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Brandenburg Wildpark: Streit um Wolfszaun eskaliert
Brandenburg Wildpark: Streit um Wolfszaun eskaliert
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02:15 16.02.2017
Wölfe sind mehrfach in den Wildpark eingedrungen und haben Hische gerissen. Quelle: dpa
Baruth/Mark

Der Konflikt um einen Wolfszaun für den Wildpark Johannismühle in Baruth (Teltow-Fläming) ist eskaliert. Wildparkchef Julian Dorsch wirft dem Brandenburger Agrarministerium „Anstiftung zum Fördermittelbetrug“ vor.

Nachdem in den Park mehrmals Wölfe eingedrungen sind, die dort Tiere gerissen haben, will Dorsch das Gelände mit einem Herdenschutzzaun sichern. Kostenpunkt: 35 000 Euro. Das Land sagte eine Förderung zu. Doch Dorschs Antrag war offenbar nicht ausreichend begründet.

Formulierungshilfe oder Anstiftung?

Vergangenen Mittwoch erhielt er eine Mail eines Ministeriumsmitarbeiters mit einer „Formulierungshilfe“, um doch noch in den Genuss der Förderung zu kommen. Dorsch solle schreiben, dass der Zaun aufgrund der Wolfsübergriffe „erhebliche Beschädigungen“ aufweise, repariert und zugleich aufgerüstet werden müsse.

Dorsch sieht sich zu einer Falschaussage gedrängt, denn der Zaun sei gar nicht kaputt. „Ich sollte einen Schaden inszenieren, den ich gar nicht hatte“, sagt er. Was ihn besonders stutzig macht: Die fragliche Mail schickte der Landesmitarbeiter nicht über den Ministeriums-Account, sondern über eine private Email-Adresse – um 12.53 Uhr, während der Arbeitszeit.

Im Ministerium spricht man von „unsinnigen“ Vorwürfen. Dorsch habe für seinen Antrag Beratungsbedarf gehabt, der Kollege habe ihm nur eine Formulierungshilfe gegeben. „Das ist ein übliches Verfahren“, sagt Sprecher Jens-Uwe Schade. Der Mitarbeiter sei davon ausgegangen, dass der Zaun reparaturbedürftig sei. Warum er aber über seine private Email-Adresse mit Dorsch kommunizierte, konnte Schade nicht erklären.

Von Torsten Gellner

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