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Brandenburg Winter lockt Holzdiebe in den Wald
Brandenburg Winter lockt Holzdiebe in den Wald
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09:16 23.10.2013
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Während manche Diebe mit Profi-Gerät ganze Stapel von gefällten Baumstämmen abräumen, brauchen andere nur mal kurz Brennholz. Dafür müssen sie nicht in den Wald fahren: Im März berichtete die Polizei, dass ein 29-Jähriger in Spremberg (Spree-Neiße) von einem Hausgrundstück Kiefernscheite mitnahm - er wollte beim Angeln ein Lagerfeuer entzünden.
"Es ist ein kontinuierliches Problem mit wechselnder Menge", erklärt der Sprecher des Landesbetriebs Forst, Christian Naffin.

Der Polizei wurden im vergangenen Jahr 220 Holzdiebstähle gemeldet - angesichts von gut 195.000 Straftaten im Land Brandenburg war das nur ein geringer Anteil. Im Jahr 2011 wurden 236 Fälle bekannt, 2008 waren es noch 264. Fast die Hälfte aller Holzdiebstähle sei 2012 aufgeklärt worden, teilt das Polizeipräsidium Potsdam mit. 2008 seien es dagegen nur knapp 40 Prozent gewesen. Auch wenn in der Statistik solche Diebstähle marginal erscheinen, sind sie für die Betroffenen ärgerlich - und können einen hohen Schaden hinterlassen. Dieser lag laut Polizei im ersten Halbjahr 2013 bei etwa 140.000 Euro.

"Gestohlenes Holz ist ein Wirtschaftsfaktor", betont Naffin. Die Holzdiebe fällten meist keine Bäume, sondern seien auf geschlagene Stämme und geschnittenes Holz aus, das sie verkauften. "Das kann man sehr gut verladen." Die spätere Beute lagere auf Stapeln im Wald, bereit zum - legalen - Abtransport. Diebe nutzten solche Situationen, um zuzuschlagen.

In Baden-Württemberg und Niedersachsen geht es Holzdieben nun mit Hilfe von GPS-Sendern an den Kragen. Sie sollen in Stämme versteckt werden und einen Diebstahl in Echtzeit anzeigen, wie die Ermittler hoffen. In Niedersachsen haben die Landesforsten rund 30.000 Euro in die Technik investiert. Die Mini-Apparate senden Signale bei einem Positionswechsel, über die GPS-Technik ist eine Ortung möglich. "Die Ausstattung mit Sendern ist in Brandenburg bisher nicht vorgesehen", sagt Naffin. «Das ist unter anderem eine Kostenfrage."

Brandenburg ist mit rund 1,1 Millionen Hektar bundesweit eines der waldreichsten Länder. Ein Teil dieser Fläche wird von Privatleuten bewirtschaftet. Holzklau sei vor einigen Jahren ein größeres Thema gewesen, sagt der Vorsitzende des Waldbauernverbandes, Enno Rosenthal. Er vertritt nach eigenen Angaben gut 1200 Waldbesitzer. "Zurzeit ist es sehr ruhig geworden." Problematisch sei gewerblicher Holzdiebstahl - weil Spezialgerät nötig sei, hätten die Täter Branchenkenntnisse. Eine Lastwagenladung, etwa 40 Kubikmeter, habe je nach Holzart einen Wert von bis zu 5000 Euro. "Jetzt steht der Winter vor der Tür, da ist Holz interessant." Noch immer sei es der billigste Brennstoff.

Der Wald in Brandenburg und Holzdiebstahl in Zahlen

Brandenburg ist mit rund 1,1 Millionen Hektar eines der waldreichsten Bundesländer Deutschlands. Mit mehr als 270 000 Hektar ist der Landesbetrieb Forst für etwa ein Viertel der Fläche zuständig. Die restliche Fläche gehört den Angaben zufolge Privatleuten und Kommunen. Von 220 Fällen von Holzdiebstahl im vergangenen Jahr entfielen die meisten dem Polizeipräsidium Potsdam zufolge auf die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Barnim (je 24). Die wenigsten Fälle (je 3) wurden aus den Städten Brandenburg/Havel, Frankfurt (Oder) und Cottbus gemeldet. Für die Uckermark lagen keine Angaben vor. Fast die Hälfte aller Taten wurde aufgeklärt.

Von Leticia Witte, dpa

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