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Brandenburg „Wir wollen keine neuen Bürgerwehren“
Brandenburg „Wir wollen keine neuen Bürgerwehren“
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00:40 09.07.2015
Sven Thamm (42) ist Chef der Spreewaldbank eG mit Sitz in Lübben (Dahme-Spreewald) Quelle: SWB
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Potsdam

„Wir fühlen uns nicht mehr sicher!“, schrieben die Vorstände der Spreewaldbank eG nach einer Serie von Sprengattacken und Überfällen hilfesuchend an die Landesregierung. Die MAZ sprach darüber mit Sven Thamm (42), der seit 2012 der Genossenschaftsbank vorsteht. Der gebürtige Cottbuser war 1993 als Lehrling eingestiegen.

MAZ: Herr Thamm, wie hat Ihr Umfeld auf Ihren überaus deutlichen Hilferuf reagiert?

Sven Thamm:Uns hat es überrascht, dass der Brief so viele einhellige Reaktionen hervorgerufen hat. Nach den Zeitungsberichten haben sich bei uns zahlreiche Kunden gemeldet, die unsere Kritik unterstützen. Manche sagten „Richtig so“, andere zeigten sich besorgt, dass das Land mit seinem Sicherheitskonzept in die falsche Richtung steuert. Offenbar haben wir einen Nerv in der Bevölkerung getroffen.

Und was antwortet die Politik?

Thamm:Von der Landesregierung haben wir bislang leider noch nichts gehört. Aber wir haben auch bemerkt, dass das Thema zumindest im Landtag angekommen ist, etwa bei dem Abgeordneten Ingo Senftleben (CDU).

Was treibt seriöse Banker dazu, sich in der Öffentlichkeit beim Thema Sicherheit wortgewaltig Gehör zu verschaffen?

Thamm:2010 hieß es in einem Beschluss des Landtags zu den Zielen der Polizeireform: „Sicherheit ist ein herausragendes öffentliches Gut, das allen Menschen im Land ... zusteht. Sicherheit ist Lebensqualität, heißt sich frei und ohne Angst vor Gewalt und Kriminalität zu bewegen.“ Wenn das der Maßstab für die Polizeireform ist, dann hat die Landesregierung noch eine Menge zu tun. Uns Sorgen drehen sich nicht nur um Vermögenswerte und Filialen, sondern auch um eine Vielzahl an neuen Internet-Delikten wie Skimming (das Abschöpfen von Bankkartendaten), Phishing (Diebstahl von Zugangsdaten über gefälschte Webseiten und E-Mails, Anm. d. Red.) und Überweisungsbetrug. Etwa alle 14 Tage fällt einer unserer 28.000 Kunden solchen Betrügern zum Opfer.

A propos: Wie kommen ihre Kunden in Altdöbern nach der verheerenden Automatensprengung jetzt an ihr Geld?

Die Explosion eines Geldautomaten der Spreewaldbank legte im südbrandenburgischen Altdöbern ein ganzes Einkaufszentrum in Schutt und Asche. Quelle: dpa

Thamm:Mitarbeiter sind mit einem provisorischen Stand vor Ort, sie zeigen Präsenz, informieren und nehmen Überweisungsaufträge entgegen. Die Kunden haben Verständnis, auch wenn sie hochsauer über die Tat sind. Glücklicherweise konnten wir eine Vereinbarung mit der örtlichen Sparkasse treffen: Unsere Kunden können dort Geld abheben, wir zahlen die anfallenden Gebühren. Wir arbeiten daran, demnächst wieder eine eigene Filiale in Altdöbern zu eröffnen. Schließlich sind Banken ein wichtiger Faktor für die lokale Wirtschaft und den Tourismus.

Was sagen Sie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), wenn er sich meldet?

Thamm:Wir müssen reden, bevor Schlimmeres passiert. Zwar gibt es auf die Sicherheitsfrage keine Ad-hoc-Antworten. Aber dass bald Bürgerwehren auf eigene Faust das Vakuum zu füllen versuchen, das durch den Rückzug der Polizei entstanden ist, das wollen wir auf gar keinen Fall. Denn Sicherheit ist nicht die Aufgabe von Zivilbürgern, sondern der Polizei.

Die Spreewaldbank – wiederholt im Visier von Kriminellen

Schutt und Asche: Ende Juni zerstörte die Explosion eines Geldautomaten in Altdöbern (Oberspreewald-Lausitz) ein Einkaufszentrum. Der geschätzte Schaden geht in die Millionen.

Der verheerende Anschlag war Auslöser für einen Brandbrief der Spreewaldbank eG, die zuvor mehrfach in das Visier von Kriminellen geraten war, an Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und dessen Innenminister Karl-Heinz Schröter (beide SPD).

Die Spreewaldbank eG mit Sitz in Lübben unterhält zwölf Filialen in Dahme-Spreewald, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.

Von Bastian Pauly

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