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Wenn Hexen tanzen und Feuer brennen

Walpurgisnacht Wenn Hexen tanzen und Feuer brennen

Nicht nur auf dem Hexentanzplatz im Harz geht es zur Walpurgisnacht hoch her. Auch in Brandenburg wird in den Mai gefeiert. Die Tradition des Maifestes ist uralt und weist weit in die vorchristliche Zeit.

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Feuertänzer zur Walpurgisnacht 2016 im Berliner Mauerpark.

Quelle: Kay Nietfeld

Potsdam. In der Nacht zum 1. Mai feiern Tausende Menschen im Harz die Walpurgisnacht, in der die kalte Jahreszeit endgültig vertrieben und der Frühling begrüßt wird. Auch in Brandenburg hat sich die Tradition gehalten – als Tanz in den Mai, manchmal mit Feuer, manchmal mit Maibaum.

Hexentreiben im Harz

Die bekannteste und wohl auch größte Walpurgisnacht wird auf dem Hexentanzplatz gefeiert. Erwartet werden laut Bodetal Tourismus Gesellschaft 8000 Menschen. Sie können zum Teil mit Sonderzügen an- und wieder abreisen. Nach altem Volksglauben fliegen in der Nacht zum 1. Mai Hexen auf ihren Besen vom Hexentanzplatz in Thale auf den nahe gelegenen Brocken (Blocksberg), um ausschweifend mit dem Teufel zu feiern. Die Vorstellungen vom Treiben der Brockenhexen inspirierten unter anderem Johann Wolfgang von Goethe zu deftigen Szenen in seinem „Faust“.

Tradition in Brandenburg: Tanz in den Mai

Auch in Brandenburg steigen vielerorts Maifeiern, unter anderem auf dem Potsdamer Winzerberg und im Filmpark Babelsberg, in Groß Pankow OT Groß Woltersdorf (Prignitz) und in Dallgow (Havelland) (ab 18 Uhr auf der Wiese an den Autohäusern Wilmsstraße, Eintritt frei), auf der Burg Beeskow (Oder-Spree) und im Museumspark Rüdersdorf (Oder-Spree).

Eine Äbtissin als Namenspatronin

Benannt ist die Walpurgisnacht nach der an einem 1. Mai heiliggesprochenen Äbtissin Walburga (um 710-779) von Heidenheim (Bayern). Sie soll besonders fähig im Bekämpfen von Hexen gewesen sein und gilt daher in der Kirche als Schutzpatronin gegen Aberglauben, Geister und Hexen.

Ein heidnisches Frühlingsfest

Doch eigentlich geht die Walpurgistradition auf ein heidnisches Frühlingsfest zurück, an dem die Heilige Hochzeit zwischen Himmel und Erde, zwischen Sonnengott und Erdgöttin, begangen wurde. Walpurgis ist damit ein Fest der (Sinnes-)Freude, der Lust, der Sexualität.

Walpurgis oder Walburga war ursprünglich eine heidnische Göttin, die Maikönigin, „deren Kult in Deutschland derartig beliebt war, daß die Kirche sie sich auf die übliche Weise zu eigen machte: durch eine fadenscheinige Heiligsprechung. Ihrer Heiligenlegende zufolge war die Walpurgis eine Angelsächsin, die im 8. Jahrhundert als oberste Äbtissin das Doppel-Kloster von Heidenheim leitete [...]. Der Tag der Heiligen wurde vom Vorabend des 1. Mai in den Februar verlegt; möglicherweise wollte man damit die ausgelassenen Walpurgisfeiern unterbinden - aber die ‚Hexen’ feierten das Hochzeitsfest zu Ehren der Walpurgis an seinem ursprünglichen Datum. Daher mußte die Kirche behaupten, der Abend vor dem 1. Mai solle an die Überführung der Gebeine der Walpurgis nach Eichstätt erinnern; es sollte aussehen, als ob die Prozessionen, Tänze und Gesänge in Verbindung mit der Überführung des verehrten Reliquienschreins stattfänden. Der Vorabend des 1. Mai blieb jedoch in ganze Europa das wichtigste Fest der Hexen.“ (Quelle: Barbara G. Walker (Hg.): Das geheime Wissen der Frauen. Ein Lexikon. dtv 1995).

Maibaum, Maigraf, Hexenbesen

Bräuche, die mit dem Maifest einhergehen, weisen auf den lustvollen Charakter des Festes hin. Der Maibaum, noch heute in etlichen Dörfern aufgestellt, symbolisiert den Phallus und damit Fruchtbarkeit, Liebe, Werden. Der Besen der Hexen ist ebenfalls ein Phallussymbol, und das Reiten auf dem Besen steht für die sexuelle Vereinigung. Mancherorts erobern sich Männer im Wettstreit den Titel des Maigrafen, der sich eine Maigräfin erwählen darf. Besonders in den baltischen Ländern haben sich diese heidnischen Bräuche bis heute erhalten.

Von MAZonline

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