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Wildau und Teltow sind teurer als Potsdam

Wertverlust und sinkende Investitionsbereitschaft Wildau und Teltow sind teurer als Potsdam

In keiner anderen Stadt wird der Wohnungsmarkt so intensiv diskutiert wie in Potsdam. Doch der aktuelle Mietmonitor zeigt: Die höchsten Bestands- und Neuvertragsmieten gibt es nicht in der Landeshauptstadt, sondern in Teltow (Potsdam-Mittelmark), Wildau (Dahme-Spreewald) und Falkensee (Havelland).

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Teures Pflaster: In Teltow kostete eine Wohnung 2012 im Schnitt 6,40 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter.

Quelle: Stephan Laude

Potsdam. In keiner anderen Stadt wird der Wohnungsmarkt so intensiv diskutiert wie in Potsdam. Von Verdrängung ist die Rede, von Mietpreisexplosionen, von Wohnungsnot. Potsdam ist und bleibt ein teilweise luxuriöses Pflaster. Doch die höchsten Bestands- und Neuvertragsmieten gibt es nicht in der Landeshauptstadt, sondern in Teltow (Potsdam-Mittelmark), Wildau (Dahme-Spreewald) und Falkensee (Havelland). Das geht aus dem aktuellen Marktmonitor des Verbands Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) hervor, der gestern in Berlin präsentiert wurde.

Wer sich 2012 in Wildau eine neue Wohnung suchte, musste dafür im Schnitt 6,40 Euro Nettokaltmiete pro Quadratmeter zahlen. In Teltow waren es 6,39 Euro, in Potsdam 6,08 Euro. Bei den bestehenden Mietverträgen wurden in Falkensee im Schnitt 5,55 Euro pro Quadratmeter fällig, in Wildau 5,52 Euro, in Potsdam 5,24 Euro.

„Wir sehen die Mietpreisentwicklung mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte Wildaus Bürgermeister Uwe Malich (Linke). „Wir sind eine attraktive Stadt, haben über Tausend Betriebe, die technische Hochschule ist ein Magnet.“ Das schlage sich auf die Mieten nieder. Die städtischen Wohnungsbestände seien in den vergangenen Jahren alle saniert worden. „Jetzt müssen wir den Neubau anpacken“, so Malich. Allerdings: Trotz der überdurchschnittlich hohen Mieten seien die Investoren zurückhaltend. „Die Ertragsaussichten sind noch zu gering.“

Jede zehnte Wohnung in Brandenburg steht leer

  • Von den 745.000 Mietwohnungen in Brandenburg stehen nach Berechnungen des Verbands BBU knapp 73.500 leer. Also fast jede zehnte. Das sind 10.000 ungenutzte Wohnungen mehr als bei der letzten Gebäudezählung im Jahr 1995.
  • Ohne den Stadtumbau Ost, bei dem Tausende Wohnungen abgerissen wurden, läge die Leerstandsquote bei 20 Prozent, heißt es. Allein in der Prignitz stünde fast jede dritte Wohnung leer.
  • Während in Potsdam nur drei Prozent unvermietet sind, sind es in Brandenburg an der Havel 9,5 Prozent und in der Prignitz 10 Prozent.
  • Mit 360 Mitgliedsunternehmen ist der BBU der größte Wohnungswirtschaftsverband der Region. Im Portfolio der BBU-Mitglieder sind rund 1,1 Millionen Wohnungen in Berlin und Brandenburg. In der Mark sind es rund 357.000.

Das sieht auch BBU-Vorstand Maren Kern so. „Brandenburg ist ein günstiges Wohnland“, sagte sie. „Für die Mieter hört sich das zunächst alles prima an. Aber es ist gefährlich, weil die Investitionskraft der Unternehmen aufgezehrt wird.“ Außerdem seien die Mieten in Brandenburg mit einem Plus von 1,3 Prozent deutlich langsamer gestiegen als die Inflationsrate, die 2012 bei zwei Prozent lag. „Das bedeutet einen realen Wertverlust bei den Mieteinnahmen“, sagte sie.

Die Wohnungsbestände von 51 märkischen Städten wurden für die Studie miteinander verglichen. Die Durchschnittsmiete liegt demnach bei 4,60 Euro netto pro Quadratmeter und Monat. Außergewöhnlich seien die Unterschiede zwischen dem Berliner Umland und den ferneren Regionen, so Kern. Im Speckgürtel zahlt man im Schnitt 5,04 Euro pro Quadratmeter, auf dem Land 4,41 Euro. „Ein Land, zwei Regionen“, fasste Kern die Wohnungslandschaft in Brandenburg zusammen.

Doch Speckgürtel ist nicht gleich Speckgürtel. In Velten ist der Quadratmeterpreis mit 4,10 Euro landesweit am günstigsten – und das trotz der hervorragenden Verkehrsanbindung. So günstig wohnt man sonst nur im äußersten Süden der Mark, im Schradenstädtchen Ortrand.

Von Torsten Gellner

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