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Brandenburg Weniger Blutspenden wegen der Hitze
Brandenburg Weniger Blutspenden wegen der Hitze
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17:57 30.07.2018
Wegen der Hitzewelle werden Blutspenden noch knapper. Quelle: dpa
Potsdam

Ein Eis für jeden Blutspender, so versucht die Berliner Charité Hitzewelle und Urlaubszeit zu trotzen. Denn gerade in der heißen Jahreszeit bleiben viele Spender fern. „Wir haben etwa 40 Blutspender am Tag. Dabei bräuchten wir für die Versorgung unserer Patienten etwa drei Mal so viele“, berichtete die Ärztin Yvonne Tauchmann vom Institut für Transfusionsmedizin der Charité. 

20 bis 50 Euro pro Spende

Jeder Spender bekomme jetzt nicht nur eine Aufwandsentschädigung, sondern auch einen Gutschein für eine benachbarte Eisdiele. Die Aufwandsentschädigung liegt in der Charité bei 20 Euro für Vollblutspenden und bei 50 Euro für eine Thrombozytenspende.

Weil das Blut nicht ausreiche, müsse die Charité Konserven hinzukaufen - von den Blutspendediensten des Deutschen Roten Kreuzes. Auch dort dürfen die Spender dieser Tage mit einem Dankeschön rechnen. Brandenburger, die zu einer der Stationen des DRK-Blutspendediensts Nord-Ost gehen, bekommen eine spezielle Einkaufstasche, die man in den Einkaufswagen spannen kann.

Gebraucht werden vor allem die Blutgruppen 0+ und 0-

DRK-Sprecherin Kerstin Schweiger hofft, dass die Märker nicht nur deswegen gerade jetzt bereitwillig spenden. Einen hohen Bedarf gibt es aktuell an Blut der Gruppen 0+ und 0-. Sehr gering seien auch die Vorräte an roten Blutkörperchen, die vor allem für Patienten mit starkem Blutverlust benötigt werden.

„Wegen der anhaltenden Hitze seit etwa der zweiten Mai-Woche kommt es immer häufiger vor, dass wegen Kreislaufproblemen auch gesunde Menschen nicht mehr so oft spenden“, sagt Schweiger. Hinzu kämen die Sommerferien. Die Zahl der Spenden pro Tag schwanke zwar stark stark, „grundsätzlich ist es aber so, dass seit Mai etwa fünf bis zehn Prozent weniger Spender kommen“, so Schweiger.

Hoffen auf Erstspender

Schweiger wirbt gerade jetzt um Erstspender. Alles in allem dauere eine Blutspende mit Arztgespräch, Abnahme und Erholungsphase rund 45 Minuten. Damit könne viel geholfen werden. Im Schnitt benötigen Berlin und Brandenburg 650 Blutspenden am Tag um die Reserven für die höchstens fünf Wochen haltbaren Blutpräparate sicherzustellen. „Wir müssen jetzt gerade für die verbleibende zweite Ferienhälfte genügend Spender finden.“

Auch wenn viele Menschen fürchteten, in der Hitze durch eine Blutspende Kreislaufprobleme zu bekommen, kann Schweiger entwarnen. „Wichtig ist nur, dass man vor der Blutspende ausreichend trinkt.“ Dazu eigneten sich besonders isotonische Getränke aber auch Säfte. „Man sollte ungefähr zusätzliche einen Liter Flüssigkeit extra draufpacken. Dann macht eine Blutspende auch bei dem heißen Wetter keine Probleme.“

Das Rote Kreuz lockt mit Eis, Getränken und klimatisierten Räumen

Das DRK ist der größte Blutspendensammler mit einem Anteil von etwa 70 Prozent des Blutes. Statt Aufwandsentschädigungen bietet es Spendern Snacks, Getränke oder auch kleine Geschenke. Momentan sind es Einkaufstaschen.

Mit Eis, Getränken, Aufwandsentschädigungen, großzügigen Öffnungszeiten, klimatisierten Räumen, Gewinnspielen und anderen Aktionen versucht auch der private Anbieter Haema, dem Spenderrückgang Herr zu werden. Haema hat Stützpunkte in Potsdam, Brandenburg/Havel und Frankfurt (Oder). „Aufgrund der Ferienzeit und dem anhaltend sehr schönen und sehr warmen Wetter haben wir in der Tat einen Rückgang von rund 20 Prozent der Vollblutspenden zu verzeichnen“, berichtete Sprecher Jan Noack. Es sei allerdings auch niemandem zu verdenken, wenn er bei diesem Wetter eher auf Outdoor-Aktivitäten setze statt Blut zu spenden. Wer dort Blut spendet, bekommt als Aufwandsentschädigung einen Gutschein, den er bei 200 Partnerunternehmen einlösen kann.

Von Rüdiger Braun

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