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Brandenburg West-Nil-Fieber erreicht Brandenburg
Brandenburg West-Nil-Fieber erreicht Brandenburg
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17:33 12.10.2018
Eine Mücke saugt Blut aus der Haut. Ein Pferd wurde nun in Südbrandenburg infiziert. Quelle: dpa
Potsdam

Das West-Nil-Virus hat auch Brandenburg erreicht. Wie Landestierarzt Stephan Nickisch der MAZ bestätigte, ist in Plessa (Elbe-Elster) ein Infektionsfall aufgetreten. Angesteckt hat sich ein Pferd. „Aus einem Bestand von zwölf Pferden war eines betroffen“, sagt Nickisch. Der Befund sei vom Friedrich-Loeffler-Institut (LFI) bestätigt worden – das LFI ist das nationale Referenzlabor für die Tierseuche. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagte der Landestierarzt. Gesundheitsbehörden seien informiert worden.

Das West-Nil-Fieber ist eine von Stechmücken und Zecken übertragene Infektionskrankheit, die bislang in Brandenburg noch nicht nachgewiesen wurde. An ihr erkranken normalerweise Vögel. Säugetiere und Menschen können jedoch ebenfalls nach einem Mückenstich betroffen sein. In seltenen Fällen kann der Erreger Hirnhautentzündung auslösen. Wie gestern bekannt wurde, ist in Bayern erstmals ein Mensch an der Infektion erkrankt.

Elektronenmikroskopische Aufnahme des West-Nil-Virus. Quelle: Cynthia Goldsmith/CENTERS FOR DISEASE CONTROL/EPA/dpa

Meldepflicht besteht seit dem Jahr 2015. In Süd- und Südosteuropa gab es in dieser Saison eine besonders heftige Infektionswelle mit zahlreichen Todesfällen vor allem bei älteren Menschen. Zuletzt meldete auch Tschechien nach Jahren erneut erste heimische Erkrankungen.

Überträger eigentlich nur Mücken

Im Fall Plessa sind laut Verbraucherschutzministerium „zentralnervöse Ausfallerscheinungen“ bei dem Pferd aufgetreten. Da als Überträger eigentlich nur Mücken infrage kommen, haben Amtsveterinäre Mückenfallen aufgestellt. Der Fang sei mittlerweile auf dem Weg zum Loeffler-Institut, sagt Landestierarzt Nickisch. So wolle man feststellen, ob der Erreger schon weiter verbreitet sei und insbesondere die Wildvogelpopulation bedrohe.

In einer Mitteilung des Verbraucherschutzministeriums heißt es: „Das Virus vermehrt sich nicht in dem Maße in infizierten Pferden, dass es zur weiteren Infektion von blutsaugenden Stechmücken ausreicht. Von mit dem West-Nil-Virus infizierten und erkrankten Pferden geht daher keine Infektionsgefahr aus.“

Tierarzt aus Bayern infiziert

Wie das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) am Donnerstag in Erlangen mitteilte, hat sich jetzt zum ersten Mal ein Mensch in Deutschland nachweislich mit dem West-Nil-Virus infiziert. Ein Tierarzt aus Bayern habe sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bei der Obduktion eines an dem Virus verendeten Bartkauzes aus einem Wildpark in Poing (Landkreis Ebersberg) mit dem Erreger angesteckt. Der Veterinär sei kurz nach dem Eingriff am West-Nil-Fieber erkrankt, mittlerweile aber wieder gesund.

Bei dem toten Bartkauz war das gefährliche West-Nil-Virus Mitte September nachgewiesen worden. Bei Vögeln wurde das Virus zum ersten Mal in Deutschland Ende August nachgewiesen, und zwar bei einem Bartkauz aus einem Zoo in Halle/Saale.

Der Deutsche Jagdverband warnte gestern in einer offiziellen Mitteilung vor dem berühren von toten Vögeln. Sie sollten nur geschützt eingesammelt und zur Begutachtung gegeben werden.

Von Ulrich Wangemann

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