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Wittstock ist die größte Stadt in Brandenburg

Brandenburger Superlative Wittstock ist die größte Stadt in Brandenburg

Fluch oder Segen der Gebietsreform? Wittstock an der Dosse spielt seit der Gemeindegebietsreform 2003 in der Liga der Großen. Mit 18 Ortsteilen umfasst ist sie die größte Stadt im Land Brandenburg. Mit 417 Quadratkilometern Fläche liegt sie in Deutschland sogar auf Rang sechs. Wer von A nach B will, der darf deshalb auch gern hin und wieder etwas mehr Zeit einplanen.

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Luftaufnahme vom historischen Stadtkern Wittstocks.

Quelle: Christmaria Ruch

Wittstock. Von A wie Ackerfelde bis Z wie Zempow ist in Wittstock alles vertreten. Denn 18 Ortsteile umschließen die Stadt an der Dosse. Der Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann (parteilos) ist damit zugleich Herrscher über die größte Stadt in Brandenburg. Für eine Fahrt muss der Regent schon mal ordentlich Zeit einplanen. Von der Stadt Freyenstein als nördlichsten Vorposten bis nach Rossow im Süden sind es in der Luftlinie 30 Kilometer. Und von Christdorf im Westen bis Zempow im Osten kommen nochmals 23 Kilometer hinzu. Da muss Gehrmann sattelfest sein.

Jörg Gehrmann in Bürgermeister in Wittstock/Dosse

Jörg Gehrmann in Bürgermeister in Wittstock/Dosse.

Quelle: Christamaria Ruch

„Ich wollte schon immer Bürgermeister werden.“ Dies sagt der 54-Jährige mit dem Brustton der Überzeugung. Denn: „Es ist eine schöne Sache, die Verwaltungsgeschicke einer Stadt zu lenken, in der ich seit der Geburt wohne.“ Als er am 1. August 2008 den Rathausstuhl als Stadtoberhaupt einnahm, setzte er sich zugleich an die Spitze im Land Brandenburg.

Seit der Gebietsreform spielt Wittstock in einer ganz anderen Liga

Seit der Gemeindegebietsreform Ende 2003 spielt Wittstock als Brandenburgs größte Stadt plötzlich in einer ganz neuen Liga mit. Seitdem gehören 18 Ortsteile zur Dossestadt. Flächenmäßig rangierte Wittstock mit insgesamt 417,20 Quadratkilometern bundesweit sogar einige Jahre hinter Berlin und Hamburg an dritter Stelle. Wittstock liegt zwischen Hamburg und Berlin und damit zwischen den beiden einwohnerstärksten Städten Deutschlands. In dem 2011 erschienenen Buch über seine Heimatstadt nutzte der Wittstocker Historiker Wolfgang Dost dies zum Werbezweck: Auf dem Buchtitel steht „Wittstock – Deutschlands drittgrößte Stadt.“ Mittlerweile zogen weitere Bundesländer mit skurrilen Gebietsreformen nach. „Heute ist Wittstock die sechstgrößte Stadt im Bundesgebiet“, sagt Petra Fastenrath vom städtischen Kulturamt.

Wittstock

Wittstock liegt in der Ostprignitz am nördlichen Rand der Wittstock-Ruppiner Heide. Die Kernstadt befindet sich in der Dosseniederung am Zusammenfluss der Flüsse Dosse und Glinze.

946 wurde Wittstock erstmals urkundlich erwähnt und ist damit eine der ältesten Orte Brandenburgs. 1248 erhielt Wittstock das Stadtrecht.

Seit 1953 war Wittstock in der DDR eine Kreisstadt. Im Zuge der Gemeindereform verlor die Stadt 1993 diesen Status, der Kreis Wittstock ging im neuen Landkreis Ostprignitz-Ruppin auf.

Wenn man auf sich aufmerksam machen möchte, kann der Status als größte Brandenburger Stadt als Schachzug für das Marketing dienen“, so Jörg Gehrmann. Natürlich kokettiert er auch mal damit, denn immer wieder wird er auf diesen heimlichen Titel angesprochen. „Wenn dann die Frage kommt, wie viele Einwohner wir haben, sage ich immer, dass es gefühlte 150 000 sind.“ Tatsächlich leben in Wittstock 14 670 Menschen. Daneben zählen beispielsweise 60 000 Bäume zum Inventar. Wie weltgewandt Wittstock ist, zeigt auch der Landstrich namens Afrika im Ostteil der Stadt. „Das ist dort so trocken wie in der Steppe.“ Wittstock hat noch mehr Superlative zu bieten: Die ersten 2400 Mieter in der Kernstadt können seit kurzem sogar ultraschnelles Internet nutzen. Da sind 200 Megabit pro Sekunde möglich. „Berlin hängen wir mit 80 bis 90 Megabit pro Sekunde locker ab.“ Wenn Jörg Gehrmann bei seinen Amtsgeschäften über den Tellerrand schaut, setzt er auch auf Finnland. „Die Finnen schmunzeln über unsere Größe, denn dort gelten ganz andere Maßstäbe.“

Der Bürgermeister entspannt am Dosseteich

Wittstock muss aber auch mal als Brandenburger Prügelknabe herhalten: Geht es um Probleme, wird die Stadtgröße schnell als Maßstab genommen. Dann taucht die Frage auf, ob und wie die Verwaltung bei so einer Gemeindegröße im Takt läuft. „Es geht nicht nur um Stempeln, Lochen und Abheften – wir arbeiten leistungsfähig.“

Möchte Jörg Gehrmann mal abschalten, setzt er sich gern an den sanierten Dosseteich unweit des Rathauses. „Da tauche ich aber nicht ab.“ Seine Maxime lautet: Erhobenen Hauptes über den Markt gehen und dabei das Wittstocker Pflaster unter den Schuhsohlen spüren. Im Herbst stellt sich der Bürgermeister der Wiederwahl.

Als nächsten brandenburgischen Superlativ stellen wir das kleinste Hotelzimmer der Mark vor. Alle Beiträge der Serie unter www.MAZ-online.de/superlative

Von Christamaria Ruch

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