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Wildunfälle nehmen in Brandenburg dramatisch zu

Sicherheit auf den Straßen Wildunfälle nehmen in Brandenburg dramatisch zu

In Brandenburg krachen immer mehr Autofahrer mit Wildtieren zusammen. In den vergangenen Jahren stieg die Zahl um 7,8 Prozentpunkte. Bereits Ende September verzeichnete die Polizei mehr als 11.000 Unfälle für 2016. Für den dramatischen Anstieg gibt es einen Grund.

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Quelle: dpa

Potsdam. Augen auf bei der Autofahrt durch Waldgebiete! Für Autofahrer nehmen die herbstlichen Wildwechsel um diese Jahreszeit gefährliche Ausmaße an. Die Polizei vermeldet für dieses Jahr bis einschließlich September schon wieder 11.517 Wildunfälle in Brandenburg. „In den Vergleichszeiträumen registrierte die Polizei im Vorjahr 11.137 Wildunfälle und 2014 10.332 Unfälle mit Wild“, teilt der Sprecher des Präsidiums, Mario Heinemann, mit. Die Zunahme liegt durchaus im Gesamttrend. In Brandenburg hat die Zahl der Wildunfälle in den vergangenen drei Jahren um nicht weniger als 7,8 Prozentpunkte zugenommen.

Aktuelle Verkehrsunfallzahlen

15 944 Wildunfälle ereigneten sich 2015 auf Brandenburgs Straßen, 14 788 Kollisionen waren es 2014. Dabei kam es meist zu Sachschäden, Personen wurden in 162 Fällen verletzt. Damit ist jeder fünfte Verkehrsunfall auf einen Zusammenstoß mit einem Tier zurückzuführen.

80 723 Verkehrsunfälle zählte das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg für das Jahr 2015 insgesamt. Das waren 1,8 Prozent und damit 1437 Unfälle mehr als im Vorjahr. Dabei stieg die Zahl der Getöteten von 139 auf 179. Meist krachte es innerorts.

Im Jahr 2014 gab es insgesamt 14.788 Zusammenstöße mit Wildtieren, 2015 waren es sogar 15.944 Kollisionen. Für die Insassen selbst ging die Sache meist glimpflich aus. Zwar wurden in einigen wenigen Fällen auch Fahrer und Beifahrer verletzt, ums Leben kam bei einem Wildunfall aber in den vergangenen Jahren niemand. Nur die Fahrzeuge wurden fast bei jedem Zusammenstoß mit Wildschweinen, Hirschen oder Rehen mehr oder minder stark beschädigt.

Wildunfälle nehmen am meisten zu

Wildunfälle gehören in Brandenburg zu den Unfallarten, die überhaupt zunehmen. Sie haben sogar am meisten von allen zugenommen. Ähnlich zugenommen haben lediglich die Unfälle, an denen Senioren entweder als Verursacher oder als Opfer beteiligt waren. Hier stiegen die Unfallzahlen in Brandenburg von 15.167 im Jahr 2014 auf 16.024 im Jahr 2016. Das war ein Anstieg von 5,7 Prozent. Dagegen ging zum Beispiel die Zahl der von jungen Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren verursachten Unfälle um über sieben Prozent zurückgegangen. Überhöhte Geschwindigkeit, Alkohol und Drogen nehmen als Unfallursachen in Brandenburg zumindest der Statistik zufolge ab.

Die Wildtiere scheinen in den ausgedehnten märkischen Wäldern prächtig zu gedeihen. Als gutes Indiz für die Zunahme an Wild gilt die Zahl der von Jägern erlegten Tiere, die Jagdstrecke. Das Umweltministerium meldet seit Jahren einen hohen Wildbestand trotz intensiver Bejagung. So haben Jäger in der Saison 2014/2015 insgesamt 92.266 Rehe, Hirsche und Damhirsche erlegt. Auch an für Autofahrer so gefährlichen Wildschweinen mangelt es nicht. 70.857 Tiere schossen die Jäger 2014/15. Das war eine Steigerung um zwölf Prozent.

Vor allem viele Wildschweine und Waschbären

„Gestiegen ist vor allen Dingen der Bestand an Schwarzwild“, sagt der Sprecher des Landesjagdverbands, Thomas Erstling. „Auch die Zahl der in Brandenburg vorhandenen Waschbären habe „exorbitant“ zugenommen. Gerade im Herbst helfe hier nur angepasstes Fahrverhalten, so Erstling. Besonders in der Dämmerung seien die Tiere aktiv.

Auch der ADAC rät zur erhöhter Vorsicht. „Bei Wildschweinen und Hirschen ist jetzt Paarungszeit und sie verhalten sich dann unvorhersehbar“, so ADAC-Sprecherin Sandra Hass. Grundregeln seien: Abbremsen, Abblenden, Hupen und auf keinen Fall ausweichen. Solle es dennoch zu einer Kollision kommen, muss man die Unfallstelle absichern und die Polizei rufen. Das solle auch geschehen, wenn das Tier doch noch im Wald entschwinde. „Es gibt dann immer noch die Möglichkeit, das verletzte Tier aufzuspüren und womöglich zu erlösen, so Hass. Eines dürfe man aber auf keinen Fall tun: Tote Tiere mitnehmen: „Dann droht einem eine Anzeige wegen Wilderei.“

Von Rüdiger Braun

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