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Windkraft-Gegner demonstrieren in Potsdam

Prominente Unterstützung Windkraft-Gegner demonstrieren in Potsdam

Wohin mit den Windkraftanlagen? Diese Frage erhitzt immer wieder und immer mehr Gemüter in Brandenburg. Inzwischen gibt es ein Volksbegehren, das einen größeren Mindestabstand zu Wohnsiedlungen fordert. Am Sonnabend haben Aktivisten in Potsdam demonstriert. Auch einige Politiker wie Christoph Schulze (Freie Wähler) waren dabei.

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Mit drastischer Symbolik ist am Sonnabend gegen den Ausbau von Windkraftanlagen demonstriert worden.
 

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam.  Mehrere dutzend Menschen haben am Wochenende in Potsdam gegen den Ausbau von Windkraftanlagen demonstriert. In der Innenstadt fanden sich rund 40 Anhänger der Volksinitiative „Rettet Brandenburg“ ein. Am Brandenburger und Nauener Tor machten sie auf ihr Anliegen aufmerksam. Sie wollen verhindern, dass Windkraftanlagen in Waldstücken gebaut werden. Außerdem setzen sie sich für einen größeren Mindestabstand der Windräder zu Wohngebieten ein.

Prominente Unterstützung für Windkraftgegner

Seit Januar läuft ein entsprechendes Volksbegehren. Bislang haben über 20.000 Menschen unterzeichnet. Unterschreiben bis zum Anfang Juli 80.000, muss sich der Landtag mit dem Thema auseinandersetzen.

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Potsdam, 9. April 2016: Mehrere dutzend Menschen haben Sonnabend in Potsdam gegen den Ausbau von Windkraftanlagen demonstriert. Die Anhänger der Volksinitiative „Rettet Brandenburg“ wehrt sich gegen Ausbau und Windrädern. Unterstützt werden sie unter anderem von der Landtagsabgeordneten Saskia Ludwig (CDU) und dem AfD-Abgeordneten Sven Schröder und Christoph Schulze, der für die Freien Wähler im Landtag sitzt.

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Am Samstag bekam die Initiative Unterstützung einiger Landtagsabgeordnete. Saskia Ludwig (CDU), Sven Schröder (AfD) und Christoph Schulze (Freie Wähler) sprachen bei der Kundgebung. Trotz der prominenten Redner blieb war Zuspruch der Demonstranten gering. Die Organisatoren hatten mit mehr Teilnehmern gerechnet.

Viele haben Bedenken wegen Anlagen in der Nachbarschaft

Dennoch zeigt die Demonstration, dass die Gewinnung erneuerbarer Energien durch Windkraftanlagen in Brandenburg nicht ungeteilte Zustimmung findet. Während Wind-Lobbyverbänden die Errichtung von Windparks gar nicht schnell genug gehen kann, fordern Bürgerinitiativen einen sofortigen Baustopp. Das ergab eine dpa-Umfrage.

„Grundsätzlich befürwortet ein Großteil der Brandenburger die Energiewende und den Ausbau der Windenergie“, sagt die Sprecherin des Potsdamer Wirtschafts- und Energieministeriums, Andrea Beyerlein. Bedenken richteten sich fast ausschließlich gegen Gebiete in direkter Nachbarschaft. Um Konflikte zu vermeiden, liege die Koordinierung bei den Regionalen Planungsgemeinschaften.

23.000 Menschen haben gegen Windkraftanlagen unterschrieben

Nach wie vor hätten Grundstücksbesitzer und Windparkbetreiber viel zu viel Entscheidungspotenzial, beklagte Thomas Jacob, Sprecher des aktuell laufenden Volksbegehrens gegen Windräder im Wald und für größere Mindestabstände zu Wohnsiedlungen. Die vor acht Jahren gegründete Volksinitiative „Rettet Brandenburg“ vereinigt mittlerweile 97 Bürgerinitiativen. 2015 wurde ein Volksbegehren auf den Weg gebracht. Zur Halbzeit liegen über 23.00 der erforderlichen 80.000 Unterschriften vor.

Die Initiative fordert ihrem Sprecher zufolge mittlerweile auch einen Baustopp für jegliche weitere Windparks. „Wir produzieren jetzt schon 2,7 Prozent Windstrom über Bedarf“, sagt Jacob. Von der Überproduktion hätten die Brandenburger jedoch wenig. Wer viele Windparks in der Nähe habe, zahle sogar einen höheren Strompreis als anderswo. Grund sei die hohe Subvention der Anlagen, die auch bei Windflaute weiterfließe.

Windenergie erobert sich langsam Platz in Kulturlandschaft zurück

„Reicht das Netz nicht, um den Strom zu transportieren, werden zuerst fossile Kraftwerke abgeregelt“, erklärte Laura Kölbel vom Bundesverband Windenergie in Potsdam. Erst wenn der Engpass weiter anhalte, müssten Anlagen zeitweise abgeschaltet werden. Dafür erhielten die Anlagenbetreiber eine Entschädigung, die sich auf 95 Prozent der Stromeinspeisevergütung belaufe, was wiederum auf die Netzentgelte umgelegt werde.

Windenergie erobere sich langsam einen Platz in der Kulturlandschaft zurück, sagt Kölbel. 1895 standen nach ihren Angaben Land genau 18.362 Windmühlen - fünfmal soviel wie sich heute Windräder im Land drehen. „In Brandenburg stehen auf nicht einmal zwei Prozent der Landesfläche moderne Windenergieanlagen, die preiswert sauberen Strom produzieren“, sagt sie.

Viele Anlagen sind bereits veraltet

Kölbel kritisierte, dass seit zehn Jahren auf die Fortschreibung neuer Regionalpläne gewartet werde. „Unsere Mitgliedsunternehmen sind auf verlässliche politische Rahmenbedingungen angewiesen“, betont sie. Dazu gehörten zügige Genehmigungsverfahren.

„Alle Regionalen Planungsgemeinschaften haben neue Windpläne erarbeitet oder sind gerade dabei“, so das Energieministerium. Das in der Energiestrategie 2030 festgelegte Ziel von 10.500 Megawatt Windenergie solle erreicht werden. Allerdings seien vorhandene und geplante Eignungsgebiete bereits zu 80 Prozent mit zum Teil veralteten Windrädern bebaut. Höhere Leistungen seien meist nur noch durch geringen Flächenzuwachs oder den Austausch leistungsschwacher Anlagen möglich.

Von Christian Bark (dpa) mit MAZonline

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