Die im vergangenen Jahr eingeführte bundesweite Maut-Erweiterung soll nach Aussage des Verkehrsministeriums rund 380 Millionen Euro Mehreinnahmen im Jahr einbringen.

Mehreinnahmen von bis zu zwei Milliarden erwartet

Mehreinnahmen von bis zu zwei Milliarden Euro für Infrastrukturprojekte erwartet das Ministerium bei der Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen ab Mitte 2018. Das Mautnetz solle dann von 2300 Kilometern Bundesstraßen auf 40 000 Kilometer Bundesstraßen ausgeweitet werden. Für die Spediteure schwindet damit die Chance auf Alternativrouten weiter. „Aus Sicht des Gewerbes ist es wichtig, dass hier dann einheitliche Mautsätze festgesetzt werden“, betont Martens. Eine Unterscheidung der Sätze zwischen Autobahn und Bundesstraße würde die regionale Wirtschaft womöglich stärker belasten und auch Standortfragen beeinflussen.

Von Christian Bark

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