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Brandenburg Weniger Touristen kamen aus Polen
Brandenburg Weniger Touristen kamen aus Polen
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10:48 01.03.2018
Spitzenreiter bei den Regionen mit den meisten Übernachtungen ist das Seenland Oder-Spree, hier der Große Müllroser See. Quelle: foto: dpa
Potsdam

Nach Brandenburg kamen 2016 deutlich weniger Touristen aus Polen und Holland als in den Jahren davor. Dieser Trend geht aus den neuen Statistikzahlen des Landes hervor, die am Montag präsentiert worden waren. Danach wurden von polnischen Touristen gut 11 Prozent weniger Übernachtungen gebucht als 2015, bei den Holländern sind es minus sieben Prozent. Ähnlich sieht es bei der Anzahl der Gäste aus (Polen minus 4,9 Prozent; Holland minus 7,1). Aus beiden Ländern kommen aber nach wie vor die mit Abstand meisten Touristen weltweit nach Brandenburg.

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sprach angesichts insgesamt neuer Rekordzahlen bei Gästen und Übernachtungen im vorigen Jahr von einem „kleinen Wermutstropfen“. Als Grund für den Rückgang von Polen wird die öffentliche Debatte über die Sicherheit in Deutschland angegeben. Im vorigen Jahr hatte es mehrere Terrorangriffe gegeben – unter anderen in Ansbach, Würzburg und zuletzt im Dezember auf dem Berliner Breitscheidplatz. Dies führte offenbar zu Verunsicherung beim Nachbarn. Gerber sagte: „Wir hoffen, dass die Skepsis wieder einer realistischen Einschätzung weicht.“ Polen sei nach wie vor der wichtigste Quellmarkt im Tourismus. Polen ist zudem das wichtigste Exportland für Brandenburg nach den USA. Der Geschäftsführer der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB), Dieter Hütte, sagte, eine deutliche Zurückhaltung habe es beispielsweise bei Gruppenreisen polnischer Schüler gegeben.

Beim Rückgang der Touristen aus Holland, die vor allem Campingurlaub in Brandenburg machen würden, wird der verregnete August genannt. Dazu kämen gezielte Werbekampagnen anderer Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg, um Holländer in ihre Region zu locken. Die Brandenburger Tourismuswerber wollen aber nicht klein bei geben. „Wir müssen uns um die Holländer kümmern“, sagte Gerber.

Es gab 12,9 Millionen Übernachtungen im vorigen Jahr (plus 2,9 Prozent zu 2015). Jede zehnte wurde von ausländischen Besuchern gebucht. Insgesamt kamen 4,8 Millionen Gäste, davon 422 000 aus dem Ausland. Neben Polen und Holländern besuchten vor allem viele Gäste aus Dänemark, Schweden, Tschechien, Großbritannien und der Schweiz das Land. Die höchsten Zuwächse bei Übernachtungen wurden bei spanischen Urlaubern (plus 35 Prozent) registriert. Diese Personengruppe buchte rund 32 000 Übernachtungen.

Die beliebteste Region bei Gästen ist der Spreewald, während bei Übernachtungen das Seenland Oder-Spree vorn liegt. Die Boom-Region mit den höchsten Zuwächsen ist das Elbe-Elster-Land, das ein Plus bei Gästezahlen von 9,5 Prozent verzeichnete.

Brandenburg setzt für dieses Jahr vor allem auf das Reformationsjubiläum, um weitere Urlauber ins Land zu locken. Dies ist auch Schwerpunkt des Landes auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) vom 8. bis 12. März in Berlin. Der Blick der Besucher in Halle 12 soll, so Tourismus-Chef Hütte, auf die wichtigen Orte der Reformation gelenkt werden. Zu denen gehören Jüterbog mit der Ausstellung „Tetzel-Ablass-Fegefeuer“, das Reformationsmuseum in Mühlberg (Elbe-Elster) und in Potsdam die Ausstellung „Reformation und Freiheit. Luther und die Folgen für Brandenburg und Preußen“ im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte.

Brandenburg präsentiert sich auf der ITB erneut an einem Gemeinschaftsstand mit Berlin. Von den 69 Ausstellern kommen 35 aus Brandenburg.

Spreewald liegt bei Gästezahlen vorn

Im Ranking der beliebtesten Regionen in Brandenburg bei den 4,7 Millionen Gästen 2016 gab es einen Wechsel. Lag das Seenland Oder-Spree 2015 noch knapp vor dem Spreewald, war es im vorigen Jahr umgekehrt.

1. Spreewald 713  600

2. Seenland Oder-Spree 688 400

3. Dahme-Seenland 549 000

4. Ruppiner Seeland 541 300

5. Potsdam 480 100

6. Fläming 471 200

7. Havelland 385 400

8. Uckermark 316 500

9. Barnimer Land 258 800

10. Prignitz 134 000

11. Lausitzer Seenland 105 800

12. Niederlausitz 79 200

13. Elbe-Elster-Land 56 900

Von Igor Göldner

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