Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Weniger Geld für Brandenburgs Bauern

Sonderkonferenz der Agrarminister Weniger Geld für Brandenburgs Bauern

Nun ist es amtlich: Die Brandenburger Bauern müssen ab 2014 mit deutlich weniger Geld aus Brüssel auskommen. Das ist das Ergebnis einer Sonderkonferenz der Agrarminister in München, die am späten Montagabend zu Ende gegangen ist.

Voriger Artikel
Haasenburg-Heime vor der Schließung?
Nächster Artikel
Alte S-Bahnen gondeln weiter durch Berlin
Quelle: dpa

Potsdam. Dass die Agrarsubventionen für Deutschland in der nächsten EU-Förderperiode um zehn Prozent sinken, steht schon länger fest. Jetzt ging es darum, wie die bundesweit verbleibenden 6,2 Milliarden Euro pro Jahr verteilt werden. Unter anderem hat man sich darauf geeinigt, dass jeder Betrieb zusätzlich zur bestehenden Basisprämie pro Hektar Fläche für die ersten 30 Hektar noch einmal 50 Euro jeweils bekommt und für die nächsten 16 Hektar noch einmal je 30 Euro mehr. Davon profitieren vor allem kleine und mittelgroße Betriebe, wie sie für Bayern oder Baden-Württemberg typisch sind. Für die traditionell großen ostdeutschen Betriebe sind die Zusatzzahlungen eher ein Tropfen auf den heißen Stein, weil ja ein Großteil ihrer Flächen mit weniger Geld als bislang subventioniert wird. „Jetzt hilft der Osten mal dem Westen“, sagte der Landwirtschaftsminister aus Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus.

Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD), der dem Vorschlag wie seine vier ostdeutschen Ressortkollegen zustimmte, bezeichnete die Lösung als einen „fairen Ausgleich der Interessen“. Insgesamt dürfte die durchschnittliche Betriebsprämie pro Jahr und Hektar in der Mark ab 2014 von bislang 305 Euro auf 260 bis 270 Euro sinken, erklärte Jens-Uwe Schade, Sprecher des Potsdamer Landwirtschaftsministeriums. Der Brandenburger Bauernverband kritisierte die Einigung. „Die großen Betriebe haben das Nachsehen“, sagte Sprecher Holger Brantsch.

Nach Ansicht des Brandenburger Bauernbundes, der die vergleichsweise kleinen märkischen Bauern vertritt, sind die Großbetriebe dagegen noch zu glimpflich davongekommen. Der Bauernbund hatte auf eine Kappung der EU-Subventionen ab einem Betrag von 300<ET>000 Euro gehofft. „Das hätte die Konkurrenz der riesigen Holdings der Finanzinvestoren geschwächt“, erklärte Geschäftsführer Reinhard Jung. So könnten sich auswärtige Kapitalanleger auch künftig „voll subventioniert in unserer Landwirtschaft ausbreiten“.

Lob kam von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg. Die Agrarminister hätten anerkannt, dass bäuerliche Landwirtschaft eine wichtigere gesellschaftliche Bedeutung hat als große Agrargenossenschaften.

Dass die Betriebsprämien für die Bauern schrumpfen, liegt auch daran, dass innerhalb des Fördertopfs umverteilt wird. Der 6,2 Milliarden Euro große Topf umfasst zwei Säulen – jene für die Direktzahlungen an die Bauern und eine für die Förderung der ländlichen Entwicklung. Die Agrarminister haben nun beschlossen, 4,5 Prozent, also bundesweit rund 220 Millionen Euro, aus der ersten Säule auf die zweite umzuschichten. Das Geld bleibe der Landwirtschaft erhalten, etwa für Klimamaßnahmen, heißt es aus dem Potsdamer Landwirtschaftsministerium. Vogelsänger wertete auch die erweiterten Möglichkeiten für Berufseinsteiger positiv: Junglandwirte können künftig eine Förderung in Höhe von 50 Euro pro Hektar beantragen.

Von Angelika Pentsi

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Erwarten Sie, dass sich nach Einführung der einheitlichen Postleitzahl in der Gemeinde Gumtow die Qualität der Zustellung verbessert?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg