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Brandenburg Wildtiere im Herbst auf Brautschau
Brandenburg Wildtiere im Herbst auf Brautschau
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12:14 27.10.2013
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Potsdam

In Brandenburg ist die Zahl der Wildunfälle in den ersten neun Monaten des Jahres zwar etwas rückläufig. Doch die Polizeistatistik registrierte in dem Zeitraum trotzdem knapp 10.200 Vorfälle, von Januar bis September 2012 waren es nur etwa 100 mehr.

"Die Tiere ziehen zu den traditionellen Brunftplätzen", sagte der Geschäftsführer des Brandenburger Landesjagdverbandes, Georg Baumann. Böcke und Eber suchten die Nähe zu den Weibchen. Sie liefen oft drauflos, ohne allzusehr auf die eigene Sicherheit zu achten. «Zudem ist das Wild auf Nahrungssuche», betont Baumann. Für den Winter müssten genügend Speck und eine Reserve angefuttert werden. Denn später sehe der Speiseplan wieder magerer aus.

Die Polizeimeldungen zu den Unfällen ähneln sich. Meist in den Abendstunden und in der Dunkelheit werden die Autofahrer überrascht. Rehe oder Wildschweine überqueren Straßen. Es kommt dann oft zu folgenschweren Zusammenstößen. In diesem Jahr wurden bereits 95 Menschen verletzt. Im Vorjahr gab es rund 110 Verletzte in dem Zeitraum und einen Toten. Die meisten Unfälle und Verletzten wurden im Osten des Landes registriert. Dort gibt es viele offene Wald- und Wiesenflächen, wo sich Wild besonders zu Hause fühlt.
An die Autofahrer wird appelliert, nachts und in der Dämmerung besonders aufmerksam zu sein. «Die Geschwindigkeit muss vermindert werden», empfiehlt der Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, Rudi Sonntag. Tauche ein Tier auf, solle kräftig abgebremst werden. Hupen und Abblenden der Scheinwerfer ermögliche den Tieren die Flucht. Sollte es doch zu einem Unfall kommen, müsse die Polizei benachrichtigt und die Unfallstelle gesichert werden. Verendete Tiere dürfen auf keinen Fall mitgenommen werden. Wilderei werde strafrechtlich verfolgt, betonte Sonntag.

Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes sterben bundesweit bis zu 200.000 Rehe und mehr als 20.000 Wildschweine pro Jahr im Straßenverkehr. Allein die Anzahl überfahrener Igel dürfte in die Hunderttausende gehen, wird geschätzt. Das Tempo sollte vor allem in Waldgebieten und auf Landstraßen auf 60 bis maximal 80 Stundenkilometer gedrosselt werden.

In einem gemeinsam von ADAC und Deutschem Jagdverband organisierten vierjährigen Forschungsprojekt konnten Wildunfälle bundesweit zum Teil deutlich reduziert werden - zum Beispiel durch den Einsatz von Duftzäunen und blauen Reflektoren. Ausgewählt wurden 25 Versuchsstrecken in Schleswig-Holstein, an denen es besonders viele Wildunfälle gibt.

dpa

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