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Wenn die Kollegen im Urlaub nerven...

Stress im Job Wenn die Kollegen im Urlaub nerven...

Wenn in anderthalb Wochen die Sommerferien beginnen, werden die meisten Brandenburger trotzdem nicht abschalten können: Zwei von drei Berufstätigen sind für ihren Arbeitgeber auch im Urlaub erreichbar, wie eine repräsentative Umfrage ergab. Die MAZ hat sich umgehört, wie das in Brandenburger Betrieben geregelt ist.

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Manche Arbeitnehmer müssen auch Mails nach Feierabend beantworten.

Quelle: dpa-tmn

Potsdam. Wenn in anderthalb Wochen die Sommerferien beginnen, werden die meisten Brandenburger trotzdem nicht abschalten können: Zwei von drei Berufstätigen sind für ihren Arbeitgeber auch im Urlaub erreichbar, wie eine repräsentative Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom unter deutschen Arbeitnehmern ergab. Die größten „Störenfriede“ sind die Kollegen: Bei 63 Prozent der Fälle im vergangenen Jahr meldeten sich Mitarbeiter mit Nachfragen, nur bei 19 Prozent war es der Chef.

Mercedes: Mails werden im Urlaub automatisch gelöscht

Eine stichprobenartige MAZ-Umfrage bestätigt, dass zumindest in größeren Unternehmen Mitarbeiter für die Vorgesetzten nicht ständig erreichbar sein müssen. Als vorbildlich gilt aus Gewerkschaftssicht die Unternehmenspolitik von Daimler, von der auch Mitarbeiter im Werk in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) profitieren. Sie haben die Möglichkeit, in der Urlaubszeit die Option „Mail on holiday“ zu aktivieren: Dienstliche E-Mails werden dann automatisch gelöscht.

Der Absender erhält eine entsprechende Benachrichtigung mit Verweis auf die zuständige Vertretung. Nach Urlaubsende muss sich also niemand mit einem überfüllten Postfach rumärgern. Wichtige personengebundene Nachrichten können anschließend erneut versandt werden. „Mail on holiday wird rege genutzt.“ sagt Konzernsprecherin Sabrina Schrimpf. Rund um die Uhr verfügbar zu sein, werde nicht eingefordert, bestätigt der Ludwigsfelder Betriebsrat. „Es gibt keine Verpflichtung, nach Feierabend erreichbar zu sein“, sagt Vize Torsten Hoffmann.

Flexible Modelle gefragt

Beschäftigte der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) können sich ihren Arbeitstag nach Gleitzeitbestimmungen weitgehend selbstständig einteilen. Nach 20.30 Uhr sei jedoch grundsätzlich Feierabend. „Es gibt eine Kultur, dass der Chef auch bis zum nächsten Morgen warten kann“, sagt Sprecher Robert Heiduck, der als Privatmann anfügt: „Jeder ist gefragt, sich selber zu disziplinieren.“ Neben der Arbeit seien auch Freizeit und Familie wichtig.

Auch beim Stromnetzbetreiber Edis können Beschäftigte flexible Arbeitszeiten festlegen, innerhalb derer sie erreichbar sein müssen. Ein Sonderfall sind nach Unternehmensauskunft die Netzmonteure, die mit Einsatzfahrzeugen im Netzgebiet unterwegs sind und zum Teil in vergüteter Rufbereitschaft eingesetzt werden. Diese ständige telefonische Erreichbarkeit sei erforderlich, um im Störungsfall schnell eingreifen und die Netzstabilität zu gewährleisten zu können, erklärt Sprecher Horst Jordan.

In anderen Branchen wird Rufbereitschaft häufig nicht vergütet, etwa im Einzelhandel, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Berlin-Brandenburg kritisiert. Arbeitnehmer stünden auf Abruf bereit und somit in ständiger Bereitschaft, ohne dafür bezahlt zu werden, sagt Sprecherin Nina Lepsius. Im Gesundheitssektor sei es an der Tagesordnung, dass Beschäftigte bei Personalengpässen aus ihrem freien Tag geholt würden.

Von Bastian Pauly

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