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Wie Brandenburger Museen das Internet entdecken

Umfrage Wie Brandenburger Museen das Internet entdecken

Brandenburgs Museen setzen ganz unterschiedlich auf das Internet und digitale Angebote. Für die meisten ist es mit einer Homepage getan, andere bringen Apps auf den Markt oder setzen stark auf Facebook. Wir haben uns umgehört und erfahren, woran eine Digitalstrategie oft scheitert.

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Museale Schönheiten sind virtuell begehbar.

Quelle: 68608701

Potsdam. Die Museen in der Mark setzen mehr und mehr auf digitale Angebote. Wie eine Umfrage ergab, bildet die Internetseite oft das Kernstück des digitalen Angebots. „Das Internet nimmt inzwischen einen breiten Raum ein, insbesondere bei der Information für die Besucher über unsere Homepage“, sagt Antje Zeiger, die Leiterin des Museums des Dreißigjährigen Krieges in Wittstock/Dosse (Ostprignitz-Ruppin).

Vereinzelt setze das Museum QR-Codes in der Außenwerbung ein, bisher jedoch nicht innerhalb der Ausstellung. Die bis zu 4000 Schüler, die jährlich an museumspädagogischen Angeboten teilnehmen, kommen, so vermutet Zeiger, nur zu einem geringen Anteil wegen digitaler Werbung. „Die Wichtigkeit sozialer Netzwerke ist uns durchaus bewusst. Trotzdem werden diese von uns bisher kaum genutzt“, sagt die Leiterin. Nicht, weil man nicht wolle. Weitere digitale Angebote könnten aufgrund bescheidener finanzieller Mittel nicht offeriert werden.

Digitalisierung kommt voran

Im Märkischen kommt die Digitalisierung von Ausstellungsstücken und zahlreichen Quellen weiter voran.

Seit drei Jahren hat der Museumsverband Brandenburg dafür gleich mehrere Projekte aufgelegt.

Ziel ist es, ausgewählte Sammlungsbestände zu digitalisieren und über das Internet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

1200 Glasplattennegative werden aus zehn Museen werden in diesem Jahr digitalisiert und ein Teil davon veröffentlicht, wie ein Sprecher mitteilte.

Die Exponate werden dann in die Plattform museum-digital.de eingespeist.

Mittlerweile sind dort gut 3300 Objekte aus 50 Museen abrufbar.

Auch das Kulturhistorische Museum Prenzlau (Uckermark) ist für digitale Angebote nicht übermäßig finanziell ausgestattet. „Prinzipielle Hürden sind wie immer Zeit und Geld“, sagt Museumsmitarbeiterin Katrin Fey. Über vorhandene Projektgelder könnten aber neue Wege probiert und dann – mit den neuen Argumenten – eine Verstetigung versucht werden.

Einer dieser neuen Wege ist die kürzlich eingeführte App für Kinder. Diese bietet den kleinen Besuchern die Möglichkeit, Kultur spielerisch in Form einer Quiztour durch das Museum zu entdecken. „Die Teststrecke mit Kindern einer benachbarten Schule lief sehr gut“, berichtet Frey.

Filmmuseum in Potsdam setzt auf Facebook

Gerade medial ausgerichtete Museen wie das Filmmuseum in Potsdam setzen auf audiovisuelle Angebote innerhalb der Ausstellung wie zum Beispiel PC-Bildschirme, auf denen Videos zu sehen sind. „In der Dauerausstellung kann man sich selbst in kleine Castingfilme einkopieren und per Mail an sich selbst und Freunde schicken“, informiert eine Museumssprecherin. Besondere Bedeutung gewinne die Besucherkommunikation über Facebook. Der Kanal werde nahezu täglich bespielt. Auch die Museumsapp der Stadt Potsdam komme dem Museum zugute. Das Filmmuseum plant auch die Entwicklung einer eigenen App.

Tickets können direkt über die Website gekauft werden

Das digitale Zeitalter hat auch die Einrichtungen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) erfasst. „Unsere Website ist heute eine unverzichtbare Informationsplattform“, sagt Stiftungssprecher Frank Kallensee. Darauf würden die Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen vorgestellt, Ausstellungen und Veranstaltungen angekündigt, auch seien Forschungsergebnisse und Online-Publikationen abrufbar. Zugleich biete die Seite die Möglichkeit des Online-Ticketings und des Online-Einkaufs im Museumsshop.

Aktiv in den sozialen Netzwerken ist die Stiftung laut Kallensee seit August 2015 anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Frauensache“ unterwegs. Neben der Corporate Website, als Säule der Online-Kommunikation, werde über den Micro-Blog Twitter, die Foto- und Video-Sharing-App Insta-gram und einen eigenen YouTube-Kanal kommuniziert. In ihren Besucherinformationszentren nutze die SPSG QR-Codes, auch Apps wie die „Paradiesapfel-App“ für den Park Sanssouci könnten sich die Besucher herunterladen.

Viele Ausstellungsstücke und Quellen sind digital abrufbar

„Digitale Angebote erhöhen die Besucherzufriedenheit und die Servicequalität“, sagt Kallensee. Social Media ermögliche überdies eine verbesserte zielgruppenorientierte Kommunikation. „Doch digitale Angebote für eine jüngere Generation sind nicht weniger richtig und wichtig wie die analogen im Bereich der kulturellen Bildung“, sagt er und nennt in dem Zusammenhang die Museumswerkstatt am Neuen Palais, die erheblich nachgefragt sei.

Auch die Digitalisierung von Ausstellungsstücken und Quellen geht voran. Seit 2012 hat der Museumsverband Brandenburg mehrere Projekte mit dem Ziel durchgeführt, ausgewählte Sammlungsbestände zu digitalisieren und über das Internet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wie ein Verbandssprecher sagt. Dieses Jahr würden beispielsweise rund 1200 Glasplattennegative aus zehn Museen digitalisiert und ein Teil davon veröffentlicht. Sie werden dann in die Plattform museum-digital.de eingespeist. Mittlerweile seien dort gut 3300 Objekte aus 50 Museen abrufbar.

Von Christian Bark

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