Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Regenschauer

Navigation:
Wenn der Name zum Problem wird

Nur wenige Änderungen in Brandenburg Wenn der Name zum Problem wird

Aus Chantal wird Charlotte – und aus Kevin Kristof. Einige Brandenburger lassen Jahr für Jahr ihre Namen ändern – weil sie zu gewöhnlich sind oder zu kompliziert – oder gar anstößig. Namensänderungen sind aber kein Massenphänomen, denn die gesetzlichen Vorgaben sind Streng und die Gebühren hoch.

Voriger Artikel
Noch 15.000 Flüchtlinge in Notunterkünften
Nächster Artikel
Schon fast 10.000 Funklöcher gemeldet

Sammelnamen wir „Müller“ können zum Problem werden.

Quelle: dpa

Potsdam. Mehrere Hundert Berliner und Brandenburger haben im vergangenen Jahr ihren Namen ändern lassen. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, dass pro Berliner Bezirk 50 bis 150 Bürger die Änderung ihres Vor- oder Nachnamens beantragten. Auch die Brandenburger sind nicht immer zufrieden mit ihren Namen: Demnach gab es im Zeitraum von 2012 bis 2016 in Cottbus 90 Namensänderungsanträge, in Frankfurt (Oder) 23, im Landkreis Uckermark 45 und im Landkreis Dahme-Spreewald 89.

Schimpf- und Sammelnamen bereiten Probleme

In Deutschland kann jeder die Änderung seines Vor- oder Nachnamens beantragen – vorausgesetzt, er hat einen triftigen Grund dafür. Dieser liege unter anderem bei offensichtlichen Schimpfnamen wie „Fickler“ oder „Kotz“vor und auch dann, wenn der Name Anlass zu frivolen oder unangemessenen Wortspielen geben könnte – zum Beispiel „Lump“ oder „Käsebein“. Und dann gibt es noch die skurrilen Fälle, in denen Menschen mitunter sogar unfreiwillig bekannt werden, weil ihre Name anstößig oder lächerlich klingen – in Charlottenburg-Wilmersdorf ließ sich ein Psychiater umbenennen, der „Macke“ hieß.

Auch Schwierigkeiten bei Schreibweise oder Aussprache könnten eine Namensänderung rechtfertigen sowie die Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Sammelnamen wie Meyer, Müller, Schulze, Schmidt. In letzterem Fall besteht beim Nachnamen die Gefahr häufiger Verwechselungen – etwa durch falsche Postzustellungen, beim Arzt oder in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Namensänderung kann über 1000 Euro kosten

In Cottbus hat der sogenannte „Chantalismus“ und „Kevinismus“ Gloßmann zufolge Änderungswünsche nach sich gezogen. Ablehnungsgründe für eine Namensänderung sind laut dem Sprecher hingegen der Wunsch nach Fantasienamen. „Diese wurden mehrmals aus Mangas, Internet- Rollenspielen oder der Literatur beantragt“, so Gloßmann. „Wir versuchen, in der Beratung bereits derartige Wünsche abzuwenden.“

Mehrere Monate kann ein Namensänderungsverfahren dauern, in Frankfurt (Oder) sogar bis zu einem halben Jahr oder länger. Die Kosten sind nicht unerheblich: Die Antragsgebühr für die Änderung des Nachnamens kann in Frankfurt bis zu 1050 Euro betragen, beim Vornamen sind es bis zu 275 Euro. Bei Rücknahme oder Ablehnung eines Antrags werden bis zu 50 Prozent der ermittelten Verwaltungsgebühr fällig.

Von dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Finden Sie die Lebensmittelversorgung in Kyritz ausreichend?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg