Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Windräder in der Nachbarschaft? Kein Problem!

Umfrage zu Erneuerbaren Energien Windräder in der Nachbarschaft? Kein Problem!

Mittwoch endet das Volksbegehren gegen Windkraftanlagen in märkischen Wäldern. Viele Brandenburger sehen Windräder in der Nachbarschaft gelassen. Die Windrad-Gegner beklagen eine Vernebelungsstrategie der Energielobby.

Voriger Artikel
Ein Kofferraum voller mörderischer Requisiten
Nächster Artikel
Stunde der Wahrheit für Mike Schubert


Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Brandenburg ist in der Windkraftfrage gespalten: Nur 43 Prozent der Märker hätte nichts dagegen, wenn in ihrer Nachbarschaft eine Windkraftanlage gebaut würde, 38 Prozent lehnen dies jedoch ab. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid hervor, die von der Agentur für Erneuerbare Energien in Auftrag gegeben wurde, und die der MAZ vorliegt. Befragt wurden dazu 500 Brandenburger.

Demnach halten 57 Prozent der Befragten den weiteren Ausbau von Ökostrom für außerordentlich bis sehr wichtig. Zwei Drittel befürworten einen Kohleausstieg. „Die Erneuerbaren Energien genießen in Brandenburg großen Rückhalt in der Bevölkerung“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. Viele Menschen hätten kein Problem mit Windmühlen und Solarparks. „Diejenigen, die bereits solche Anlagen in ihrem Umfeld haben, beurteilen sie sogar positiver als der Durchschnitt“, erklärte er. „Erneuerbare Energien haben ganz offensichtlich kein Akzeptanzproblem.“ Allerdings glauben nur 29 Prozent, dass durch die Energiewende die Stromkosten langfristig sinken.

Oft fehlt es an Kenntnis der Risiken

Winfried Ludwig von der Bürgerinitiative Waldkleeblatt – Natürlich Zauche, einer der Initiatoren des laufenden Volksbegehrens für größere Mindestabstände und gegen Windräder im Wald, überrascht das Ergebnis der Umfrage nicht. „Wenn man sich mit dem Thema nicht beschäftigt, kennt man die Risiken nicht“, sagt er. „Wir sind nicht prinzipiell gegen Erneuerbare Energien, wie uns oft vorgeworfen wird. Wir fordern nur eine vernünftige Energiepolitik.“ Dazu gehört für Ludwig der Verzicht auf weiteren Ausbau, solange es keine Stromleitungen oder Speichertechnologien gibt.

Das Volksbegehren endet Mittwoch. Ob die Aktivisten die nötigen 80 000 Unterschriften zusammen bekommen, ist offen. Zur Halbzeit im April hatten rund 23 000 Märker unterschrieben. Initiator Ludwig ist vorsichtig optimistisch, die nötigen Stimmen zu erreichen. „Bis Mittwoch kann man in Ämtern oder Rathäusern abstimmen.“

Reform verhindert Windräder im Wald nicht

Die gerade beschlossene Reform des Erneuerbaren Energiengesetzes (EEG) sieht einen langsameren Ausbau von Windkraftanlagen und geringere Subventionen vor. Ludwig befürchtet, dass diese Novelle einige Windkraftkritiker abhalten könnte, das Volksbegehren zu unterstützen, da der Bau neuer Anlagen gedrosselt werden könnte. „Die Reform ändert aber nichts daran, dass man in Brandenburg weiter Windräder im Wald bauen will“, kritisierte Ludwig.

Von Torsten Gellner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg