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Brandenburg Wie Carlos (3) die bösen Zellen besiegte
Brandenburg Wie Carlos (3) die bösen Zellen besiegte
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09:44 06.01.2016
Carlos mit brauner Wuschelmähne. Quelle: Facebook
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Potsdam

Im Kampf gegen den Blutkrebs haben sich in Brandenburg allein im Jahr 2015 rund 11 .000 Bürger als potenzielle Stammzellenspender registrieren lassen. Damit sind 66.000 Märker in der lebensrettenden Datenbank registriert – 21,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit belegt Brandenburg gemessen an der Einwohnerzahl bundesweit den fünften Platz in der Rangliste der registrierungswilligsten Länder. Diese Zahlen veröffentlichte die Gesellschaft Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) am Dienstag. „Das sind beachtliche Zahlen“, sagt Annika Schirmacher von der DKMS. Die meisten Registrierten kämen aus Vereinen, Firmen, Schulen und Hochschulden.

Blutkrebs

Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs, darunter viele Kinder und Jugendliche. Blutkrebs ist der Sammelbegriff für eine Reihe bösartiger Erkrankungen des blutbildenden Systems.

Ohne medizinische Behandlung führt Blutkrebs zum Tod. Für viele Patienten ist eine Stammzelltransplantation die letzte Chance auf Leben. Da höchstens 30 Prozent der Patienten einen Stammzellspender innerhalb der Familie finden, ist der Großteil auf einen Fremdspender, also einen Spender außerhalb der Familie, angewiesen.

Die Deutsche Knochenmarkspender-Datei (DKMS) registriert potenzielle Spender und hilft, für möglichst jeden suchenden Patienten einen passenden Fremdspender zu finden. Spenden können gesunde Menschen von 17 bis 55 Jahren. Kontakt: www.dkms.de

Über 1500 Menschen haben sich für Carlos registrieren lassen

Die Hilfsbereitschaft und Anteilnahme der Bürger ist gerade in Potsdam sensationell: MAZ-Leser erinnern sich an die beispiellose Typisierungs-Aktion im Filmpark Babelsberg, wo sich im November 2014 zur Rettung des damals zwei Jahre alten Carlos 1576 Menschen für die Datei registrieren ließen. Resultat: Binnen eines Jahres fanden sechs an Blutkrebs erkrankte Menschen einen Spender unter den Registrierten aus dem Filmpark.

Auch Schauspielerin Susan Sideropoulos, sie spielte lange bei GZSZ mit, unterstüzte die Hilfe für Carlos. Sie ist eng mit der Mutter des Kleinen befreundet. Quelle: Ufa


Einen Knochenmarkspender fand auch Carlos, der mittlerweile drei Jahre ist und Tag für Tag Fortschritte macht. Gut ein Jahr nach der Transplantation des Gewebes, in dem die lebenswichtigen Blutzellen produziert werden, hat das einstmals glatzköpfige Kind eine dichte braune Wuschelmähne.

Das Blutbild des Jungen ist nach Facebook-Auskunft der Unterstützergemeinschaft „Carlos und Du“ frei von „bösen Zellen“. Die Ärzte hätten damit begonnen, die Medikamentenrationen zu verringern.

Auf Spendenkonto sind fast 100.000 Euro eingetroffen

Hintergrund: Trotz passender Blutwerte erkennt der Körper des Knochenmark-Empfängers, dass es sich um fremdes Gewebe handelt und würde – ohne Medikamente – versuchen, die Zellen abzustoßen.

Enorm ist auch die finanzielle Spendenbereitschaft. Im November 2015 wurde das Carlos-Sonderkonto bei der DKMS geschlossen – Kontostand: 97. 641 Euro. Davon kann die Organisation 2000 Typisierungssets kaufen und Leben retten.

Warum im Jahr 2015 so viele Menschen aktiv am Kampf gegen Blutkrebs teilnahmen, erklärt man sich bei der DKMS mit der direkten Ansprache vieler Menschen in den sozialen Medien, mit emotionalen Auftritten von Angehörigen und Kranken im Fernsehen – etwa in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ – und mit dem berührenden Gang des leukämiekranken ehemaligen Außenministers Guido Westerwelle an die Öffentlichkeit.

Auch der Fall der kleinen Ella aus dem Kreis Oberhavel bewegte viele Brandenburger. Auch hier ließen sich viele Menschen registrieren. Für das Mädchen wurde sogar ein passender Spender gefunden. Doch Ella verlor den Kampf gegen den Krebs. Ihre Lungen waren zu stark von der Krankheit befallen.

Von Ulrich Wangemann

Sie war schon einmal Brandenburgs Wissenschaftsministerin, dann Chefin im Bildungsressort, schließlich fiel sie in Ungnade: Nach dem Verlust ihres Direktmandates in Cottbus bei der Landtagswahl 2014 holte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) die SPD-Politikerin Martina Münch nicht in sein Kabinett.

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