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Wie DHL Pakete schneller ausliefern will

Neue Zustellbasis in Brandenburg Wie DHL Pakete schneller ausliefern will

Der Paketmarkt wächst dynamisch, aber der Wettbewerb ist hart umkämpft. Wer liefert schneller, billiger und kundenfreundlicher? Marktführer DHL will seinen Vorsprung ausbauen. Für Potsdam und Umgebung hat das Logistikunternehmen die erste mechanisierte Zustellbasis in Betrieb genommen – und verspricht, die Pakete schneller an den Kunden auszuliefern.

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DHL-Zusteller Steven (24) scannt Pakete, bevor er sie ins Fahrzeug verlädt – die Vorsortierung hat ihm die Technik der neuen Zustellbasis in Kleinmachnow abgenommen.

Quelle: Julian Stähle

Kleinmachnow. Vor Steven liegen der erste Tag nach dem Urlaub und 160 Pakete. Der 24-Jährige arbeitet als Zusteller für die DHL Delivery in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark), einer Tochter der DHL Paket Deutschland. Im Europarc Dreilinden hat das Logistikunternehmen am Mittwoch die erste mechanisierte Zustellbasis in Brandenburg in Betrieb genommen. 120 Zusteller beliefern von dort aus Kunden in Kleinmachnow, Teltow, Stahnsdorf, Potsdam und dem Berliner Südwesten.

Die Tour führt Steven diesmal nach Dahlem und Wilmersdorf. Welche Pakete er in seinen gelb-roten Transporter laden muss, entscheidet die Technik. Die neue Verteilanlage ordnet die pro Tag rund 20.000 anfallenden Sendungen automatisch der richtigen Zustelltour zu – Hand anlegen muss dafür niemand mehr. Von der Entladestelle bis zum Zusteller brauchen die Pakete gut eine Minute. Auf dem 170 Meter langen Fließband werden sie automatisch nach dem Zielort sortiert und dem richtigen Transporter zugeordnet. Unterm Strich spart das eine halbe Stunde Arbeitszeit, wie André Wistuba erklärt, der für Auslieferung zuständige Abteilungsleiter.

Die Zeitersparnis ist für den Branchenführer bares Geld wert. Der Wachstumsmarkt ist hart umkämpft. Etliche Wettbewerber haben den einstigen Staatsmonopolisten herausgefordert: Wer liefert schneller, billiger und kundenfreundlicher? Um die Kosten zu drücken, hat der Konzern vergangenes Jahr das Paketgeschäft in 49 regionale DHL-Delivery-Töchter ausgegliedert. Gezahlt wird jetzt nach den regionalen Tarifen des Speditions- und Logistikgewerbes – also zum Teil deutlich schlechter als nach den Altverträgen, die noch aus der Zeit als konkurrenzloser Staatsbetrieb stammten.

Zusteller wie Steven steigen mit einem Bruttogehalt von 11,04 Euro pro Stunde ein. Dazu kommen Zulagen und Prämien, etwa für unfallfreies Fahren. 2015 haben die Regionaltöchter bundesweit 9000 Zusteller unbefristet eingestellt, bis Ende 2016 sollen weitere 4500 dazukommen. 750 Millionen hat der Konzern in den vergangenen Jahren in den Ausbau seines Paketnetzes investiert, wie viel davon in den Neubau der fast zwei Fußballfelder großen Zustellbasis in Kleinmachnow flossen, bleibt ein Betriebsgeheimnis.

Die Brandenburger zählt zu den größeren unter den 61 mechanisierten Verteilstationen, die das Logistikunternehmen bundesweit mittlerweile betreibt. Darin bündelt der Konzern Prozesse, die sich zuvor dezentral abspielten. Trotz Automatisierung soll kein Arbeitsplatz eingespart worden sein, im Gegenteil. Mit der Eröffnung gab es laut Konzern 14 Neueinstellungen, insgesamt arbeiten 140 Zusteller, Entlader und Innendienstler am Standort im Europarc Dreilinden.

Die mit Automatisierungstechnik aufgerüsteten Zustellbasen ergänzen die großen Paketzentren – bundesweit gibt es davon 33, in der Region sind das die Standorte Börnicke (Havelland) und Rüdersdorf (Märkisch-Oderland). Mit der mechanisierten Zustellbasis in Kleinmachnow rüstet sich das Logistikunternehmen für die steigende Nachfrage nach Paketdienstleistungen, gerade in der Wachstumsregion Potsdam. Lieferte DHL 2015 deutschlandweit pro Tag noch 3,6 Millionen Pakete aus, sind es jetzt schon 3,9. Tendenz: weiter steigend.

Software-Panne drückt Konzernbilanz

Der boomende Online-Versand und die daraus resultierende positive Entwicklung der Paketsparte ist Wachstumstreiber des Gesamtkonzerns Deutsche Post DHL.

Das Konzernergebnis des vergangenen Jahres hatte eine fehlgeschlagene Umstellung der Computersysteme in der Frachtsparte nach unten gedrückt. Gut 300 Millionen Euro mussten deshalb abgeschrieben werden, wie der Konzern am Mittwoch auf seiner Aktionärshauptversammlung bekanntgab. Als künftiger Post-Vorstand soll Tim Scharwath den krisengeschüttelten Bereich aufmöbeln. Er kommt von der Schweizer Spedition Kühne + Nagel.

Das operative Ergebnis (Ebit) brach 2015 um 19 Prozent auf gut 2,4 Milliarden Euro ein. Mittelfristiges Ziel ist es, das Ergebnis bis 2020 auf fünf Milliarden Euro zu steigern.

Von Bastian Pauly

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