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Wer Hunde-Profi werden will, muss nach Brandenburg

Tierisch erfolgreich Wer Hunde-Profi werden will, muss nach Brandenburg

Das Geschäft mit dem Hund brummt. Darauf stellt sich die Branche ein: Seit zehn Jahren gibt es in Brandenburg einen einzigartigen Lehrgang zum „Hundeerzieher und Verhaltensberater“. In 312 Unterrichtsstunden werden die Teilnehmer zum Hundefachmann ausgebildet – kostet aber auch gutes Geld.

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Die Potsdamerin Christin Appel hat sich von der IHK zum Hundeprofi ausbilden lassen.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Gassi-Service, Hunde-Kita und Pfötchen-Hotel – ein Hundeleben müssen märkische Vierbeiner nicht zwangsläufig führen. Zumal Pfiffi & Co in guten Händen sind, wenn sie einen geschulten Hundetrainer an ihrer Seite haben.

Seit zehn Jahren bietet die IHK Potsdam einen bundesweit einzigartigen Lehrgang zum „Hundeerzieher und Verhaltensberater“ an – mit großem Erfolg: Nach Angaben der IHK haben sich seit 2007 rund 197 Berliner und Brandenburger zum Hunde-Profi schulen lassen. Deutschlandweit sind es 945 Teilnehmer. Auch Tierfreunde aus anderen Ländern haben sich bereits in Brandenburg zum Hundeerzieher fortbilden lassen. „Die Leute kommen aus Japan, Ungarn, Schweden, China und Bulgarien zu uns“, sagt die Leiterin des zuständigen IHK-Fachbereiches, Kerstin Poloni.

Der Hund ist heute Familienmitglied und Arbeitskollege

Dass der Lehrgang auf positive Resonanz stößt, habe mehrere Gründe. Eine Erklärung ist, dass professionelle Hundeerzieher und Verhaltensberater zunehmend gefragt sind. „Der Markt für Dienstleistungen rund um den Hund wächst in Brandenburg kontinuierlich“, sagt Poloni. Gab es im Jahr 2007 noch 245 Firmen, die sich auf das Geschäft rund um den besten Freund des Menschen konzentrierten, sind es nach IHK-Angaben in diesem Jahr bereits 522 Unternehmen im Land Brandenburg. Das Geschäft mit dem Hund brummt, weil der Vierbeiner längst nicht mehr nur als Nutz- oder Haustier wahrgenommen wird. „Der Hund ist Familienmitglied und Arbeitskollege“, so Poloni.

Darüber hinaus sei man mit dem Lehrgangsangebot dem Ruf der Branche gefolgt, dass es endlich einheitliche Qualitätsstandards in der Hunde-Dienstleistungsbranche geben müsse. So existiert der Beruf Hundetrainer in Deutschland nicht als Ausbildungsberuf im gängigen dualen System.

Eine Investition, die sich lohnen kann

Noch vor einigen Jahren genügte für den Betrieb einer Hundeschule ein einfacher Gewerbeschein. Nach dem geänderten Tierschutzgesetz aus dem Jahr 2014 ist eine Erlaubnis des zuständigen Veterinäramts nötig, und auch wer als Hundetrainer arbeiten will, braucht eine Genehmigung. „Im Prinzip konnte früher jeder mit seinem Hund an der Leine loslaufen und sich Hundeerzieher nennen“, erklärt Poloni. Mit dem Lehrgangs-Zertifikat der IHK können nun zum Beispiel Hundetrainer nachweisen, dass sie das nötige Wissen für ihren Job mitbringen.

In 312 Unterrichtsstunden werden die Teilnehmer für 3120 Euro zum Hundeprofi ausgebildet. Eine Investition, die nicht günstig ist, sich aber lohnen kann, wie das Beispiel von Christin Appel von der Hundeschule „Hundartig“ im Potsdamer Norden zeigt.

Tanzstunden für den Vierbeiner

Schon als Kind träumte die Potsdamerin davon, eines Tages beruflich „etwas mit Tieren zu machen“. Trotzdem entschied sie sich nach dem Abitur zunächst für eine klassische Ausbildung zur Einzelhändlerin und lernte an einer Tankstelle. Nach der Ausbildung und Geburt ihrer Tochter sei ihr schnell bewusst geworden, dass ein Acht-Stunden-Job im Büro auf lange Sicht nicht das richtige für sie wäre. Die Tierliebhaberin entschloss sich, eine eigene Hundeschule zu eröffnen. Doch auch wenn sie schon selber einige Hunde großgezogen hatte, fehlte es ihr noch an Wissen und Erfahrungen, wie man ein eigenes Unternehmen auf die Beine stellt. Als sie von dem IHK-Lehrgang hörte, war sie deshalb sofort Feuer und Flamme. „Gerade in unserer Branche läuft viel über Mundpropaganda. Die Kunden sollten sehen, dass ich als Hundetrainerin qualifiziert bin.“

Innerhalb von zwei Jahren eignete sie sich das nötige Wissen im IHK-Lehrgang an. Dazu gehörten nicht nur Grundlagen in Anatomie, Tierernährung und Erziehung, sondern auch Kenntnisse in Marketing und Betriebswirtschaft. Besonders gefiel der Potsdamerin, dass der Unterricht nah an der Praxis gehalten war. „Es gab viele Referenten und ich fand es gut, dass wir Einblicke in mehrere Hundeschulen bekommen haben.“

Im Mai 2012 bekam Christin Appel ihr Zertifikat – inzwischen zählt die Potsdamerin 500 Kunden in ihrer Kartei. Sie bietet heute die nötige Ausbildung für den Hundeführerschein, Welpenkurse und sogar Tanzstunden mit den Vierbeinern an. Die Hunde lernen in den Kursen gemeinsam mit Herrchen und Frauchen Tricks, die am Ende zu einer Choreographie zusammengefügt werden.

Von Diana Bade

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