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Brandenburg Wieder mehr Mediziner in Brandenburg
Brandenburg Wieder mehr Mediziner in Brandenburg
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02:18 19.05.2018
Patienten müssen oft lange auf einen Arzttermin warten. Quelle: foto: dpa
Potsdam

Die Zahl der Mediziner, die Patienten in Brandenburg in einer Arztpraxis behandeln, ist in den vergangenen acht Jahren um knapp zwölf Prozent gestiegen. Brandenburg hatte im vergangenen Jahr fast 400 Ärzte mehr als noch 2010 – eine gute Nachricht.

Doch Entwarnung wollte die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) am Mittwoch in Potsdam nicht geben. Denn in der Mark werden nicht nur die Patienten, sondern auch ihre Ärzte immer älter. In den kommenden Jahren wird erwartet, dass besonders viele Haus- und Fachärzte in den Ruhestand gehen werden. „Es ist wichtig, dass wir uns weiter um medizinischen Nachwuchs kümmern“, sagte Vize-KVBB-Chef Andreas Schwark.

Nach Angaben der KVBB gab es Ende 2017 in der Mark 3811 Vertragsärzte. Das sind 51 mehr als im Jahr zuvor. Das Durchschnittsalter aller brandenburgischen Vertragsärzte beträgt 54,9 Jahre. Schon jetzt seien 30 Prozent aller Hausärzte und 25 Prozent aller Fachärzte älter als 60 Jahre. „Noch gibt es keinen akuten Ärztemangel, aber wir müssen in einigen Regionen proaktiv gegensteuern“, sagt KVBB-Chef Peter Noack. Prognosen zufolge könnten bis zum Jahr 2020 in Brandenburg 119 Hausärzte, 10 Augenärzte, 37 Frauenärzte, 10 HNO-Ärzte und 13 Kinderärzte fehlen, weil Praxen in absehbarer Zeit wegen Überalterung der Mediziner schließen.

Um die Ansiedlung von Vertragsärzten in ländlichen Regionen frühzeitig zu fördern, unterstützt die KVBB neue Praxen in ausgewiesenen Regionen mit Zuschüssen von bis zu 50 000 Euro. In diese Starthilfe für Jungärzte wurden im vergangenen Jahr 430 000 Euro investiert. „Durch das Programm ist es uns gelungen, ganze Regionen zu stabilisieren“, sagt Noack. Dank der Prämie hätten sich etwa Hausärzte in Schwedt niedergelassen.

Doch Geld allein reicht für viele Mediziner nicht als Anreiz. Rahmenbedingungen wie Jobmöglichkeiten für den Partner und gute Schulmöglichkeiten für die Kinder müssten ebenfalls stimmen. Hier seien auch das Land und die Kommunen gefragt. „Sobald Kinder und Familie eine Rolle spielen, ist die Entscheidung, eine Praxis zu gründen riskant“, sagt auch Antonia Stahl. Die 31 Jahre alte angehende Allgemeinmedizinerin wagt den Schritt trotzdem und eröffnet bald eine Praxis in Falkensee.

Dass Leute wie sie gebraucht werden, lässt sich nicht nur an Prognosen ablesen. Noch immer ärgern sich märkische Patienten über lange Wartezeiten auf einen Arzttermin. Auch dieses Problem ist bei der KVBB bekannt. „Wir wissen, dass die Statistik das eine, die gefühlte Versorgung vor Ort das andere ist“, betonte Schwark.

Von Diana Bade

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