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Windräder bedrohen Brandenburgs Wappentier

Volksbegehren startet Windräder bedrohen Brandenburgs Wappentier

Die Initiative „Rettet Brandenburg“ startet ein Volksbegehren für größere Mindestabstände von Windrädern zu Siedlungen. Neue Argumente dürfte den Windkraftgegnern eine noch unveröffentlichte Studie liefern: Demnach ist das heimliche Wappentier der Brandenburger – der Rotmilan – von den Rotorblättern der Anlagen bedroht. Der Bestand sei gefährdet, heißt es.

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Windräder können für Greifvögel zur Falle werden.

Quelle: dpa

Potsdam. Er ist das heimliche Wappentier der Brandenburger – der Rotmilan, im Volksmund auch Roter Adler genannt. Doch er hat offenbar schon fröhlichere Zeiten erlebt. Denn einer noch unveröffentlichten Studie des Instituts BioConsult aus Schleswig-Holstein zufolge sind die Bestände des seltenen Greifvogels durch einen weiteren Ausbau der Windkraft bedroht.

Die Ergebnisse der die Kritiker der Windkraftanlagen in Brandenburg beflügeln. Am Donnerstag beginnt das Volksbegehren der Initiative „Rettet Brandenburg“, die sich für größere Mindestabstände von Windrädern zu Siedlungen einsetzt. Größere Abstände könnten zu einem Stopp des Windenergieausbaus führen.

„Es gibt generell eine hohe Kollisionsgefahr bei Greifvögeln“, erklärte BioConsult-Geschäftsführer Georg Nehls. Dass der Rotmilan durch die Rotorblätter gefährdet ist, hätten schon mehrere Studien nahegelegt. In der neuen Untersuchung sei nun anhand eines Modells gezeigt worden, dass der weitere Ausbau der Windkraft „populationsrelevante Effekte“ haben und den Bestand der Vögel verringern könne. Progress ist das wohl weltweit größte Forschungsprojekt zum Thema Windkraft und Greifvögel und wurde vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegeben.

In Brandenburg soll der Ausbau der Windenergie unterdessen weitergehen. Die Landesregierung lehnte striktere Abstandsregelungen bisher ab.

Das am Donnerstag startende Volksbegehren will dies ändern – mit der Unterstützung von landesweit 88 lokalen Initiativen im Rücken. Sprecher Thomas Jacob hofft auf eine breite Resonanz in der Bevölkerung. „Wir wollen nicht zusehen, wie sich die Zahl der Windräder von heute 3600 auf 6200 verdoppelt“, sagte er. Für das Thema mobil zu machen, sieht auch er als große Herausforderung. „Das ist in einem Flächenland schwierig. Die Leute sind politikverdrossen“, sagte Jacob.

80 000 Brandenburger müssen bis zum 6. Juli für das Volksbegehren unterschreiben. „Nachdem wir schon im ersten Anlauf mehr als 30 000 Unterschriften gesammelt haben, sind wir sehr optimistisch, dieses Ziel zu erreichen“, meinte Jacob. Mit Straßenplakaten und Postkarten wollen die Windkraftkritiker um Unterschriften werben.

Zum einen verlangen die Windkraftgegner die Einführung der sogenannten 10H-Regelung. Sie besagt, dass der Abstand zwischen Siedlung und Windrädern zehn mal so groß sein muss wie das Windrad hoch ist. Außerdem machen sie sich für ein Verbot von Windkraftanlagen im Wald stark.

In Brandenburg laufen damit derzeit drei Volksbegehren gleichzeitig – das ist Rekord. Die Unterschriftensammlung gegen Massentierhaltung endet in einer Woche, das Volksbegehren gegen eine dritte Startbahn am Flughafen BER endet am 18. Februar.

Von Torsten Gellner und Bastian Pauly

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