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Wild im Wald – und auf Brandenburgs Straßen

Herbstlicher Wildwechsel Wild im Wald – und auf Brandenburgs Straßen

Es kracht immer häufiger auf märkischen Straßen, weil sich im Land nahezu täglich bis zu 45 Wildunfälle ereignen. Für Autofahrer sind die Wildwechsel eine große Gefahr – besonders jetzt im Herbst. Der verstärkte Wildwechsel kommt nicht von ungefähr.

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Mehr als 60 Wildunfälle in 24 Stunden auf Brandenburgs Straßen.

Quelle: dpa

Potsdam. Der Herbst ist da und mit ihm Wildtiere, die in dieser Jahreszeit häufiger als sonst die Straßen überqueren. Für Autofahrer sind die Wildwechsel eine große Gefahr. Am Dienstag meldete die Brandenburger Polizei eine Rekordzahl von mehr als 60 Wildunfällen innerhalb von 24 Stunden auf Brandenburgs Straßen. 40 bis 45 Unfälle ereignen sich täglich durch Zusammenstöße mit den Wildtieren, teilte die Brandenburger Polizei auf Anfrage mit.

Demnach gab es im Jahr 2016 insgesamt 16 495 Zusammenstöße mit Wildtieren, 2015 waren es 15 971 Kollisionen. Auch wenn für die Insassen selbst die Sache meist glimpflich ausging, können Unfälle auch dramatisch enden: Im vergangenen Jahr kam ein Motorradfahrer ums Leben, nachdem sein Fahrzeug in Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) mit einem Reh kollidiert war.

Warum das Wild aktiv unterwegs ist

Die Zusammenstöße mit Rehen, Wildschweinen und anderem Wild ereignen sich laut Polizei meist in den Morgenstunden. Aber auch wenn es langsam dunkel wird, sollten Autofahrer in Wäldern und an Übergängen von Waldgebieten zu Feldern vorausschauend fahren. „Wildschweine gehen hauptsächlich in den Dämmerungs- und Abendstunden auf Futtersuche, weil sie sich dann etwa von Pilzsuchern nicht mehr gestört fühlen“, erläutert Andreas Weiß, stellvertretender Geschäftsführer beim Landesjagdverband Brandenburg. „Die Tage werden kürzer, die Maisfelder sind abgeerntet und die Tiere sind mehr in Bewegung, um sich neue Futterquellen zu suchen.“

Der verstärkte Wildwechsel auf Brandenburgs Straßen kommt nicht von ungefähr. Die Wildtiere scheinen sich in märkischen Wäldern besonders wohlzufühlen, denn sie gedeihen prächtig. Als gutes Indiz für die Zunahme an Wild gilt die Zahl der von Jägern erlegten Tiere, die Jagdstrecke. Das Umweltministerium meldet seit Jahren einen hohen Wildbestand trotz intensiver Bejagung.

„Die Jäger unternehmen große Anstrengungen“

So haben Jäger in der Saison 2016/2017 insgesamt 168 756 Rothirsche, Damhirsche, Mufflons, Rehe und Wildschweine erlegt. Dabei mangelt es vor allem an für Autofahrer so gefährlichen Wildschweinen nicht. 76 512 Tiere schossen die Jäger 2016/15. Das war eine „deutliche“ Steigerung um 8 Prozent. Bis 1984 lag die Zahl der geschossenen Wildschweine weit unter 40 000 im Jagdjahr. „Die Jäger unternehmen große Anstrengungen, um die Wildschweine zu jagen, doch es gibt inzwischen viel mehr große Maisfelder, die ihnen Schutz bieten“, erklärt Weiß.

Wildwechsel & Co.: Tipps für Autofahrer

Wenn ein Tier am Straßenrand auftaucht, rät der ADAC Autofahrern: abbremsen und abblenden, langsam vorbeifahren und gegebenenfalls kurz hupen, um das Tier zu vertreiben.

Wenn Wildtiere plötzlich die Fahrbahn überqueren , empfehlen die Experten: Lenkrad festhalten, die Fahrtrichtung beibehalten und scharf abbremsen. Auf keinen Fall ausweichen, denn die Kollision mit einem Baum oder dem Gegenverkehr ist meist deutlich schwerwiegender.

Nach einem Wildunfall muss die Polizei informiert werden, auch wenn das Tier nach der Kollision flüchtet. Es gibt eine Wildunfallmeldepflicht. Für die Versicherung sollte man sich eine Wildunfallbescheinigung von der Polizei oder vom Jäger ausstellen lassen.

Von Diana Bade

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