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Brandenburg Wie Spielgeräte gegen Parkinson helfen können
Brandenburg Wie Spielgeräte gegen Parkinson helfen können
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13:33 12.04.2016
Patientin Karin Zielke (l.), Liselotte Platte (3. v. l.), die ihren erkrankten Mann pflegt, und Therapeut Sebastian Trebs (2. v. l.) im Therapiegarten. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Nummernschilder auf dem Besucherparkplatz erzählen vom Erfolg des Hauses. Die Parkinsonklinik Beelitz-Heilstätten (Potsdam-Mittelmark) genießt längst auch überregional einen exzellenten Ruf, so erklärt sich auch, warum die Patienten und Angehörigen nicht nur aus der Prignitz oder der Lausitz anreisen, sondern auch aus Bayern.

Mittlerweile bringt es die Spezialklinik auf 63 Betten, zum Start 1998 waren es weniger als halb so viele. „Die Wartelisten sind voll“, sagt Heilstätten-Geschäftsführer Georg Abel. Der Anlass ist ein besonderer an diesem Montag, es ist der 11. April: Zum Welt-Parkinsontag weiht die Klinik einen Therapiegarten ein. Speziell zugeschnittene Sportgeräte sollen es den Patienten ermöglichen, sich in Bewegung zu halten und die schulmedizinische Behandlung ergänzen.

Chefarzt Georg Ebersbach Quelle: Bernd Gartenschläger

Mehr als 20.000 Euro kostet dieses Zusatzangebot, das Parkinson-Erkrankten die Möglichkeit biete, sich selbst zu entdecken, wie es Chefarzt Professor Georg Ebersbach formuliert. Aktiv bleiben, den Körper in Bewegung halten, das kann den Verlauf der langsam fortschreitenden Nervenkrankheit zwar nicht aufhalten, aber die Lebensqualität erheblich verbessern – ergänzend zur medikamentösen Behandlung.

Ohne Stephan Goericke und das Geld der Deutschen Parkinson Hilfe wäre es wohl so schnell nichts geworden mit dem Therapiegarten. Der umtriebige Unternehmer ist Gründer des Vereins und Initiator der vielbeachteten Tulip-Gala, die längst über Brandenburg hinaus strahlt. Im Vorjahr kam bei der Benefizveranstaltung ein Betrag von 36.500 Euro zusammen. Goericke ist es gelungen, die Parkinson-Krankheit stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Der frühere CDU-Wahlkampfmanager hat unter anderem den ewigen SPD-Landesvater Matthias Platzeck für die Sache gewonnen, Ex-Boxer Axel Schulz und Model Franziska Knuppe sind Ehrenbotschafter des Vereins. Was Goericke treibt, ist das Schicksal seines Vaters, der vor 16 Jahren an Parkinson erkrankte. „Es ist eine private Initiative“, sagt Stephan Goericke über sein Engagement, nicht ohne zu betonen, dass er darüber viel Freunde gewonnen habe. Und auch die Beelitzer Parkinsonklinik und nicht zuletzt deren Patienten profitieren.

Therapie und Hilfe

300.000 Menschen leiden bundesweit an Parkinson.

Die Tulip-Gala ist das größte Charity-Projekt dieser Art für Parkinson-Erkrankte in Deutschland. Dieses Jahr findet die Gala am 5. November in der Potsdamer Metropolishalle statt. Der Erlös der Veranstaltung wird an die Deutsche Parkinsonhilfe gespendet.

Kontaktadressen: Deutsche Parkinson Hilfe e. V., Benzstraße 29 b, 14482 Potsdam, office@deutsche-parkinson-hilfe.de;

Professor Georg Ebersbach, Chefarzt der Parkinsonklinik in Beelitz, bersbach@kliniken-beelitz.de, weitere Informationen unter www.selbsthilfe-brandenburg.de

Während der Therapiegarten das erste Mal auf seine Praxistauglichkeit erprobt wird, beschwört Goericke das enge Verhältnis zu den Finanziers. „Es ist Vertrauen da. Wir können unsere Sponsoren mit gutem Recht sagen: Da ist euer Geld gut angelegt.“ Das mit der öffentlichen Aufmerksamkeit klappt schon ganz gut, und auch bei den Krankenkassen hat ein Umdenken eingesetzt So übernimmt die AOK Nordost die Kosten für eine spezifische Bewegungstherapie, genannt BIG.

Gemeinsam mit der Deutschen Parkinsonvereinigung wird die Krankenkasse in diesem Jahr erstmals Mitveranstalter der Tulip-Gala. Das Benefiz-Event soll weiter wachsen. Nach Umzug in die Metropolishalle in Potsdam rechnet Goericke mit mindestens 500 Gästen, so viele wie nie zuvor. „Wir sind noch nicht ganz ausverkauft, weil der Rahmen in diesem Jahr größer ist“, sagt der Unternehmer. Goerickes Projekt soll weiter wachsen. Es könnten sogar mal 1000 Gäste werden, aber dafür will er sich noch ein paar Jahre Zeit lassen.

Diese Ambitionen wird man in der Beelitzer Parkinsonklinik mit Wohlwollen vernommen haben. „Ich bin froh, dass es die Gala gibt“, sagt Chefarzt Ebersbach. Im Rahmen der Benefizveranstaltung habe die Klinik ein neues Netzwerk knüpfen können – etwa zum Fraunhofer Institut und zur AOK Nordost. Und wenn Heilstätten-Geschäftsführer Abel der Gala eine „überregionale, deutschlandweite Bedeutung“ zumisst, hätte er das gleiche getrost auch über die Parkinsonklinik sagen können.

Von Bastian Pauly

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