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Brandenburg Paul zieht ins Dschungelcamp
Brandenburg Paul zieht ins Dschungelcamp
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20:46 15.01.2014
Winfried Glatzeder als Domenico Soriano in der Komödie „Filumena“ am Potsdamer Hans-Otto-Theater (2008). Quelle: Detlev Scheerbarth

Warum geht einer, der einen guten Ruf zu verlieren hat, ins Dschungelcamp? Winfried Glatzeder räumt ein: Es geht auch ums Geld. Doch wir glauben, es steckt mehr dahinter. Hier unsere Thesen:

Er geht, weil er sich selbst besser kennenlernen möchte.
Seine große Wirkung als Schauspieler besteht doch darin, dass ihn stets eine dunkle, geheimnisvolle Aura umgibt. Berühmt wurde Winfried Glatzeder für seine Paraderolle als Geliebter in „Die Legende von Paul und Paula“ (1972). Dass der Paul hier eine irre Wandlung durchmacht, hat man dem 1,92-Meter-Schlacks wirklich abgenommen. Aus dem etwas unbeholfenen Anzugträger wurde plötzlich ein bärtiger Aussteiger, der liebestoll – vor den Augen der entsetzten Nachbarschaft – Paulas Wohnungstür mit der Axt zertrümmert! Später als gut betuchter „Tatort“- Kommissar Ernst Roiter (1996-1998) blieb sich der Schauspieler irgendwie fremd. Ihm gelang es zwar, einige Täter zu fassen, aber die Kritiken waren mies und seine eigene Blackbox konnte er auch nicht knacken.

 

Känguru-Hoden zum Frühstück, Maden zum Mittag und ein angebrütetes Ei zum Abendbrot: Nicht nur kulinarisch ist das TV-Dschungelcamp eine Herausforderung. Immerhin gibt es in dieser Staffel ein paar bekanntere Gesichter als die üblichen RTL-Eigengewächse. Sehen Sie in unserer Bildergalerie, welche Kandidaten einziehen, um das Fürchten zu lernen.

Er geht, weil er nicht mehr der „Belmondo des Ostens“ genannt werden möchte.
Dieses zweifelhafte Kompliment wollte der heute 68-Jährige eigentlich schon mit 34 Jahren hinter sich lassen. Der DDR-Berliner verlegte damals seinen Wohnsitz nur wenige Kilometer westlich. Das reichte, um von dem heute 80-jährigen französischen Filmstar in die Schranken gewiesen zu werden. Doch die Ausbildung in der Traumfabrik des Ostens konnte Winfried Glatzeder nicht so leicht abschütteln. Nach seinem Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg stand er 1971 in Potsdam erstmals auf der Bühne. Gleichzeitig erlebte er in „Zeit der Störche“ auch seinen Durchbruch als Defa-Star. Glatzeder wird im Dschungelcamp dafür sorgen, dass die Scheinossi-Quote steigt. Hat er die DDR noch so sehr in den Knochen, dass er sich über einen Freiflug nach Australien freut?

Er geht, weil er als Schauspieler nicht immer nur das Leben der anderen spielen will.
Im Regenwald muss Glatzeder mal kein Skript befolgen. Endlich kann er mal nach Lust und Laune in Maden oder Hoden beißen. Er hat es satt, ständig nur Cham pagner zu schlürfen und fremde Texte aufzusagen. Man merkt ja schon, wie er auflebt, wenn ihn mal ein Fernsehjournalist über sein Leben befragt.

Er geht, weil sich niemand mehr für ihn interessiert (außer Frau Merkel).
Nein, das stimmt so nicht. Als Glatzeder 35 Jahre nach „Paul und Paula“ im Mai 2009 erstmals wieder mit Angelica Domröse ein Traumpaar spielte, versammelte sich das gesamtdeutsche Feuilleton im Parkett des Potsdamer Theaters. Leider blieb die Inszenierung des Stücks „Hochzeit auf italienisch“ dann weit hinter den hohen Erwartungen zurück. Das lag auch daran, dass Glatzeder meinte, den Dandy gar nicht spielen zu müssen. Fast ohne Mimik und Gestik gab er im weißen Anzug einen Freier, der seine ehemalige Nutte heiratet. Das hinderte Frau Merkel aber im Mai 2013 nicht, Winfried Glatzeder die Hand zu schütteln. Als Fan von ihm wird sie nun wohl ab morgen heimlich auf dem Klo Dschungelcamp gucken (im westlichsten aller Westfernsehsender).

Er geht, weil er ein trauriger, alter Mann ist.
Diese These kommt der Wahrheit leider sehr nahe. Seine Autobiografie „Paul und ich“ hat Glatzeder vor fünf Jahren abgeschlossen. Im Youtube-Interview mit Greifswald TV (519 Aufrufe) schildert er im September 2012, wie es weiterging: „Ich versuche mühsamst mir eine Art Humor zu erarbeiten, dass ich die ganzen Ausfall erscheinungen ertrage, die man hat – von der Prostata angefangen, zu den Kniegelenken, zu den Hüftgelenken, zu dem Herzschrittmacher, zu den Ohrstöpseln, zu dem Gebiss. Es ist ja alles schrecklich, es ist ja alles Ersatz...“

Von Karim Saab

„Eigentlich weiß ich das selber nicht. Vielleicht, weil Winter in Deutschland ist? Es ist ähnlich wie bei einer neuen Theaterinszenierung: Es gibt immer zehn Leute, die ich vorher noch nicht kenne und wo dann Konflikte entstehen während der Probenarbeit. Auch im Dschungelcamp gibt es Menschen, die vielleicht ungeduldiger sind, wenn es darum geht, mit anderen auszukommen. Und das ist das eigentliche Abenteuer, das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Persönlichkeiten. Außerdem macht es mir Freude, die entsetzten Gesichter meiner Schauspielkollegen zu sehen, die sich fragen, warum ich da mitmache. Das Honorar ist natürlich auch schön. Ich habe gerade in Wien einen Kinofilm abgedreht, bei dem ich gebeten wurde, für wenig Geld zu arbeiten. Ich bin ein Nachkriegskind und kann mit Ent behrungen leben, aber natürlich ist es ein gutes Gefühl, ein kleines Polster zu haben.“

Winfried Glatzeder in einem Versuch zu erklären, was ihn ins RTL-Camp treibt

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