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Windkraftgegner schreiben an Merkel

Energiedebatte in Brandenburg Windkraftgegner schreiben an Merkel

Enoch zu Guttenberg spricht in Wünsdorf in drastischen Worten von einem „widerlichen Vernichtungskampf“ gegen die Heimat – und meint damit die Aufstellung von Windkraftanlagen. Eine Versammlung von Brandenburger Bürgerinitiativen schickte am Wochenende einen Appell an die Bundeskanzlerin.

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Quelle: foto: dpa

Wünsdorf. Vertreter von Anti-Windkraft-Initiativen aus dem ganzen Land haben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, das Erneuerbare-Energien-Gesetz abzuschaffen. In einem Brief an die Kanzlerin fordern die Aktivisten eine Berücksichtigung ihrer Perspektive in den derzeit laufenden Koalitionsverhandlungen.

Genehmigungen und Förderungen für Investitionen in der Energiewirtschaft müssten künftig davon abhängig gemacht werden, ob sich die Anlagen von allein rechneten, den Bürgern Versorgungssicherheit böten und ökologisch verträglich seien, heißt es in dem Schreiben im Namen von 112 Brandenburger Anti-Windkraft-Initiativen. Das richtet sich insbesondere gegen Windkraftanlagen, die bei Flaute keinen Strom liefern und bei Sturm zu viel davon einspeisen oder abgeschaltet werden müssen. Zudem verlangen die Windkraft-Kritiker eine Prüfung der bundesweiten Klimastrategie durch unabhängige Experten – die sollten ermitteln, ob Wind- und Sonnenstrom überhaupt in der Lage seien, fossile Energieträger dauerhaft zu ersetzen. Das bezweifeln die Aktivisten. Allein im Januar 2016 habe an zehn Tagen Dunkelflaute geherrscht, also Windstille und Lichtverhältnisse, die weder die Produktion von Wind- noch von Solarstrom zulassen.

Auf einem Symposium in Wünsdorf (Teltow-Fläming) griffen Aktivisten die Bundesregierung am Samstag scharf an. Enoch Freiherr zu Guttenberg, Kämpfer gegen Windkraftanlagen und Vater des C

Die Autoren des Briefs an Merkel behaupten, ein knappes Drittel der Anwohner von Rotortürmen würde unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leiden, da die Abstände zu den Turbinen zu klein seien. Greifvögel und Fledermauspopulationen würden dezimiert, außerdem sei es unökologisch, für die Aufstellung von Windrädern Wald zu opfern. Mehr als 3600 Windkraftanlagen stehen derzeit in Brandenburg – im Jahr 2005 waren es noch rund 2000. Der Landkreis mit den meisten im Jahr 2016 neu gebauten Anlagen ist Teltow-Fläming, wo das Symposium stattfand. In dem Landkreis wurden 2016 mehr als 40 Turbinentürme errichtet.

In Bonn beginnt heute eine internationale Klimakonferenz, die Wege gegen die Klimaerwärmung ebnen soll, wie sie 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris vereinbart wurden. Damals kamen 195 Mitgliedsstaaten überein, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius im Vergleich zu vorindustriellen Zeiten zu reduzieren. Deutschland wird sein Klimaziel Prognosen zufolge aber nicht einhalten können. Die Brandenburger Landesregierung hat ihrerseits ihr Klimaziel mittlerweile korrigiert, weil sie auf die klimaschädliche Braunkohleproduktion Rücksicht nimmt, an der landesweit mehr als 8000 Jobs hängen – überwiegend in der strukturschwachen Lausitz. Eigentlich hatte laut rot-rotem Koalitionsvertrag der Ausstoß von Kohlendioxid landesweit um 72 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 sinken sollen. Die Landesregierung strebt nun nur noch maximal 62 Prozent CO 2 -Reduktion an.

Von Ulrich Wangemann

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