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Brandenburg Weniger Unterricht, aber gleiche Prüfung
Brandenburg Weniger Unterricht, aber gleiche Prüfung
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09:56 25.06.2014
Brandenburger Abiturienten fühlen sich benachteiligt. Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburger Schüler und Eltern kritisieren unfaire Bedingungen beim Abitur. Entgegen anders lautender Versprechen durch das Ministerium seien im Fach Mathematik in Brandenburg und Berlin Anfang Mai identische Aufgaben gestellt worden. Märkische Gymnasiasten haben durch eine Änderung des Kurssystems weniger Unterrichtsstunden und damit auch weniger Vorbereitungszeit auf die Prüfung als die Berliner Schüler.

Seit 2010 gemeinsames Abitur

  • 30 000 Berliner und 7500 Brandenburger Schüler haben in diesem Jahr die Abiturprüfungen abgelegt.
  • In Mathematik , Deutsch, Englisch und Französisch schreiben die Länder seit 2010 ein gemeinsames Abitur.
  • Nach Protesten Brandenburger Schüler und Eltern beschloss Rot-Rot 2013, das gemeinsame Abitur aufzuweichen.
  • Ab 2014 sollten mehr länderspezifische Aufgaben gestellt werden, um auf die geringeren Unterrichtsstunden der Märker Rücksicht zu nehmen. mak

„Auch Lehrer, die die Aufgaben kennen, haben uns bestätigt, dass die Brandenburger Jugendlichen im Nachteil waren“, sagt der Sprecher des Landeselternrats, Wolfgang Seelbach. Vier von sechs Prüfungsaufgaben in Mathematik seien komplett wortgleich gewesen. Die beiden anderen vom Anspruch nahezu gleich. Dabei haben märkische Oberstufenschüler pro Jahr rund 80 Mathestunden weniger als die Berliner.

Neues Kurssystem in Brandenburg

Hintergrund ist, dass Brandenburg sein System geändert hat: An Stelle bisheriger Leistungskurse mit fünf Wochenstunden haben die Märker inzwischen Kurse „auf erhöhtem Anforderungsniveau“ mit vier Wochenstunden. Die Abiturprüfungen 2014 waren die ersten, die unter den neuen Voraussetzungen geschrieben wurden. Nach Protesten von Eltern hatte Bildungsministerin Martina Münch (SPD) Anfang 2013 in einem Brief an die angehenden Abiturienten und ihre Eltern erklärt, dass sie die Angst vor Benachteiligung nachvollziehen könne und aus diesem Grund das gemeinsame Zentralabitur mit Berlin künftig anders aussehen werde. Neben einem gemeinsamen Anteil an Aufgaben werde es „starke länderspezifische Anteile“ geben.

„Daran hat man sich offenbar nicht gehalten“, sagt Elternvertreter Seelbach. Nicht nur die geringere Stundenzahl in Brandenburg sei unberücksichtigt geblieben, auch die teils unterschiedlichen Lehrpläne seien nicht beachtet worden: Die Brandenburger mussten sich demnach in der Prüfung mit Themen beschäftigten, die gar nicht auf dem Lehrplan standen.

Ministerium weist Vorwürfe zurück

„Wir können die Kritik nicht nachvollziehen“, sagt Ministeriumssprecher Stephan Breiding. Ein Teil der Aufgaben sei angepasst worden. „Ob diese nun im Vergleich zu den Berliner Aufgaben schwerer oder leichter sind, ist eine subjektive Einschätzung.“

„Das hat ein Geschmäckle“, sagt hingegen Kathrin Wiencek, Landesvorsitzende des Philologenverbands und selbst Mathematiklehrerin an einem Potsdamer Gymnasium. Gleichzeitig betont sie: „Das Abitur war nicht zu schwer für die Brandenburger.“ Noch seien die Ergebnisse nicht komplett ausgewertet, aber es zeichne sich ab, dass die märkischen Schüler trotz kürzerer Übungszeit keine schlechteren Noten erzielten als die Berliner.

Von Marion Kaufmann

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