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Brandenburg Stadt Potsdam will Mehrheit bei Oberlin-Klinik
Brandenburg Stadt Potsdam will Mehrheit bei Oberlin-Klinik
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02:15 15.12.2017
Oberlinhaus Babelsberg Quelle: Oberlinhaus
Potsdam

Um die Potsdamer Oberlin-Klinik – eine landesweite Top-Adresse für Hüftgelenks-, Wirbelsäulen- und Schulteroperationen – ist eine Übernahmeschlacht entbrannt. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) hat angekündigt, die Stadt wolle 51 Prozent der Klinikanteile übernehmen – zugunsten des in Stadtbesitz befindlichen Klinikums Ernst von Bergmann. Diese Aussage soll Jakobs vor mehreren Zeugen am 4. Dezember bei einer Gesprächsrunde im Potsdamer Rathaus gemacht haben. Das versichern Teilnehmer der Runde. Jakobs vertritt die Stadt als hundertprozentige Eigentümerin des Klinikums.

Der Vorstand der konfessionellen Oberlin-Stiftung, Trägerin der Klinik, ist empört und betont, nicht verkaufen zu wollen: „Man gewinnt den Eindruck, dass es sich um eine feindliche Übernahme handelt“, sagte Matthias Fichtmüller, theologischer Vorstand der Stiftung, der MAZ. Das Klinikum versuche, „die lukrative orthopädische Oberlin-Klinik zu übernehmen“.

Das Oberlinhaus ist mit 1800 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 107 Millionen Euro drittgrößter Arbeitgeber der Landeshauptstadt, seine orthopädische Klinik genießt einen guten Ruf. Das städtische Bergmann-Klinikum ist das größte in Brandenburg und befindet sich auf Expansionskurs – seit 2014 gehört die Klinik in Forst (Spree-Neiße) zum Verbund, seit 2013 das Krankenhaus in Bad Belzig (Potsdam-Mittelmark). Die Klinikgruppe beschäftigt 3500 Menschen.

Den 51-Prozent-Vorstoß der Stadt bezeichnete Oberlin-Vorstand Fichtmüller als „weiteren Versuch, das Oberlinhaus durch Herauslösung von Gesellschaften zu zerlegen“. So seien von mehreren Bietern Übernahmeangebote für andere Gesellschaften des Konzerns Oberlinhaus abgegeben worden – so etwa für die Behindertenwerkstätten, Behindertenhilfe sowie die Reha-Klinik in Bad Belzig.

Interner Machtkampf im Oberlinhaus

Insgesamt gliedert sich das Oberlinhaus in 13 Tochtergesellschaften. Pikanterweise stammen die Übernahme-Offerten von leitenden Oberlin-Mitarbeitern oder Angehörigen dieser Führungskräfte, die sich mit dem Vorstand des Oberlinhauses über interne Restrukturierungen überworfen hatten. Diese Geschäftsführer hatten – zusammen mit dem mittlerweile zum Bergmann-Klinikum gewechselten Oberlin-Klinikchef – in einem Brief im Juli vom Oberlin-Aufsichtsrat in harschen Worten die Absetzung des Vorstands gefordert. Der aber blieb. Seither tobt ein Machtkampf im Konzern.

Das Gesundheitsministerium bestätigte, dass bei dem Treffen im Dezember auch „gesellschaftsrechtliche Lösungen“ für die Oberlin-Klinik besprochen worden seien. Potsdams Oberbürgermeister-Büro lehnte jede Äußerung zum Inhalt der Gespräche ab. Es sei „Stillschweigen vereinbart“ worden. „Wir verkaufen nicht“, betonte Oberlin-Vorstand Fichtmüller. „Wir lassen uns das Oberlinhaus nicht kaputt machen.“ Vor dem Hintergrund des städtischen Übernahme-Vorstoßes hätten die Oberlin-Vertreter die seit zwei Jahren laufenden Gespräche über eine engere Kooperation von Bergmann-Klinikum und Oberlin-Klinik abgebrochen.

Bergmann-Klinikum dementiert Übernahmeabsichten

Das Bergmann-Klinikum weist die Darstellung zurück, es betreibe eine feindliche Klinik-Übernahme. „Weder von einem Übernahmeplan noch von einem Abbruch der Kooperationsgespräche ist uns etwas bekannt“, sagte Sprecherin Damaris Hunsmann. Man setze weiter auf Zusammenarbeit – wie seit Jahren. Hunsmann bestätigte, dass mit dem gestrigen Tag vier ehemalige Oberlin-Mitarbeiter im Klinikum angestellt worden seien. Einer ist der angesehene ehemalige ärztliche Leiter der Oberlin-Klinik, der andere deren Ex-Geschäftsführer.

Die Personalien haben hohe Wellen geschlagen im Oberlinhaus: Die Klinikchefs hatten offen den Umbauprozess des Hauses kritisiert, in dem ihre Kompetenzen beschnitten worden wären. Von Oberlin zum Klinikum soll auch ein Projektverantwortlicher gewechselt sein, der den sieben Millionen Euro teuren Ausbau des Operationstrakts leitete. Von „gezielter Abwerbung“ von Mitarbeitern ist die Rede – eine Darstellung, die das Ernst von Bergmann abstreitet. „Wir registrieren aber seit dem Sommer vermehrt Bewerbungen von verunsicherten Oberlin-Mitarbeitern“, so Sprecherin Hunsmann.

Von Ulrich Wangemann

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