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Wenn Zeugnisse Jubel auslösen...

Bildung in Brandenburg Wenn Zeugnisse Jubel auslösen...

Es gibt Tage, auf die freuen sich Schüler mehr. Am Freitag beginnen zwar die Winterferien, aber vorher gibt’s Zeugnisse. Wahrscheinlich werden nicht alle Schüler über Noten jubeln. Doch im Brandenburger Bildungsministerium herrscht große Freude. Denn (fast) alle Zeugnisse sind dieses Mal komplett. Das war nicht immer so.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Rund 275.000 Brandenburger Schüler erhalten am Freitag ihre Halbjahreszeugnisse. Anders als in den Vorjahren soll es auf den „Giftblättern“ diesmal keine großen Lücken geben. Es werde lediglich an einer Schule im Landkreis Oberhavel fehlende Noten in einem Wahlpflichtfach geben, sagte Bildungsminister Günter Baaske (SPD) am Donnerstag gegenüber der MAZ. Im vergangenen Halbjahr hatten noch mehr als 1400 Schüler im Land weiße Flecken in den Zeugnissen gehabt, im Schuljahr 2013/14 waren mehr als 3600 Kinder und Jugendliche betroffen.

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Viel Ausfall ein einzelnen Schulen – genaue Zahlen noch nicht bekannt

Der häufige Ausfall von Unterricht erhitzt die Gemüter immer wieder, zuletzt hatte ein massiver Stundenausfall an einer Grundschule in Stülpe (Teltow-Fläming) für Proteste von Eltern gesorgt. Auch einzelne Schulen in Nauen (Havelland) und Werneuchen (Barnim) gelten als problematisch, zudem berichten Eltern über Engpässe in der Uckermark. „Genaue Zahlen zum Ausfall wird es erst in einigen Wochen geben“, so Baaske, „aber dass die Notengebung besser funktioniert hat, ist ein Indiz für weniger Ausfälle.“

Eltern von Drittklässlern erwartet eine Neuerung in den Leistungsbeurteilungen ihrer Kinder. Sie erhalten erstmals individuelle Informationen zur Bewegungsförderung ihrer Kinder. Die Grundlage dafür bilden Daten, die in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium, der Universität Potsdam und dem Landessportbund erhoben wurden. „Damit wollen wir die Eltern informieren und auf motorische Talente oder bestehende Entwicklungsdefizite aufmerksam machen“, so Baaske.

Immer mehr Schüler nehmen Nachhilfe

Indes herrscht eine ungebrochene Nachfrage nach privatem wie schulischem Nachhilfeunterricht. Gemäß einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Bertelsmann Stiftung unter 272 Brandenburger Eltern nehmen 11 Prozent der Schüler im Land Nachhilfeangebote in Anspruch. Mit den Halbjahresnoten steigt die Zahl traditionell noch einmal an. „Für die Schüler ist das Zeugnis eine Art Bestandsaufnahme in Sachen Lernen und der Punkt, an dem sich viele Schülerinnen und Schüler dazu entscheiden, mithilfe von Nachhilfe ihre Noten bis zur Versetzung im Sommer noch zu verbessern“, sagt Sabine Angelkorte vom privaten Anbieter Schülerhilfe „besonders nachgefragt sind Mathematik, die Fremdsprachen und Deutsch.“ Wolfgang Seelbach, der Sprecher des Landeselternrates, sieht private Nachhilfe als „wichtige Ergänzung und Entlastung vieler Eltern, aber diese klagen über mangelnde didaktische Kenntnisse bei einzelnen Anbietern.“

Auch Nachhilfe-Apps werden immer beliebter

Die Kosten für private Nachhilfe liegen um 9 Euro pro Stunde, viele Schulen bieten jedoch kostenfreie Alternativen an. Die Schulleiterin der Potsdamer Da Vinci Schule, Kirsten Schmollack, sagt: „Es ist Aufgabe der Schulen, Förderangebote zu unterbreiten.“ An der Da Vinci Schule gebe es daher an den Bedarfen der Schüler orientierten Förderunterricht. Das Ziel, so Schmollack, seien Individuelle Förderung und gezielte Unterstützung bei Defiziten. der Landeselternrat wünscht sich solche Angebote von allen Schulen. „Es wäre gut, wenn auch die Gymnasien Hausaufgabenbetreuung anbieten würden“, so Sprecher Seelbach. Auch digitale Angebote wie die erfolgreiche App Math42 – mehr als 1,5 Millionen Schüler und Studenten nutzen die von den erst 18- und 19-jährigen Brüdern Maxim und Raphael Nitsche konzipierte Mathematik-Software – überzeugen den Landeselternrat nicht vollkommen: „Zum Üben sind solche Programme gut. Zum Verstehen und Durchdringen eines Themas können sie aber den Unterricht in der Regel nicht ersetzen.“

Ob mit schulischer Nachhilfe, privaten Anbietern oder Unterstützung durch Apps – nicht bei jedem Schüler gereichen die Zensuren zur Zufriedenheit. „Viele werden glücklich über die Noten sein, manche etwas betrübt“, weiß auch Bildungsminister Baaske, „im zweiten Halbjahr sind noch viele Möglichkeiten, sich zu verbessern und manche Hürde zu nehmen.“ Den Schülern, die sorgenvoll der Zeugnisausgabe und dem anschließenden Weg nach hause entgegensehen, rät Baaske, „sich an eine Lehrerin oder einen Lehrer des Vertrauens zu wenden.“

Von Saskia Popp

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